Forest access works require permit and biotope review

PVG 2004 31Autre juridiction31 déc. 2004Other

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Résumé

The court states that forest constructions and installations may be built without a clearing permit under forest law, but they still need a spatial-planning authorization. In the Graubünden approval scheme, this authorization is granted through a special plan-approval procedure that also decides on subsidies. The authority must verify necessity at the chosen site, avoid overdimensioning, and balance all relevant public interests. This review must expressly include nature protection and, in particular, whether a protected biotope exists and is affected, even if the area is not in a formal protection zone.

Regest

Art. 4 lit. a WaV, Art. 22 RPG, Art. 18 NHG; forest constructions and installations are exempt from the clearing permit, but remain subject to spatial-planning authorization. The approval authority must examine necessity at the chosen site, avoid overdimensioning, and balance all relevant public interests comprehensively, including the protective interests under the NHG/NHV. In the context of technical interventions, it must ascertain ex officio whether a biotope worthy of protection exists, whether the project impairs it, and, if so, whether the intervention can be avoided; if not, replacement measures are mandatory. This duty to investigate applies even outside formally designated protection zones, since formal designation is not a prerequisite for biotope protection (consid. 2).

Texte intégral

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Economia forestale

Waldrecht. Natur-und Heimatschutzbei Walderschliessung.

  • Bewilligungsverfahren bei Walderschliessung; Interes- senabwägung; Biotopschutz.

Diritto forestale. Protezione della natura e del paesaggio nell’urbanizzazione del bosco.

  • Procedura dilicenza perl’urbanizzazione delbosco; pon- derazionedegli interessi;protezione deibiotopi.

Erwägungen:

2. a) Gemäss Art. 4 lit. a WaV können forstliche Bauten und Anlagen im Wald ohne Rodungsbewilligung errichtet werden. Er- forderlich ist jedoch eine raumplanerische Bewilligung (Art. 22 RPG; BGE 123 II 499 E. 2 S. 502). Diese Bewilligung wird im Kanton Graubünden in einem speziellen Plangenehmigungsverfahren durch die Regierung erteilt, die im gleichen Verfahren auch den Sub- ventionsentscheid fällt (Art. 14 Abs. 1 kWaG). Die Projektgenehmi- gung hat mit Bezug auf die vom Verfahren erfassten Bauten und Anlagen die Wirkung einer Nutzungsplanung und Baubewilligung (Art. 14 Abs. 2 kWaG).

b) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung müssen forstliche Bauten und Anlagen am vorgesehenen Standort not- wendig sein; sie dürfen nicht überdimensioniert sein und es dürfen ihnen keine überwiegenden öffentlichen Interessen entgegenste- hen (BGE 123 II 499 E. 2 S. 502 / 503). Hierfür ist eine umfassende Prüfung und Interessenabwägung erforderlich, die sowohl mit Blick auf die vom Waldgesetz verfolgten Zwecke bzw. die verschie- denen Waldfunktionen als auch im Lichte der übrigen einschlägi- gen Gesetzgebung, namentlich dem NHG und der NHV) vorzuneh- men ist (BGE 123 II 499 E. 3b/ bb S. 507). Dementsprechend ver- langt das Kreisschreiben Nr. 11 der Eidgenössischen Forstdirektion

«Erschliessungsanlagen» vom 14. April 1993 die Abklärung aller (im Kreisschreiben beispielhaft aufgezählter) nutzungsbezogenen und raumbezogenen Interessen sowie der natürlichen Grundlagen, das Aufzeigen von Interessenkonflikten und die Analyse und Be- wertung von Lösungsmöglichkeiten. In die Prüfung ist insbeson-

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dere die Untersuchung, ob ein schützenswertes Biotop im Sinne von Art. 18 NHG vorliegt, einzubeziehen. Diese Abklärungen dürfen auch dann nicht unterbleiben, wenn das betreffende Gebiet keiner formellen Schutzzone zugewiesen ist. Die förmliche Bezeichnung ist nicht zwingende Voraussetzung für den Biotopschutz (Fahrlän- der, NHG-Kommentar, Art. 18 Rz 22; Wild, Gegenstand und Vollzug des Biotopschutzes nach NHG, URP 1999 S. 765 ff., insbes. S. 773). Vielmehr ist im Planungs- oder Bewilligungsverfahren für einen

«technischen Eingriff» abzuklären, ob ein schutzwürdiges Biotop vorliegt, ob dieses durch das geplante Projekt beeinträchtigt wird und wenn ja, ob der Eingriff vermieden werden kann; wenn nein, sind Ersatzmassnahmen anzuordnen (Art. 18 Abs. 1ter NHG).

R 03 49Urteil vom 13. Februar 2004

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Mots-clés

forest lawspatial planninginterest balancingbiotope protectionenvironmental assessmentauthorization procedure