Jurisdiction over complaints concerning requisitory seizure execution

KSK 2013 56Autre juridiction23 oct. 2013Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

Creditors challenged a seizure certificate issued in debt enforcement against the debtor and sought a renewed seizure, additional asset inquiries, and a criminal complaint. The Graubünden supervisory court held that complaints about the execution of a requisitory seizure by the requested office had to be brought before the Ticino supervisory authority, so those grievances were inadmissible in Graubünden. As to the Mesocco office, no delay or other fault was shown, and it had no duty to file a criminal complaint. The complaint was therefore dismissed insofar as it could be entered into. Costs of CHF 800 remained with the canton, and no party compensation was awarded.

Regeste Omnilex

Art. 4 and 89 SchKG; supervisory complaint against requisitory seizure execution: complaints concerning the modalities of the seizure by the requested office must be directed to the supervisory authority competent for that office. The requesting office is not responsible for the operational conduct of the seizure by the requested office and cannot be accused of delay where it promptly transmits the requisition. Nor is it required to file a criminal complaint for conduct, if any, occurring in the seizure procedure before the requested office. Under the SchKG fee provisions, the complaint proceedings are free of charge and no party compensation is awarded (consid. 1-4).

Texte intégral

Ref.:Chur, 23. Oktober 2013Schriftlich mitgeteilt am:

KSK 13 5624. Oktober 2013

Entscheid

Schuldbetreibungs- und Konkurskammer als Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs

Präsident Brunner

In der Schuldbetreibungs- und Konkursbeschwerde

des X._____, Gläubiger und Beschwerdeführer, und

des Y._____, Gläubiger und Beschwerdeführer,

beide vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Tobias Treyer, Gerbergasse 48, 4051 Basel,

gegen

die Pfändungsurkunde des Betreibungsamtes Mesocco vom 17. September 2013, in Sachen der Beschwerdeführer gegen Z._____, Schuldner und Beschwerdegegner,

betreffend Pfändung,

wird nach Einsichtnahme in die Aufsichtsbeschwerde vom 23. September 2013 samt mitgereichten Akten, in die Vernehmlassung des Betreibungsamtes Mesocco vom 3. Oktober 2013 sowie nach Feststellung und in Erwägung,

  • dass X._____ beim Betreibungsamt Mesocco eine Forderung von Fr. 330‘000.-- zuzüglich Zinsen und Kosten gegen Z._____ in Betreibung gesetzt hat (Betreibungs-Nr. _____),

  • dass Y._____ den gleichen Schuldner über das Betreibungsamt Mesocco für einen Betrag von Fr. 793‘800.-- zuzüglich Zinsen und Kosten betreiben lässt (Betreibungs-Nr. 20139052),

  • dass die beiden Gläubiger am 4. Juli 2013 beim Betreibungsamt Mesocco das Fortsetzungsbegehren gestellt haben,

  • dass die Gläubiger dem Betreibungsamt Mesocco am 4. April 2013 mitteilten, der Schuldner sei nur selten an seinem Wohnsitz in O.1_____ anzutreffen, sodass die Adresse der Arbeitgeberin des Schuldners in O.2_____ angegeben werde,

  • dass das Betreibungsamt Mesocco am 5. April 2013 das Betreibungsamt O.2_____ rechtshilfeweise um Vornahme der Pfändung in den beiden Betreibungen ersuchte,

  • dass nach gewissen Verzögerungen das Betreibungsamt O.2_____ am 4. September 2013 im Pfändungsprotokoll feststellte, dass der Schuldner zurzeit über keine Einkünfte verfüge,

  • dass daraufhin das Betreibungsamt Mesocco in beiden Betreibungen am 17. September 2013 die Verlustscheine im Sinne von Art. 115 und 149 SchKG ausstellte,

  • dass dagegen X._____ und Y._____ am 23. September 2013 beim Kantonsgericht von Graubünden als Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs Beschwerde einreichten mit dem Begehren, das Betreibungsamt Mesocco sei anzuweisen, nochmals die Pfändung zu Lasten des Schuldners Z.__________ vorzunehmen respektive vornehmen zu lassen und hierfür einlässlich die Einkommens- wie insbesondere Vermögensverhältnisse des vorgenannten Schuldners abzuklären bzw. abklären zu lassen; dass das Betreibungsamt Mesocco im Weiteren anzuweisen sei, zu Lasten des Schuldners Z.__________ Strafanzeige gemäss Art. 323 Ziff. 2 SchKG in Verbindung mit Art. 91 Abs. 1 Ziff. 2 SchKG zu erstatten,

  • dass zur Begründung der Beschwerde insbesondere auf angebliche Rechtsverzögerungen, welche das Betreibungsamt O.2_____ zusammen mit dem Betreibungsamt Mesocco verschuldet habe, hingewiesen wurde,

  • dass gemäss Art. 17 SchKG mit Ausnahme der Fälle, in denen dieses Gesetz den Weg der gerichtlichen Klage vorschreibt, gegen jede Verfügung eines Betreibungs- oder als Konkursamtes bei der Aufsichtsbehörde wegen Gesetzesverletzung oder Unangemessenheit Beschwerde geführt werden kann,

  • dass die Beschwerde innert der 10-tägigen Frist gemäss Art. 17 Abs. 2 SchKG eingereicht wurde,

  • dass die Beschwerdeführer nicht beanstanden, dass das Betreibungsamt Mesocco das Betreibungsamt O.2_____ rechtshilfeweise mit der Pfändung in den Betreibungen gegen Z._____ beauftragt hat,

  • dass die rechtshilfeweise Pfändung im Gesetz ausdrücklich vorgesehen ist (vgl. Art. 4 und Art. 89 SchKG),

  • dass das ersuchte Amt die Pfändung zu vollziehen hat, wie wenn es eine eigene Pfändung wäre und es nach dem Vollzug die Pfändungsurkunde dem ersuchenden Amt (nicht den Beteiligten) zu übermitteln hat,

  • dass das ersuchende Amt sodann den Inhalt der requisitorisch erstellten Pfändungsurkunde in die Originalpfändungsurkunde überträgt (vgl. André E. Lebrecht, in Staehelin/Bauer/Staehelin, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs I, 2. Aufl., Basel 2010, N 20 zu Art. 89 SchKG),

  • dass Beschwerden über die Modalitäten des Pfändungsvollzugs bei der Aufsichtsbehörde zu erheben sind, die für das ersuchte Amt zuständig ist (Lebrecht, ebenda, N 22 zu Art. 89 SchKG mit Hinweisen; Markus Roth/Fridolin Walther, in Staehelin/Bauer/Staehelin, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs I, 2. Aufl., Basel 2010, N 4 zu Art. 4 SchKG; Yolanta Kren Kostkiewicz/Hans Ulrich Walder, SchKG-Kommentar, 18. Aufl., Zürich 2012, N 3 zu Art. 4 SchKG und N 14 zu Art. 89 SchKG mit Hinweisen auf BGE 91 III 84 E. 1 und BGE 84 III 33 E. 2),

  • dass somit Rügen über den Ablauf der Pfändung bei der Aufsichtsbehörde des Kantons Tessin anzubringen sind und das Kantonsgericht von Graubünden auf diese Beschwerde nicht eintreten kann, soweit diese Rügen das Betreibungsamt O.2_____ betreffen,

  • dass dem Betreibungsamt Mesocco im Zusammenhang mit dem Pfändungsverfahren kein Vorwurf gemacht werden kann und insbesondere Rügen über Rechtsverzögerungen unangebracht sind, da das Betreibungsamt Mesocco unmittelbar nach Eingang des Fortsetzungsbegehrens am 5. Juli 2013 dem Betreibungsamt O.2_____ den Rechtshilfeauftrag erteilt hat,

  • dass somit auch allfällige Rechtsverzögerungen bei der Aufsichtsbehörde des Kantons Tessin zu rügen wären,

  • dass es auch nicht dem Betreibungsamt Mesocco obliegt, allfällige Strafanzeigen gegen den Schuldner einzureichen, da ein allenfalls gegebener Straftatbestand im Rahmen des Pfändungsverfahrens gesetzt worden wäre, welches vor dem Betreibungsamt O.2_____ ablief,

  • dass die Beschwerde somit abzuweisen ist, soweit sie das Betreibungsamt Mesocco betrifft,

  • dass gemäss Art. 61 Abs. 2 lit. a der Gebührenverordnung zum SchKG das Beschwerdeverfahren unentgeltlich ist, sodass die entsprechenden Kosten beim Kanton Graubünden verbleiben,

  • dass gemäss Art. 62 des Gebührentarifs im Beschwerdeverfahren keine Parteientschädigung zugesprochen werden darf,

  • dass dieser Entscheid in Anwendung von Art. 18 Abs. 3 GOG in einzelrichterliche Kompetenz ergeht, entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 800.-- verbleiben beim Kanton Graubünden.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 74 Abs. 2 lit. c/d des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 10 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an:

Mots-clés

debt enforcementseizuresupervisory complaintterritorial jurisdictionrequisitiondelaycosts

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the supervisory complaint was admissible before Graubünden concerning alleged defects in the execution of the requisitory seizure by the requested office.

Solution extraite

Complaints about the manner in which the requested office executed the seizure had to be brought before the supervisory authority of the canton of Ticino, not Graubünden.

Motifs extraits

Under Arts. 4 and 89 SchKG, the requested office executes the seizure as if it were its own; supervisory complaints concerning execution modalities must be filed where that office is supervised.

Question juridique clé

Whether the Mesocco debt enforcement office committed unlawful delay or had to order a new seizure and further asset inquiries.

Solution extraite

No fault could be attributed to the Mesocco office; it promptly issued the requisitory request after the continuation request, and any delay concerned the Ticino office.

Motifs extraits

The Mesocco office acted immediately after the continuation request and had no role in the later delay or in the factual execution of the seizure.

Question juridique clé

Whether the Mesocco office had to file a criminal complaint against the debtor under SchKG.

Solution extraite

The Mesocco office was not responsible for filing any criminal complaint, because any alleged offence would have arisen, if at all, in the seizure procedure carried out by the requested office.

Motifs extraits

A criminal complaint, if warranted, would relate to conduct occurring in the execution before the requested office, not before Mesocco.

Question juridique clé

How the costs of the supervisory complaint proceedings should be allocated.

Solution extraite

The proceedings were free of charge and the costs remained with the Canton of Graubünden; no party compensation was awarded.

Motifs extraits

The SchKG fee rules made the complaint procedure cost-free and excluded party compensation.

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