Restoration of deadline for assignment request

ZZ.1983.10Autre juridiction14 sept. 1983Granted

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

A creditor in a composition liquidation filed an assignment request seven days after the deadline fixed by the liquidator, after an excusable impediment. The liquidator refused the request as late. The supervisory authority upheld the complaint and restored the deadline, holding that missed procedural deadlines may be restored by analogy to Art. 35 OG even outside the complaint procedure, including a liquidator-set deadline under Art. 260 SchKG. The court stressed that denying restoration in such a case would be excessive formalism.

Regeste Omnilex

Art. 260 SchKG, Art. 35 OG; restoration of deadlines for assignment requests in composition proceedings. Although the SchKG contains no general rule on restitution of missed deadlines, restoration is admissible by analogy to Art. 35 OG as a manifestation of a general procedural principle, also for statutory or authority-set deadlines outside the supervisory complaint procedure. The principle is not confined to complaint and appeal periods; it may extend to a liquidator's deadline for filing assignment requests. Where the creditor was prevented without fault, refusal of restoration may constitute excessive formalism (consid. 1).

Texte intégral

Geschäftsnummer:** ZZ.1983.10**
Instanz:Schuldbetreibungs- und Konkurskammer
Entscheiddatum:15.09.1983
FindInfo-Nummer:O_SC.2015.75
Titel:** Abtretung, Wiederherstellung der Frist**
Resümee:** Art. 260 SchKG. Wiederherstellung der Frist zur Stellung von Abtretungsbegehren.**
SOG 1983 Nr. 10 *Art. 260 SchKG.Wiederherstellung der Frist zur Stellung von Abtretungsbegehren. In einem Nachlassverfahren offerierte die Liquidatorin den Gläubigern mit Zirkulationsschreiben die Abtretung von streitigen Verantwortlichkeitsansprüchen gegenüber den ehemaligen Organen der Nachlassschuldnerin. Zur Geltendmachung der Abtretung setzte sie Frist bis zum 2. August 1983. Zufolge eines unverschuldeten Hindernisses konnte eine Gläubigerin ihr Abtretungsbegehren indes erst am 9. August 1983 stellen. Die Liquidatorin wies dieses Begehren als verspätet ab, worauf sich die Gläubigerin bei der Aufsichtsbehörde beschwerte und sinngemäss die Wiederherstellung der versäumten Frist verlangte. Die Aufsichtsbehörde hiess die Beschwerde gut und führte zur Begründung aus: Es fragt sich, ob eine Wiederherstellung der behördlichen Frist überhaupt möglich ist. Das Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs enthält nämlich (abgesehen von Art. 77 SchKG) keine Bestimmung, wonach versäumte Fristen wiederhergestellt werden könnten. Nach der neuern Rechtsprechung bedeutet dies jedoch nicht, dass eine Wiedereinsetzung generell ausgeschlossen ist. Im Entscheid 81 III 81 ff. hat das Bundesgericht vielmehr festgehalten, versäumte Beschwerde- und Rekursfristen seien in analoger Anwendung von Art. 35 OG wiederherstellbar. Diese Möglichkeit entspreche einem von altersher und weitherum anerkannten Verfahrensgrundsatz. Dessen allgemeine Natur lasse es deshalb zu, unter Umständen auch dort die Wiederherstellung zu gewähren, wo sie nicht ausdrücklich vorgesehen sei. Ausgehend von der allgemeinen Natur des Grundsatzes besteht kein Anlass, seine Anwendung auf die Fristen des betreibungsrechtlichen Beschwerdeverfahrens zu beschränken. Es rechtfertigt sich vielmehr, Art. 35 OG als mittelbaren Bestandteil des SchKG auch auf weitere gesetzliche und behördliche Fristen anzuwenden (vgl. SOG 1981 Nr. 9; ZR 1981 Nr. 23).Namentlich steht nichts entgegen, Art. 35 OG auch auf eine von der Liquidatorin gesetzte Frist zur Stellung von Abtretungsbegehren zur Anwendung zu bringen. Gerade in diesem Fall käme es nämlich einem überspitzten Formalismus gleich, den Nachlassgläubigern ihr elementares Recht auf Abtretung zweifelhafter Rechtsansprüche der Masse nur deshalb zu verweigern, weil sie wegen eines unverschuldeten Hindernisses ihr Begehren nicht rechtzeitig stellen konnten. * Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs, Urteil vom 15. September 1983

Mots-clés

deadline restorationassignment of claimscomposition proceedingsliquidationexcessive formalismsupervisory complaint

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether a missed deadline set by the liquidator for assignment requests may be restored after an excusable obstacle.

Solution extraite

Yes. The supervisory authority held that restoration is possible by analogy to Art. 35 OG and that this also applies to a liquidator-set deadline for assignment requests under Art. 260 SchKG.

Motifs extraits

Although SchKG expressly provides restoration only in limited cases, the court relied on newer case law recognizing restoration of missed complaint and appeal deadlines by analogy to Art. 35 OG as a general procedural principle. That principle is not confined to supervisory complaints; it may extend to other statutory and administrative deadlines. Refusing restoration here would amount to excessive formalism and would unjustifiably deprive creditors of the assignment right despite a non-fault obstacle.

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