Agricultural lease extension excluded by proven self-management

OG 1994 10Autre juridiction20 sept. 1994Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The dispute concerned an agricultural lease extension. The lessor invoked self-management of the leased land. The court held that, under Art. 27 LPG, self-management by the lessor is a statutory ground that can bar extension outright. Where the conditions of Art. 27(2) LPG are met, the court does not conduct a balancing of interests and has no discretion to grant the extension. The extension request was therefore refused.

Regeste Omnilex

Art. 27 Abs. 1 und 2 LPG; landwirtschaftliche Pachterstreckung und Selbstbewirtschaftung der Verpächterin; ist ein in Art. 27 Abs. 2 LPG genannter Hinderungsgrund nachgewiesen, entfällt die richterliche Interessenabwägung. Die Erstreckung ist in diesem Fall nicht nach Ermessen zu bewilligen, sondern zu verweigern. Selbstbewirtschaftung nach Art. 27 Abs. 2 lit. c LPG wirkt als gesetzliche Schranke der Erstreckung und nicht bloss als Abwägungselement; insoweit besteht kein Raum für eine analoge Anwendung der mietrechtlichen Interessenabwägung.

Texte intégral

Im Rahmen einer landwirtschaftlichen Pachterstreckung berief sich die Verpächterin auf Selbstbewirtschaftung. Es stellte sich u.a. die Frage, ob dieser (nachgewiesene) Grund die beantragte Erstreckung gänzlich ausschliesse oder - wie im neuen Mietrecht - bloss bei der Interessenabwägung zu berücksichtigen sei.

Aus den Erwägungen:

Der Richter erstreckt die Pacht, wenn dies für die verpachtende Partei zumutbar ist. Diese muss nachweisen, dass die Fortsetzung der Pacht für sie unzumutbar oder aus anderen Gründen nicht gerechtfertigt ist (Art. 27 Abs. 1 und 2 LPG). Die Fortsetzung der Pacht ist insbesondere unzumutbar oder nicht gerechtfertigt, wenn die verpachtende Partei den Pachtgegenstand selbst bewirtschaften will (Art. 27 Abs. 2 lit. c LPG).

Liegen die gesetzlichen Schranken von Art. 27 Abs. 2 LPG vor, wozu auch die Selbstbewirtschaftung durch die verpachtende Partei gehört, erfolgt keine richterliche Abwägung der gegenseitigen Interessenlage der Pachtvertragsparteien. Es besteht kein Raum für richterliches Ermessen. In diesen Fällen darf das Gericht die Erstreckung nicht bewilligen (Studer/Hofer, Das landwirtschaftliche Pachtrecht, Brugg 1987, S. 173; Hangartner Yvo, Das neue landwirtschaftliche Pachtrecht, Neue Reihe Bd. 25, St. Gallen 1986, S. 38).

Mots-clés

agricultural leaselease extensionself-managementinterest balancingjudicial discretion

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether proven self-management by the lessor excludes an agricultural lease extension altogether or is only one factor in balancing interests.

Solution extraite

If the statutory limits of Art. 27(2) LPG are met, including the lessor's own cultivation of the subject matter, the court may not balance the parties' interests and must refuse extension.

Motifs extraits

Art. 27(1) and (2) LPG make extension dependent on the lessor's reasonableness. Self-management under Art. 27(2)(c) LPG is a statutory bar; once established, there is no room for judicial discretion or further balancing, unlike under the new tenancy law.

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