Requirements for co-perpetration

OG 1991 59Autre juridiction21 janv. 1991Not Examined

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Résumé

The text summarizes Swiss criminal-law doctrine on co-perpetration. Co-perpetration is characterized by intentional, significant joint action in planning or execution, with a division of roles and a principal-participant appearance. It may be established even by later joining, without presence at the scene or direct causation of the result. Participation in the proceeds may indicate a co-perpetration interest.

Regest

Co-perpetration in criminal law; decisive is intentional and materially significant joint conduct in the decision, planning or execution of the offence, by which the participant appears as a principal actor. A division of roles is typical, but neither direct causation of the result, nor personal readiness to commit the act oneself, nor presence at the scene is required. Joining an already formed criminal plan, even during execution, suffices if the participant adopts the common resolve; participation in the proceeds may be an indicium of co-perpetration.

Texte intégral

Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts ist Mittäter, wer bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung eines Delikts vorsätzlich und in massgebender Weise mit andern Tätern zusammenwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter dasteht; dabei ist besonders auf das Mass des schuldhaften Willens abzustellen (BGE 108 IV 92 mit Hinweisen). Die Mittäterschaft ist wesentlich durch Rollenverteilung gekennzeichnet (Noll/Trechsel, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil I, 2. Aufl., Zürich 1986, S. 168). Dabei muss die Mitwirkung des Mittäters nicht unmittelbar kausal zum verpönten Erfolg sein. Ebensowenig ist erforderlich, dass jeder Mittäter bereit gewesen sein muss, die Tat eigenhändig auszuführen (Schultz Hans, Einführung in den allgemeinen Teil des Strafrechts, Band I, 4. Aufl., Bern 1982, S. 287). Für die Qualifizierung als Mittäter genügt es, wenn jemand nachträglich dem bereits von einem andern gefassten Entschluss beitritt. Dies kann selbst noch während der Ausführung der geplanten Straftat geschehen (Rehberg Jörg, Strafrecht III, 5. Aufl., Zürich 1990, S. 109; vgl. Pra 70 Nr. 121). Mittäterschaft setzt auch nicht notwendigerweise voraus, dass der Betreffende unmittelbar bei einer vereinbarten tatbestandsmässigen Handlung mitmacht oder auch nur am Tatort zugegen ist. Mittäter ist daher z. B. auch der Chauffeur, welcher am Steuer des Fluchtwagens vor einem Gebäude wartet, um nach Durchführung des Raubes seine Komplizen und die Beute abzuholen (Rehberg Jörg, a. a. O., S. 110). Ein Indiz für Mittäterschaft ist auch das Interesse an der Tat, insbesondere die anteilsmässige Beteiligung an der Beute (BGE 109 IV 165).

Mots-clés

co-perpetrationjoint intentdivision of rolescriminal participationburden of participation