Mutual legal assistance appeal struck off after withdrawal

RR.2014.310,RR.2014.311Tribunal pénal fédéral / Chambre des recours10 févr. 2015Withdrawn

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

In a mutual legal assistance case concerning the transfer of bank records to Greece, the appellants appealed the Federal Prosecutor's disclosure order. After the Federal Prosecutor revoked that order, the appellants withdrew their appeal. The Criminal Appeals Chamber therefore struck the proceedings off as discontinued. It exceptionally waived a court fee and ordered the return of the CHF 5,000 cost advance.

Regeste Omnilex

Art. 63 Abs. 1 VwVG; withdrawal of an appeal in mutual legal assistance proceedings; cost consequences. Where the appellants withdraw the appeal, the appeal proceedings are ordinarily discontinued and the withdrawing party is treated as the losing party for costs. The court may exceptionally waive the fee under Art. 63 Abs. 1 second sentence VwVG. If no fee is levied, the paid cost advance is to be refunded. Consid. 2.

Texte intégral

Entscheid vom 10. Februar 2015 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, Roy Garré und Cornelia Cova, Gerichtsschreiber Miro Dangubic

Parteien

A. S.A.,

B.,

beide vertreten durch Rechtsanwalt Marc Hassberger, Beschwerdeführer

gegen

BUNDESANWALTSCHAFT, Beschwerdegegnerin

Gegenstand Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Griechenland

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG)

B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l

Ges c häft s n um m er: R R . 20 14. 31 0-311

  • 2 -

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • die griechischen Behörden mit verschiedenen Rechtshilfeersuchen betreffend die Bestechung von griechischen Beamten durch deutsche und russische Unternehmen bezüglich Lieferungen und Modernisierung von U-Booten des Typs 209 und 2014 sowie Lieferungen von russischen Raketen TOR M1 an die Schweiz gelangten (act. 1.3);

  • u.a. das Untersuchungsamt des Landgerichts Athen mit ergänzendem Rechtshilfeersuchen vom 20. Februar 2014 an die Schweiz gelangte und um Übermittlung von Beweismitteln, namentlich von Bankunterlagen, ersuchte (act. 1.3);

  • mit Verfügung vom 23. Juni 2014 die Bundesanwaltschaft (nachfolgend "BA") auf das griechische Rechtshilfeersuchen eintrat und mit Aktenbeizug vom 29. Juli 2014 die Unterlagen des Kontos Nr. 1, lautend auf A. S.A., bei der Bank C. zum Verfahren beizog (act. 1.3);

  • in der Folge die BA mit Schlussverfügung vom 22. Oktober 2014 die Herausgabe der genannten Bankunterlagen verfügte (act. 1.3);

  • A. S.A. und B., beide vertreten durch Rechtsanwalt Marc Hassberger, dagegen mit Beschwerde vom 24. November 2014 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangen (act. 1);

  • das Bundesamt für Justiz (nachfolgend "BJ") mit Vernehmlassung vom

  1. Dezember 2014 beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen, sofern darauf einzutreten sei (act. 15);
  • die BA mit Verfügung vom 22. Januar 2015 ihre Schlussverfügung vom
  1. Oktober 2014 widerrief (act. 17), weswegen die Beschwerdeführer die Beschwerde mit Schreiben vom 6. Februar 2015 zurückzogen (act. 20);
  • das Beschwerdeverfahren zufolge Rückzugs der Beschwerde als erledigt abzuschreiben ist;

  • der Beschwerdeführer, der seine Beschwerde zurückzieht, grundsätzlich als unterliegende Partei zu gelten und folglich gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b und Art. 37 Abs. 2 lit. a StBOG die Gerichtskosten zu tragen hat (s. zuletzt Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2013.276 vom 27. März 2014);

  • 3 -

  • vorliegend ausnahmsweise auf die Erhebung einer Gerichtsgebühr zu verzichten (Art. 63 Abs. 1 2. Satz VwVG) und der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 5'000.-- den Beschwerdeführern zurückzuerstatten ist.

  • 4 -

Demnach erkennt die Beschwerdekammer:

  1. Die Verfahren RR.2014.310-311 werden zufolge Rückzugs der Beschwerde als erledigt abgeschrieben.

  2. Auf die Erhebung einer Gerichtsgebühr wird verzichtet.

  3. Die Bundesstrafgerichtskasse wird angewiesen, den Beschwerdeführern den geleisteten Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 5'000.-- zurückzuerstatten.

Bellinzona, 11. Februar 2015

Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Vorsitzende: Der Gerichtsschreiber:

Zustellung an

  • Rechtsanwalt Marc Hassberger

  • Bundesanwaltschaft

  • Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe

  • 5 -

Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG).

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).

Mots-clés

mutual legal assistancewithdrawal of appealproceedings terminatedcost advancecourt feesbank recordsmootness

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal against the mutual legal assistance disclosure order should still be decided after withdrawal.

Solution extraite

The appeal proceedings were struck off as discontinued because the appellants withdrew the appeal.

Motifs extraits

Once the Federal Prosecutor revoked its disclosure order, the appellants withdrew the appeal; the court therefore treated the proceedings as concluded by withdrawal.

Question juridique clé

Whether a court fee should be levied after withdrawal of the appeal.

Solution extraite

No court fee was levied exceptionally.

Motifs extraits

Although a withdrawing appellant is generally treated as the losing party and bears costs, the court exercised its discretion under the Administrative Procedure Act to waive the fee in this case.

Question juridique clé

Whether the advance on costs should be refunded.

Solution extraite

The CHF 5,000 advance on costs had to be repaid to the appellants.

Motifs extraits

Because no court fee was charged, the amount already paid as an advance had to be returned.

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