Invalidity pension denial annulled and remanded for further medical assessment

c-503-2012Tribunal administratif fédéral / 3e division24 sept. 2012Partially Granted

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Administrative Court upheld the appeal in part. It annulled the IVSTA’s decision refusing an invalidity pension and sent the case back for further medical clarification and a new administrative decision. The court noted that the psychiatric evidence did not adequately establish the impact of the appellant’s mental health complaints on work capacity, and an internal medical opinion was considered necessary. No court costs were charged. The represented appellant received CHF 2,200 in party compensation from the IVSTA.

Regeste Omnilex

Art. 49 lit. b and Art. 61 Abs. 1 VwVG; remand for incomplete fact-finding in social insurance matters: where the legally relevant medical facts are not sufficiently established, the appellate court may annul the contested decision and remit the case with binding instructions for further investigation and a new decision. A remand counts as success of the appellant for costs purposes; consequently, no procedural costs are levied and party compensation may be awarded under Art. 64 VwVG if necessary expenses were incurred.

Texte intégral

BVGer C-503/2012

Entscheiddatum: 24.09.2012Publikationsdatum: 15.10.2012

BundesverwaltungsgerichtTribunal administratif fédéralTribunale amministrativo federaleTribunal administrativ federal Abteilung IIIC-503/2012

Urteil vom 24. September 2012 Besetzung Richter Daniel Stufetti (Vorsitz),Richter Vito Valenti, Richterin Franziska Schneider, Gerichtsschreiberin Karin Wagner. Parteien X._______, vertreten durch Y._______, Zustelladresse: Z._______,Beschwerdeführer, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz . Gegenstand Invalidenrente, Verfügung der IVSTA vom 6. Dezember 2011.

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (im Folgenden: IVSTA oder Vorinstanz) mit Verfügung vom 6. Dezember 2011 das Gesuch von X._______ (im Folgenden: Beschwerdeführer), italienischer Staatsangehöriger, wohnhaft in Italien, um Gewährung einer Invalidenrente abwies (vgl. act. 1 / 2),

dass der Beschwerdeführer diese Verfügung mit Beschwerde vom 27. Januar 2012 anfocht und sinngemäss beantragte, die Verfügung sei aufzuheben und ihm sei weiterhin eine ganze Rente der Invalidenversicherung auszurichten, eventualiter sei die Sache zur Durchführung weiterer Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen (vgl. act. 1),

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung ersuchte,

dass die IVSTA mit Vernehmlassung vom 3. Juli 2012 unter Bezugnahme auf den Bericht des ärztlichen Dienstes der IV-Stelle vom 4. Mai 2012 (vgl. act. IVSTA 85) und 14. Juni 2012 (vgl. act. IVSTA 87) beantragte, die Beschwerde sei gutzuheissen, die ange­fochtene Verfügung aufzuheben und die Sache im Sinne der erwähn­ten Stellungnahme an die Verwaltung zurückzuweisen,

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungs­gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversi­cherung vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) zur Beurteilung von Be­schwerden gegen Verfügungen der IVSTA zuständig ist, und vorlie­gend keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt,

dass der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversi­cherungsrechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist,

dass die Beschwerde formgerecht und fristgerecht eingereicht wurde (Art. 52 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021], Art. 60 Abs. 1 ATSG) und somit auf die Beschwerde einzutreten ist,

dass Dr. H._______ des ärztlichen Dienstes der IV-Stelle in seiner Stellungnahme vom 4. Mai 2012 und 14. Juni 2012 darauf hinwies, dass aus dem psychiatrischen Gutachten von Dr. B._______ nicht hervorgehe, inwieweit die psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers seine Arbeitsfähigkeit einschränken würden und er das Einholen eines internistischen Gutachtens notwendig erachte,

dass sich die IVSTA in ihrer Stellungnahme vom 3. Juli 2012 der Beurteilung des ärztlichen Dienstes anschloss und sinngemäss beantragte, die Beschwerde sei gutzuheissen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache im Sinne der erwähnten Stellungnahme an die Verwaltung zurückzuweisen und damit sinngemäss feststellte, dass die Verfügung vom 6. Dezember 2011 auf einem mangelhaft eruierten medizinischen Sachverhalt beruhte und sich die Durchführung ergänzender medizinischer Abklärungen als notwendig erweist,

dass sich der Beschwerdeführer in seiner Replik vom 31. Juli 2012 dem Antrag der Vorinstanz anschloss,

dass nach Einsicht in die Akten für das Bundesverwaltungsgericht kei­ne Anhaltspunkte ersichtlich sind, weshalb dem übereinstimmenden Antrag der Parteien nicht entsprochen werden sollte,

dass Art 49 Bst. b VwVG die unvollständige Feststellung des rechtser­heblichen Sachverhalts ausdrücklich als Beschwerdegrund nennt,

dass eine Sache gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG mit verbindlichen Wei­sungen an die Vorinstanz zurückgewiesen werden kann,

dass die Beschwerde deshalb gutzuheissen, die angefochtene Verfü­gung vom 6 Dezember 2011 aufzuheben und die Sache zur ergänzenden Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts, zur allfälligen neuen Begutachtung und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist,

dass eine Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der Beschwerde führenden Partei gilt (BGE 132 V 215 E. 6),

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten auf­zuerlegen sind (Art. 63 Absätze 1 und 2 VwVG), womit das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gegenstandslos wird,

dass die Beschwerdeinstanz gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begeh­ren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnis­mässig hohe Kosten zusprechen kann,

dass dem vertretenen Beschwerdeführer unter Berücksichtigung des notwendigen Aufwandes eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 2'200.- (inkl. Auslagen, ohne Mehrwertsteuer [vgl. Art. 9 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 VGKE resp. Art. 1 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 8 des Mehrwertsteuergesetzes vom 2. September 1999 [MWSTG, SR 641.20]) auszurichten ist.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

  1. Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als die Verfügung vom 6. Dezember 2011 aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen wird, damit diese nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen über den Leistungsanspruch neu verfüge.

  2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

  3. Dem Beschwerdeführer wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung von Fr. 2'200.-- exkl. MwST zugesprochen.

  4. Dieses Urteil geht an:

  •    den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
    
  •    die Vorinstanz (Ref-Nr. \_\_\_\_\_\_; Gerichtsurkunde)
    
  •    Bundesamt für Sozialversicherungen
    

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Daniel Stufetti Karin Wagner

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).

Versand:

Mots-clés

invalidity pensionmedical evidenceremandwork capacityparty compensationcourt costs

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the denial of the invalidity pension should be annulled and the case remanded for further medical investigation.

Solution extraite

The appeal was upheld to the extent that the decision of 6 December 2011 was annulled and the case remanded to the IVSTA for additional fact-finding, possible new expert evidence, and a new decision on entitlement.

Motifs extraits

The medical record was incomplete; the psychiatric report did not sufficiently clarify how the psychological complaints affected work capacity, and an internal medical assessment was deemed necessary. Since both parties agreed, there was no reason to depart from the request for remand.

Question juridique clé

Whether court costs should be charged and whether the request for legal aid became moot.

Solution extraite

No court costs were imposed, and the legal-aid request became moot because the appellant was successful through remand.

Motifs extraits

A remand counts as success for the appealing party; therefore no procedural costs were to be levied.

Question juridique clé

Whether the appellant was entitled to party compensation.

Solution extraite

The appellant was awarded a lump-sum party compensation of CHF 2,200 excluding VAT, payable by the IVSTA.

Motifs extraits

As the represented and successful appellant had incurred necessary expenses, compensation under the procedural rules was appropriate.

Poursuivez vos recherches dans ChatGPT ou Claude

Connectez Omnilex pour rechercher dans le corpus juridique depuis votre assistant IA.