Invalidity pension revision annulled for incomplete medical findings

c-2972-2013Tribunal administratif fédéral / 3e division13 août 2013Modified

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The appellant challenged IVSTA’s decision of 17 April 2013 revoking her disability pension. In its response, IVSTA itself agreed that the medical record was insufficient and requested remittal for additional orthopedic, general medical and possibly psychiatric examinations. The Federal Administrative Court held that the facts had not been fully established and that the deficiency justified annulment of the decision. The appeal was therefore allowed, the decision annulled, the case remitted for new fact-finding and a fresh decision, no court costs were charged, and CHF 2,000 in party compensation was awarded to the appellant.

Regeste Omnilex

Art. 49 lit. b and Art. 61 Abs. 1 VwVG; incomplete establishment of the legally relevant facts in disability insurance revision proceedings justifies annulment of the administrative decision and remittal for additional evidence. Where the medical file is insufficiently clarified, the appellate court may not itself substitute a merits decision but must send the matter back for the necessary expert investigations and a new ruling. If the appeal succeeds, no procedural costs are levied under Art. 63 Abs. 2 VwVG; the successful represented party is entitled to party compensation under Art. 64 VwVG, to be fixed ex officio where no cost note is filed (Art. 9, 10, 14 VGKE).

Texte intégral

BVGer C-2972/2013

Entscheiddatum: 13.08.2013Publikationsdatum: 26.08.2013

BundesverwaltungsgerichtTribunal administratif fédéralTribunale amministrativo federaleTribunal administrativ federal Abteilung IIIC-2972/2013

Urteil vom 13. August 2013 Besetzung Richter Stefan Mesmer (Vorsitz),Richterin Elena Avenati-Carpani, Richter Francesco Parrino, Gerichtsschreiber Matthias Burri-Küng. Parteien A._______, vertreten durch Rechtsanwalt Patrick Thomann, Dornacher­strasse 10, Postfach, 4603 Olten ,Beschwerdeführerin, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz . Gegenstand Invalidenversicherung, Rentenrevision, Verfügung vom 17. April 2013.

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die Beschwerdeführerin am 24. Mai 2013 die Verfügung der IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA) vom 17. April 2013 betref­fend die revisionsweise Aufhebung ihres Anspruchs auf eine Rente der Inva­li­denversicherung (IV) beim Bundesverwaltungsgericht ange­foch­ten hat,

dass das Gericht gemäss Art. 31 VGG zur Beurteilung von Be­schwerden gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG zuständig ist, sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt,

dass die IVSTA als Vorinstanz gemäss Art. 33 Bst. d VGG zu gelten hat, und vorliegend keine Ausnahme von der Zuständigkeit aus­zumachen ist (vgl. auch Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG], SR 831.20), so dass das Gericht zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig ist,

dass auch die übrigen Prozessvoraussetzungen ohne Zweifel erfüllt sind, so dass auf die Beschwerde einzutreten ist,

dass die Vorinstanz am 11. Juli 2013 ihre Vernehmlassung vorgelegt und beantragt hat, die Beschwerde sei gutzuheissen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei im Sinne der Stel­lung­nahme ihres ärztlichen Dienstes vom 30. Juni 2013 an die Verwaltung zurückzuweisen,

dass der ärztliche Dienst (Dr. B._______) in seiner Stellungnahme festhält, aus medizinischer Sicht seien weitere fachärztliche, ortho­pädische, allgemeinmedizinische und allenfalls auch psychia­trische Abklärungen angezeigt,

dass die Beschwerdeführerin in der Beschwerde rügt, ihr Gesundheits­zustand sei medizinisch ungenügend abgeklärt worden, und daher eventualiter die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz beantragt,

dass damit nach übereinstimmender Auffassung der Parteien, welcher sich das Bundesverwaltungsgericht anschliessen kann, feststeht, dass die angefochtene Verfügung vom 17. April 2013 auf einer mangel­haft er­mit­telten tat­beständ­lichen Grundlage beruht,

dass Art. 49 Bst. b des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) die unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach­verhalts ausdrücklich als Be­schwerdegrund nennt,

dass die Beschwerde demnach gutzuheissen und die Sache zur Neu­beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist (Art. 61 Abs. 1 VwVG) mit der Anweisung, die erforderlichen zusätzlichen fach­ärzt­lichen (ortho­pädischen, allgemeinmedizinischen und psychia­trischen) Abklärungen durchführen zu lassen und anschliessend in der Sache neu zu ver­fügen,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten zu erheben sind (Art. 63 Abs. 2 VwVG),

dass der obsie­genden, anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin eine von der Vorinstanz zu ent­richtende Parteient­schädigung zuzusprechen ist (Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG),

dass die Parteientschädigung mangels Kostennote gemäss Art. 14 Abs. 2 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal­tungsgericht (VGKE, SR 173. 320.2) aufgrund der Akten zu bestimmen ist,

dass das einer Partei zu entschädigende Anwaltshonorar sich nach dem notwendigen Zeitaufwand des Vertreters bestimmt, wobei ein anwaltlicher Stundenansatz von Fr. 200.- bis Fr. 400.- geltend gemacht werden kann (Art. 10 VGKE),

dass im vorliegenden Verfahren das zu entschädigende Anwaltshonorar angesichts des aktenkundigen, notwendigen Anwaltsaufwands auf Fr. 2'000.- (einschliesslich Auslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist (Art. 64 VwVG in Verbindung mit Art. 9 und Art. 10 VGKE),

dass der Beschwerdeführerin die Vernehmlassung der Vorinstanz vom 11. Juli 2013 (samt Anfrage an den ärztlichen Dienst und dessen Stellungnahme vom 30. Juni 2013) zur Kenntnisnahme zuzustellen ist.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

  1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 17. April 2013 aufgehoben und die Sache mit der Weisung an die Vorinstanz zurückgewiesen wird, die erforderlichen zusätz­lichen fach­ärzt­lichen (ortho­pädischen, allgemeinmedizinischen und psychia­trischen) Abklärungen durchführen zu lassen und anschliessend neu zu verfügen.

  2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

  3. Der Beschwerdeführerin wird für das Beschwerdeverfahren eine Partei­ent­schädigung in der Höhe von Fr. 2'000.- zugesprochen, die von der Vorinstanz zu leisten ist.

  4. Dieses Urteil geht an:

  •    die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Beilage: Doppel der Vernehmlassung der Vorinstanz samt Anfrage an den ärztlichen Dienst und dessen Stellungnahme)
    
  •    die Vorinstanz (Ref-Nr. \_\_\_\_\_\_\_)
    
  •    das Bundesamt für Sozialversicherungen
    

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Stefan Mesmer Matthias Burri-Küng

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).

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Mots-clés

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Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the pension revision decision was based on an insufficiently established medical factual basis.

Solution extraite

Yes. The file did not contain sufficient medical clarification, so the decision had to be annulled and remitted for further expert assessment.

Motifs extraits

The parties agreed, and the court accepted, that further orthopedic, general medical and possibly psychiatric examinations were necessary; this constituted incomplete establishment of the legally relevant facts under Art. 49(b) VwVG.

Question juridique clé

Whether the case should be remitted for additional medical investigations and a new administrative decision.

Solution extraite

Yes. The case was sent back to the administration with instructions to obtain the additional expert assessments and then issue a new decision.

Motifs extraits

Under Art. 61(1) VwVG, remittal is appropriate where the factual basis is deficient and further clarification is required.

Question juridique clé

Whether court costs should be charged.

Solution extraite

No costs were imposed because the appellant succeeded.

Motifs extraits

Under Art. 63(2) VwVG, no procedural costs are levied when the appeal succeeds in these circumstances.

Question juridique clé

Whether the appellant was entitled to party compensation.

Solution extraite

Yes. The appellant received CHF 2,000 from the first-instance authority as compensation for the appeal proceedings.

Motifs extraits

As the appellant succeeded and was represented by counsel, compensation was awarded under Art. 64 VwVG and the VGKE, determined ex officio due to the absence of a cost note.

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