Sarnersee zoning: objection to inclusion in no-build zone dismissed

VVGE 1966/70 Nr. 54Autre juridiction6 juin 1966Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

K. G. objected to the inclusion of his lakeside property in the Sarnersee ordinance’s restricted zone and sought either removal of the restriction or compensation. The Regierungsrat held that the absence of prior consultation did not violate the right to be heard because the ordinance allowed all owners to object. The equal-treatment complaint failed for lack of substantiation and because the restricted parcels had particular landscape value. The compensation argument was premature, since the ordinance did not impose an absolute building ban and expressly provided hardship exceptions and compensation for true expropriation-like cases.

Regeste Omnilex

Art. 4 BV; hearing in connection with a zoning/protective ordinance; objections filed after adoption may suffice to safeguard the right to be heard where all affected owners are granted access to an objection procedure. Claims of unequal treatment must be specifically substantiated by comparison with comparable parcels. An expropriation-like effect is not established merely by inclusion in a restricted zone so long as hardship exceptions remain possible; a compensation claim is premature until a concrete building project is refused despite compliance with the protective aims and the other conditions for authorization. Compensation under the ordinance presupposes a genuine expropriation-like impact (consid. 1-3).

Texte intégral

Entscheidpublikation VVGE 1966/70 Nr. 54, S. 194:

Sarnersee-Verordnung. Einsprache K. G. gegen Einbeziehung seines Grundstückes in die Sperrzone.

Entscheid vom 6.6.1966.

A. Der Regierungsrat hat am 9. Juli 1964 eine "Verordnung zum Schutz des Sarnersees und seiner Umgebung" (VSS) erlassen, die den See und dessen Ufer als geschütztes Gebiet erklärt. Das Schutzgebiet gliedert sich in die Seezone, die den See und den Strand erfasst, in die Sperrzone, in der einzelne noch nicht überbaute und für das Landschaftsbild besonders wichtige Uferstrecken liegen, und in die Schutzzone, die aus dem übrigen Umgelände besteht. Die Grenzen der Zonen sind aus den Zonenplänen ersichtlich, die gemäss Art. 2 Abs. 2 VSS einen Bestandteil der Verordnung bilden. - Art. 5 und 6 enthalten die für die Sperrzone geltenden Schutzbestimmungen. Ausnahmen können im Rahmen von Art. 14 bewilligt werden. Er sieht vor, dass beim Vorliegen ausserordentlicher Verhältnisse und unbilliger Härten Ausnahmen bewilligt werden können, "sofern es mit dem öffentlichen Wohl vereinbart werden kann und keine erhebliche Beeinträchtigung des Landschaftsbildes zu befürchten ist". Art. 15 VSS regelt den Entschädigungsanspruch im Falle eines enteignungsähnlichen Tatbestandes.

B. Mit Schreiben vom 5. September 1964 erhebt K. G. Einsprache gegen die Einbeziehung seines Grundeigentums am See in die Sperrzone und verlangt sinngemäss Aufhebung der Eigentumsbeschränkung, bzw. Anspruch auf Entschädigung.

In Erwägung:

  1. Die Seeuferschutzverordnung wurde erlassen, ohne dass die Grundeigentümer Gelegenheit gehabt hatten, sich zuvor dazu auszusprechen. Trotzdem ist die in Art. 4 BV begründete Anhörungspflicht vorliegend nicht verletzt, da allen Grundeigentümern der Weg der Einsprache grundsätzlich geöffnet wurde. Auf diese Weise ist das rechtliche Gehör genügend gewahrt worden.

  2. Der Beschwerdeführer beklagt sich über eine rechtsungleiche Behandlung, da die Eigentümer anderer Grundstücke am Sarnersee keinen derart einschneidenden Einschränkungen unterworfen worden seien.

Dem Erlass der VSS gingen umfangreiche Vorarbeiten voraus. Bei den Grundstücken, die nach den Zonenplänen in die Sperrzone fallen, handelt es sich um Liegenschaften, die wegen ihrer Lage für das Landschaftsbild eine besondere Bedeutung haben. Der Beschwerdeführer nennt keine andern Seegrundstücke von vergleichbarer Lage und Beschaffenheit. Der Vorwurf der rechtsungleichen Behandlung entbehrt insofern einer genügenden Begründung, weshalb nicht darauf eingetreten werden kann.

  1. Soweit der Rekurrent geltend macht, die VSS schaffe in seinem Fall einen enteignungsähnlichen Tatbestand, ohne dass er entschädigt werde, ist dieser Einwand unzutreffend und auf jeden Fall verfrüht. Art. 15 VSS hält im Gegenteil ausdrücklich fest, dass der Grundeigentümer, der durch die Anwendung der VO gleich wie durch eine Enteignung betroffen werde, Anspruch auf volle Entschädigung habe. Vorliegend kann zur Zeit jedenfalls nicht von einem absoluten Bauverbot gesprochen werden, denn Art. 14 VSS sieht ausdrücklich die Erteilung von Ausnahmebewilligungen in Härtefällen vor. Ein Umzonungs- und Entschädigungsanspruch entstände allenfalls frühestens, wenn selbst ein geplantes Bauvorhaben nicht bewilligt würde, obwohl den landschaftsschützlerischen Belangen soweit als möglich Rechnung getragen worden und auch die übrigen Voraussetzungen von Art. 14 VSS erfüllt wären. Aber selbst dann bestünde vorliegend noch immer kein zwingender Anspruch auf Erteilung einer Baubewilligung bzw. Entschädigung, da es an der genügenden Erschliessung im Sinne von Art. 4 Baugesetz fehlt und die bisherige Nutzung keine Beeinträchtigung erführe.

Beschlossen: Die Beschwerde wird abgewiesen.

Mots-clés

planningzoningright to be heardequal treatmentexpropriation-like effectcompensationlandscape protection

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the lack of prior hearing before adoption of the lake-shore protection ordinance violated the right to be heard.

Solution extraite

No. The right to be heard was sufficiently safeguarded because all landowners were given the possibility to file objections.

Motifs extraits

Although no prior consultation took place, the ordinance opened an objection procedure to all affected owners, which was considered adequate under Art. 4 BV.

Question juridique clé

Whether the parcel’s inclusion in the restricted zone amounted to unequal treatment compared with other Sarnersee properties.

Solution extraite

The complaint was insufficiently substantiated and could not be considered.

Motifs extraits

The contested parcels were those of particular landscape significance; the appellant did not identify comparable properties treated more favorably.

Question juridique clé

Whether the ordinance created an expropriation-like situation requiring compensation or a re-zoning of the parcel.

Solution extraite

No present expropriation-like situation existed; any compensation or rezoning claim was premature.

Motifs extraits

Art. 15 of the ordinance expressly preserves full compensation in genuine expropriation-like cases, and Art. 14 allows hardship exceptions. There was as yet no absolute building ban, and a claim would arise at the earliest only if a specific project were refused despite compliance with the ordinance; even then, sufficient access under the building law would still have to be lacking.

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