Driver liability for truck damage under employment law

11 00 55Tribunal supérieur19 sept. 2000

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

In a labor dispute, a transport company owner claimed damages from a former truck driver for damage caused to a lorry. The decision restates the employee’s liability under Art. 321e OR and the special mitigation rules developed for chauffeurs. It distinguishes gross, medium, and slight negligence, explains that minor vehicle damage is not chargeable, and confirms the employer’s burden to prove non-trivial damage and breach of duty, while the employee must prove exculpating circumstances. The excerpt contains no dispositive outcome of the concrete claim.

Regeste Omnilex

Art. 321e OR; chauffeur liability and burden of proof in damage claims against employees: the employee is liable only within the degree of fault attributable in light of the individual employment relationship and occupational risk. For chauffeurs, liability is mitigated by the heightened risk of road traffic: trivial damage is not chargeable; slight fault excludes liability for non-bagatelle damage; medium fault leads to apportionment; gross fault may justify predominant or full liability. Under Art. 97 OR, the employer bears the burden of proving breach of duty and damage, whereas the employee bears the exculpatory burden of proving absence of fault or only slight fault.

Texte intégral

Der Inhaber eines Transportunternehmens verlangte in einer arbeitsrechtlichen Streitigkeit von einem ehemaligen Angestellten (Chauffeur) Ersatz für von diesem verursachte Schäden an einem Lastwagen.

Aus den Erwägungen:

Der Arbeitnehmer ist für den Schaden verantwortlich, den er absichtlich oder fahrlässig dem Arbeitgeber zufügt. Das Mass der Sorgfalt, für die der Arbeitnehmer einzustehen hat, bestimmt sich nach dem einzelnen Arbeitsverhältnis, unter Berücksichtigung des Berufsrisikos, des Bildungsgrades oder der Fachkenntnisse, die zur Arbeit verlangt werden, sowie der Fähigkeiten und Eigenschaften des Arbeitnehmers, die der Arbeitgeber gekannt hat oder hätte kennen sollen (Art. 321e OR). Bei der Fahrlässigkeit ist zwischen grober, mittlerer und leichter Fahrlässigkeit zu unterscheiden (BGE 100 II 338). Bei grober Fahrlässigkeit des Arbeitnehmers kommt eine Reduktion seiner Haftung nicht in Betracht. Bei mittlerer Fahrlässigkeit findet eine Reduktion im Sinne einer Schadensteilung statt. Bei leichter Fahrlässigkeit hingegen entfällt die Haftung für schadensgeneigte Arbeit vollständig (Rehbinder, Schweizerisches Arbeitsrecht, 14. Aufl., Bern 1999, § 8 N 61).

Anhand dieser allgemeinen Haftungsregeln hat die Praxis für den Beruf des Chauffeurs eigene Grundsätze für die Arbeitnehmerhaftung entwickelt. So hat der Chauffeur zunächst nicht für geringfügige Schäden (Bagatellschäden) am Auto aufzukommen. Überdies muss der Chauffeur bei nicht geringfügigen Autoschäden und leichtem Verschulden nichts an die Schadendeckung beitragen, bei mittlerem Verschulden daran beteiligt werden und erst bei grobem Verschulden den Schaden mehrheitlich oder voll tragen. Die Grundsätze einer abgeschwächten Arbeitnehmerhaftung sind Ausfluss des Berufsrisikos, das nach Art. 321e OR mitzuberücksichtigen ist. Dabei wird dem Umstand Rechnung getragen, dass es dem Chauffeur auch bei angemessener Sorgfalt angesichts seiner schadensgeneigten Arbeit (Intensität des heutigen Strassenverkehrs) nicht möglich ist, jeden Schaden abzuwenden. Aus Art. 97 OR ergibt sich in diesem Zusammenhang folgende Beweislastverteilung: Der Arbeitgeber hat die Verletzung von Pflichten und den dadurch entstandenen Schaden nachzuweisen; der Arbeitnehmer hat demgegemüber den Entlastungsbeweis zu führen, dass ihn kein oder nur ein geringes Verschulden trifft. Umgesetzt auf die besonderen Haftungsregeln für den Chauffeur heisst dies also, dass der Arbeitgeber, will er den Arbeitnehmer haftbar machen, den Nachweis erbringen muss, dass es sich bei den geltend gemachten Schäden um keine Bagatellschäden im Rahmen des Berufsrisikos handelt, und dass dem Arbeitnehmer, will er die Haftung abwenden oder zumindest reduzieren, der Entlastungsbeweis obliegt (Urteil OG BL vom 17.11.1992 in JAR 1994, S. 120).

I. Kammer, 19. September 2000 (11 00 55)

Mots-clés

employee liabilitychauffeuroccupational risknegligenceburden of proofdamage to vehicle

An employee is liable for damage intentionally or negligently caused to the employer; in chauffeur cases, liability is reduced according to the degree of fault and the occupational risk.

The court restated Art. 321e OR and distinguished gross, medium, and slight negligence. For chauffeurs, minor damage is not charged, slight fault excludes liability for non-trivial vehicle damage, medium fault leads to shared loss, and gross fault can justify full or predominant liability because driving is an inherently damage-prone occupation.

The employer must prove a duty breach and the resulting damage, while the employee must prove exonerating facts showing no fault or only slight fault.

Relying on Art. 97 OR, the court explained that the employer bears the burden of proving the non-bagatelle damage and the relevant damage-causing conduct; the employee bears the burden of proving lack of fault or only minor fault to avoid or reduce liability.

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