Scope of review on appeal against interim cost orders

PKG 2012 11Autre juridiction10 janv. 2012Confirmed

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Résumé

The case concerns an appeal to the cantonal court against a first-instance interim decision fixing court costs, allocating costs, and determining party compensation. The court held that such orders are typical discretionary decisions. On appeal under Art. 320 ZPO, the cantonal court may review both the facts and the law; incorrect legal application also encompasses inappropriateness. This gives the appellate court broader review powers than under the former Grisons procedural rule, while still requiring restraint when assessing appropriateness.

Regest

Art. 320 ZPO; scope of appellate review of discretionary interim orders on costs and party compensation. Decisions on court costs, cost allocation and compensation are discretionary rulings. On complaint under Art. 320 ZPO, the appellate court may examine both manifestly incorrect findings of fact and incorrect application of law; the latter includes inappropriateness as well as violations of written and unwritten law. The standard of review is free with respect to legal error, whereas review of appropriateness requires judicial restraint. The cantonal appellate authority thus enjoys broader cognizance than under the former Grisons procedural complaint regime, which was limited to legal violations.

Texte intégral

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11 – Im summarischenVerfahren auf Erlass vorsorglicher Massnahmenergangener Entscheidüber dieHöhe der Gerichtskosten, die Kostenverteilung und die Höhe der aussergerichtlichenEntschädigung. BeimWeiterzug sol- cherEntscheide desEinzelrichters amBezirksgericht mit- telszivilrechtlicher Beschwerdeans Kantonsgerichtkann gemäss Art. 320 ZPO die unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie die unrichtige Rechtsanwendung gerügtwerden, wobeiLetztere auchden Vorwurfder Un- angemessenheit umfasst. Die Kognitionsbefugnis des Kantonsgerichtsist somitin solchenFällen umfassender, alssie esseinerzeit beider Beschwerde****nach Art.232 der bündnerischen Zivilprozessordnungwar.

Aus den Erwägungen:

2. Entscheide über die Höhe der Gerichtskosten, die Kostenvertei- lung sowie die Höhe der aussergerichtlichen Entschädigung sind typische Ermessensentscheide. Gemäss Art. 320 ZPO kann mit Beschwerde die un- richtige Rechtsanwendung sowie die offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts gerügt werden. Der Begriff der unrichtigen Rechtsanwen- dung beinhaltet jeden Verstoss gegen das geschriebene und ungeschriebene Recht (Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zürich 2010, N. 3 zu Art. 320 ZPO; vgl. Spühler, in: Spühler/Tenchio/Infanger, Basler Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Basel 2010, N. 2 zu Art. 310 ZPO; Botschaft ZPO, 7372). Unrichtige Rechtsanwendung umfasst auch Unange- messenheit (Kurt Blickenstorfer, in: Brunner/Gasser/Schwander, DIKE- Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zürich/St. Gallen 2011, N. 5 zu Art. 310 ZPO). Unangemessenheit ist gegeben, wenn ein ge- richtlicher Entscheid, der auf sachlichen Kriterien beruht und die Grenzen der Ermessensausübung beachtet, unter Berücksichtigung der Gegebenhei- ten des konkreten Falles dennoch als unzweckmässig erscheint (Reetz/Thei- ler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizeri- schen Zivilprozessordnung, Zürich 2010, N. 36 zu Art. 310 ZPO; Schott, in: Niggli/Uebersax/Wiprächtiger, Basler Kommentar zum Bundesgerichtsge- setz, 2. Aufl., Basel 2011, N. 32 zu Art. 95 BGG). Die Rechtsmittelinstanz hätte folglich einen anderen, zweckmässigeren Entscheid getroffen, hätte sie anstelle der Vorinstanz zu entscheiden gehabt (Reetz/Theiler, a.a.O., N. 36 zu Art. 310 ZPO). Die Kognitionsbefugnis des Kantonsgerichts geht somit bei der Beschwerde nach Art. 320 ZPO weiter als diejenige bei der Beschwerde nach Art. 232 ZPO-GR, welche nur bei einer Gesetzesverletzung und damit

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nicht bei Unangemessenheit ergriffen werden konnte (Urteil der II. Zivil- kammer des Kantonsgerichts Graubünden ZK2 11 55 vom 13. Dezember 2011 E. 3). Das Kantonsgericht überprüft die Rüge der unrichtigen Rechts- anwendung nach Art. 320 ZPO mit freier Kognition (vgl. Freiburghaus/Af- heldt, a.a.O., N. 4 zu Art. 320 ZPO; Botschaft ZPO, 7372). Mit dieser Ände- rung kommt der Gesetzgeber Art. 111 Abs. 3 des Bundesgerichtsgesetzes (BGG; SR 173.110) nach, wonach die unmittelbare Vorinstanz des Bundes- gerichts mindestens die gleiche Kognition haben müsse, wie dem Bundesge- richt nach Art. 95 und 96 BGG zukommt (Kurt Blickenstorfer, a.a.O., N. 5 zu Art. 320 ZPO; vgl. Freiburghaus/Afheldt, a.a.O., N. 4 zu Art. 320 ZPO). Die Rechtsmittelinstanz hat bei der Überprüfung der Angemessenheit jedoch Zurückhaltung zu üben (Kurt Blickenstorfer, a.a.O., N. 5 zu Art. 320 ZPO). Unter diesen Gesichtspunkten ist die vorliegende Beschwerde zu prüfen.

ZK1 11 88Urteil vom 10. Januar 2012

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Mots-clés

costscost allocationparty compensationappellate reviewdiscretionappropriateness