Named savings book not a provisional enforcement title

ZZ.1987.8Autre juridiction10 mars 1987Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

K. sought provisional legal enforcement against Ersparniskasse S. on the basis of a savings book in his name. The civil chamber of the Obergericht held that the booklet was not a negotiable instrument and, in any event, did not contain a valid signed debt acknowledgement within the meaning of Art. 82 SchKG. A machine imprint in the receipt column did not meet the statutory autograph-signature requirement of the OR, and bank regulations could not substitute for that requirement. The appeal was dismissed, leaving the refusal of provisional legal enforcement in place.

Regeste Omnilex

Art. 82 SchKG; provisional legal enforcement requires a debt acknowledgement signed by the debtor or an authorized representative. The signature requirement is governed by Art. 14 OR and demands an autograph signature; mechanical imprints, stamps, or typewritten endorsements are insufficient, save for the statutory exceptions. A contractual or standardized bank regulation cannot replace the legal form requirements for a valid enforcement title. Where the alleged title is not a negotiable instrument, no recourse can be had to principles of securities law to dispense with the signature requirement (consid. 1–2).

Texte intégral

Geschäftsnummer:** ZZ.1987.8**
Instanz:Zivilkammer
Entscheiddatum:11.03.1987
FindInfo-Nummer:O_ZK.2015.351
Titel:** Namenssparheft als Rechtsöffnungstitel**
Resümee:** Art. 82 SchKG. Namenssparheft einer Bank als Rechtsöffnungstitel?**
SOG 1987 Nr. 8 ** Art. 82 SchKG**.Namenssparheft einer Bank als Rechtsöffnungstitel? K. verlangte in der Betreibung gegen die Ersparniskasse S. Rechtsöffnung und legte seinem Gesuch als Rechtsöffnungstitel ein auf seinen Namen lautendes Sparheft bei. Der Gerichtspräsident wies das Gesuch ab. Im Rekursverfahren untersuchte das Obergericht zunächst, ob es sich beim Namenssparheft um ein Wertpapier handle und gelangte dabei zum Schluss, das Sparheft stelle zwar eine qualifizierte Schuldurkunde (einfaches Legitimationspapier) dar, nicht aber ein Wertpapier, Es wies den Rekurs sodann mit folgender Begründung ab: Nach Art. 82 SchKG ist dem Gläubiger die provisorische Rechtsöffnung zu gewähren, wenn die Forderung auf einer durch öffentliche Urkunde festgestellten oder durch Unterschrift bekräftigen Schuldanerkennung beruht und der Betriebene nicht sofort Einwendungen glaubhaft macht, die die Schuldanerkennung entkräften. Als Schuldanerkennung gilt die öffentliche, oder die vom Schuldner oder seinem Vertreter unterschriebene private Urkunde, aus der der Wille des Schuldners hervorgeht, dem Gläubiger eine bestimmte und fällige Geldsumme zu bezahlen (Panchaud/Caprez, Die Rechtsöffnung, §§ 1 u. 13 ff.; Fischer, Rechtsöffnungspraxis in Basel-Stadt, in BJM 1980, S. 131 ff.). Die Vorinstanz hat das Sparheft Nr. .... der Ersparniskasse S. als Titel qualifiziert, der zur provisorischen Rechtsöffnung berechtigt. nach Art. 82 SchKG bedarf es dazu einer unterschriftlichen Schuldanerkennung. Welche Anforderungen an die "Unterschrift" nach Art. 82 SchKG zu stellen sind, bestimmt sich nach dem Allgemeinen Teil des schweizerischen Obligationenrechts. Nach Art. 14 Abs. 1 OR ist die Unterschrift eigenhändig zu schreiben. Ersatz der eigenhändigen Unterschrift ist nur durch beglaubigtes Handzeichen oder öffentliche Beurkundung möglich (Art. 15 OR). Die einzige Buchung über eine Einlage des Rekurrenten im Betrag von Fr. 19'083.--, die mit dem in Betreibung gesetzten Forderungsbetrag übereinstimmt, wurde durch die Bank, resp. eine von ihr ermächtigte Person, nicht eigenhändig unterschriftlich bestätigt. Die Buchung wurde in der besonderen Spalte "Quittung" lediglich mit dem Aufdruck einer Schaltermaschine versehen ("151 A"). Jede Art. mechanischer Unterzeichnung, so etwa durch den Gebrauch von Stempeln (mit Ausnahme der Sonderregel von Art. 14 Abs. 2 OR) oder einer Schreibmaschine, selbst wenn der Namensträger sich ihrer persönlich bedient, vermag das Erfordernis der Eigenhändigkeit jedoch nicht zu erfüllen (vgl. Kramer/Schmidlin, Berner Kommentar, N 4 ff. zu Art. 14/15 OR; Pra 70 Nr. 87, S. 220 f.; BGE 86 III 3).Zwar enthält das "Reglement" unter Ziffer 3 die Bestimmung, dass die Einlagen im Heft durch das Visum des Kassiers oder den Aufdruck einer Schaltermaschine rechtsgültig quittiert werden. Ob ein gültiger Rechtsöffnungstitel vorliegt, bestimmt sich jedoch nicht nach allfälligen (standardisierten) Parteivereinbarungen (Panchaud/Caprez, Die Rechtsöffnung, § 1 Nr. 3, S. 2). Weil es sich beim fraglichen Namenssparheft nicht um ein Wertpapier handelt (vorne Ziff. 1), ist auch nicht zu untersuchen, ob sich aus dem Wertpapierrecht irgendwelche Grundsätze ergeben, die darauf schliessen lassen, dass es sich bei einem Namenssparheft mit Wertpapiercharakter um einen Titel handelt, der zur provisorischen Rechtsöffnung berechtigt. Liegt mit dem Sparheft Nr.... der S. kein gültiger Rechtsöffnungstitel vor, so ist der Rekurs abzuweisen. * Obergericht Zivilkammer, Urteil vom 11. März 1987*

Mots-clés

debt enforcementprovisional enforcementwritten acknowledgement of debtsignature requirementbank savings booklegitimating document

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether a named bank savings book constitutes a provisional enforcement title under Art. 82 SchKG

Solution extraite

No. The savings book was not a valid written acknowledgement of debt signed by the debtor or the creditor; the appeal was therefore dismissed.

Motifs extraits

A provisional enforcement title requires a signed debt acknowledgement. The book entry was not personally signed; a machine imprint on the receipt column did not satisfy the requirement of an autograph signature. Contractual provisions on machine validation could not replace the statutory signature requirement, and the booklet was not a negotiable instrument.

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