Invalidity pension refusal overturned for further medical assessment

c-530-2014Tribunal administratif fédéral / 3e division15 juil. 2014Partially Granted

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

A Bosnian and Herzegovinian claimant appealed the IVSTA's refusal of his invalidity pension. The Federal Administrative Court found that the medical file was insufficiently clarified; both the RAD and the IVSTA themselves considered a bidisciplinary psychiatric/internal medicine assessment necessary. The court therefore partly upheld the appeal, annulled the refusal, and remitted the matter to the IVSTA with instructions to obtain the required medical evidence and issue a new decision. No court costs were imposed, and the represented appellant was awarded CHF 800 in party compensation.

Regeste Omnilex

Art. 49 lit. b and Art. 61 Abs. 1 VwVG; incomplete establishment of decisive medical facts in social insurance proceedings. Where the file does not permit a reliable assessment of the insured person’s health and work capacity, the appealed decision must be annulled and the matter remitted for further evidentiary proceedings with binding instructions. A remittal counts as success for the appellant; consequently, no procedural costs are levied, and a represented successful appellant is entitled to party compensation under Art. 64 Abs. 1 VwVG and the VGKE.

Texte intégral

BVGer C-530/2014

Entscheiddatum: 15.07.2014Publikationsdatum: 25.07.2014

BundesverwaltungsgerichtTribunal administratif fédéralTribunale amministrativo federaleTribunal administrativ federal Abteilung IIIC-530/2014

Urteil vom 15. Juli 2014 Besetzung Richter Michael Peterli (Vorsitz),Richter Beat Weber, Richter David Weiss, Gerichtsschreiberin Lucie Schafroth. Parteien A._______, Bosnien und Herzegowina, vertreten durch lic. iur. Gojko Reljic, Rechtsberatung für Ausländer Go-Re-Ma, Quaderstrasse 18/2, 7000 Chur,Beschwerdeführer, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz . Gegenstand IV (Rente).

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA) mit Verfügung vom 17. Dezember 2013 das Leistungsbegehren von A._______ vom 30. Juli 2012 um Gewährung einer Rente der schweizerischen Invalidenversicherung abgewiesen hat (IV-act. 2 und 32),

dass A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer), vertreten durch lic. iur. Gojko Reljic, gegen diese Verfügung mit Eingabe vom 30. Januar 2014 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhoben und sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Gewährung einer ganzen Invalidenrente, eventualiter die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur erneuten Abklärung, beantragt hat,

dass die IVSTA mit Vernehmlassung vom 2. Juli 2014 unter Bezugnah­me auf die eingeholten Berichte des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) Rhone beantragte, die Beschwerde sei gutzuheissen, die ange­fochtene Verfügung aufzuheben und die Sache im Sinne der erwähn­ten Stellungnahmen an die Verwaltung zurückzuweisen,

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungs­gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 69 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG zuständig ist,

dass die IVSTA eine Vorinstanz gemäss Art. 33 lit. d VGG ist und vor­liegend keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt,

dass der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs­rechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist,

dass die Beschwerde im Übrigen - unter Berücksichtigung des Fristenstillstands während der Gerichtsferien - frist- und formgerecht eingereicht wurde (Art. 38 Abs. 4 und Art. 60 ATSG und Art. 52 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]), sodass auf die Beschwerde einzutreten ist,

dass die beurteilenden Ärzte des RAD Rhone in ihren Stellung­nahmen vom 20. Juni 2014 bzw. 25. Juni 2014 zuhanden der IVSTA aufgrund der vorliegenden medi­zinischen Unterlagen die Durchführung eines bidisziplinären psychiatrisch-allgemeinmedizinischen/internistischen Gutachtens in der Schweiz empfohlen haben (IV-act. 39),

dass sich die IVSTA mit Vernehmlassung vom 2. Juli 2014 der Beurteilung der RAD-Ärzte anschloss und damit sinnge­mäss fest­stellte, dass die Verfügung vom 17. Dezember 2013 auf einem mangelhaft eruierten medizinischen Sachverhalt beruhe und sich die Durchfüh­rung entsprechender medizinischer Abklärungen als notwen­dig erweise,

dass der Beschwerdeführer in der Beschwerde sinngemäss eventualiter die Rück­weisung der Sache an die Vorinstanz zur erneuten Abklärung beantragt,

dass nach Einsicht in die Akten für das Bundesverwaltungsgericht kei­ne Anhaltspunkte ersichtlich sind, weshalb dem übereinstimmenden (Eventual-)Antrag der Parteien nicht entsprochen werden sollte,

dass Art 49 Bst. b VwVG die unvollständige Feststellung des rechtser­heblichen Sachverhalts ausdrücklich als Beschwerdegrund nennt,

dass eine Sache gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG mit verbindlichen Wei­sungen an die Vorinstanz zurückgewiesen werden kann,

dass die Beschwerde demnach gutzuheissen, die angefochtene Verfü­gung vom 17. Dezember 2013 aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist (Art. 61 Abs. 1 VwVG), verbunden mit der Anweisung, die erforderlichen medizinischen Abklärungen durchführen zu lassen und anschliessend in der Sache neu zu verfügen (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4),

dass eine Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der beschwerde­führenden Partei gilt (BGE 132 V 215 E. 6),

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten zu erheben sind (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG),

dass dem vertretenen Beschwerdeführer gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes­verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine von der Vor­instanz zu entrichtende Parteientschädigung zuzusprechen ist,

dass die Parteientschädigung unter Berücksichtigung des gebotenen und aktenkundigen Aufwands auf Fr. 800.-- (inkl. Auslagen, exkl. MWST) festzusetzen ist.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

  1. Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 17. Dezember 2013 aufgehoben und die Sache mit der Weisung an die Vorinstanz zurückgewiesen wird, die erforderlichen medizinischen Abklärungen durchführen zu lassen und neu in der Sache zu verfügen.

  2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

  3. Dem Beschwerdeführer wird eine Parteientschädigung von Fr. 800.-- zugesprochen. Diese ist von der Vorinstanz nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zu leisten.

  4. Dieses Urteil geht an:

  •    den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; Beilagen: Doppel der Vernehm­lassung der Vorinstanz vom 2. Juli 2014 und IV-act. 36 - 39 in Kopie)
    
  •    die Vorinstanz (Ref-Nr.\_\_\_\_\_\_\_; Einschreiben)
    
  •    das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben)
    

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Michael Peterli Lucie Schafroth

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).

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Mots-clés

invalidity pensionmedical assessmentremittalincomplete fact findingparty compensationcourt costs

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the refusal of the invalidity pension had to be annulled because the medical facts were insufficiently established.

Solution extraite

The medical record was incomplete; further bidisciplinary psychiatric and internal medicine assessment was required, so the refusal had to be set aside and remitted.

Motifs extraits

Both the RAD physicians and IVSTA agreed that the existing file did not permit a reliable assessment of the claimant's condition. Under Art. 49(b) VwVG incomplete fact-finding is a valid ground of appeal, and Art. 61(1) VwVG allows remittal with binding instructions.

Question juridique clé

Whether court costs should be charged.

Solution extraite

No procedural costs were levied because the appeal succeeded through remittal.

Motifs extraits

Where the appeal is allowed and the matter remitted, no procedural costs are charged under Art. 63 VwVG.

Question juridique clé

Whether the appellant was entitled to party compensation.

Solution extraite

The appellant was awarded CHF 800 in party compensation payable by the IVSTA after the judgment becomes final.

Motifs extraits

A represented successful appellant is entitled to compensation under Art. 64 VwVG and the VGKE; the amount reflected the documented effort.

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