Non-entry for failure to pay advance costs in mutual legal assistance

RR.2012.308Tribunal pénal fédéral / Chambre des recours16 janv. 2013Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

A. AG appealed against a Schlussverfügung ordering transmission of bank information to German authorities in an MLA matter. The Federal Criminal Court’s Appeals Chamber did not enter into the appeal because the appellant failed to pay the CHF 4,000 advance on costs by the deadline and did not request instalments or legal aid. It therefore declared the appeal inadmissible and imposed court costs of CHF 300 on the appellant.

Regeste Omnilex

Art. 63 Abs. 4 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG; non-payment of an ordered advance on costs within the set deadline leads to non-entry into the appeal if no payment facilities or legal aid are requested. The deadline is observed only if the amount is timely credited to the authority or to a Swiss postal or bank account (consid. 1). The unsuccessful appellant bears the court fee; its amount is determined under the Federal Criminal Court Cost Regulations and the applicable procedural rules (consid. 2).

Texte intégral

Entscheid vom 16. Januar 2013 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, Roy Garré und Cornelia Cova, Gerichtsschreiber Miro Dangubic

Parteien

A. AG,

Beschwerdeführerin

gegen

STAATSANWALTSCHAFT DES KANTONS SCHAFFHAUSEN,

Beschwerdegegnerin

Gegenstand Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Deutsch- land

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG)

B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l

Ges c häft s n um m er: R R . 20 12. 30 8

  • 2 -

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • die Staatsanwaltschaft Rostock ein Strafverfahren gegen B. wegen des Verdachts der unerlaubten Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke und des Verdachts des gewerbsmässigen schweren Betrugs führt (act. 2);

  • in diesem Zusammenhang die deutschen Behörden mit Rechtshilfeersu- chen vom 23. Juli 2012 an die Staatsanwaltschaft des Kantons Schaffhau- sen (nachfolgend "Staatsanwaltschaft") gelangten und unter anderem um Bankermittlung bei der Bank C. in Z. bezüglich des Kontos 1 ersuchten (act. 2);

  • die Staatsanwaltschaft mit Eintretensverfügung vom 15. August 2012 dem Rechtshilfeersuchen entsprach und die Bank C. unter anderem anwies, über das vorerwähnte Konto schriftlich Auskunft zu geben (act. 3);

  • mit Schlussverfügung vom 27. November 2012 die Staatsanwaltschaft die Herausgabe der schriftlichen Auskunft der Bank C., wonach das genannte Konto auf die A. AG lautet, an die ersuchende Behörde anordnete (act. 2);

  • gegen diese Schlussverfügung die A. AG mit Beschwerde vom 18. Dezem- ber 2012 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangte (act. 1);

  • die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 20. Dezember 2012 aufgefor- dert wurde, bis zum 2. Januar 2013 einen Kostenvorschuss von Fr. 4'000.-- zu leisten und darauf aufmerksam gemacht wurde, dass bei Säumnis auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (act. 5);

  • die Frist zur Bezahlung des Kostenvorschusses gewahrt ist, wenn der Be- trag rechtzeitig zu Gunsten der Behörde der schweizerischen Post überge- ben oder einem Post- oder Bankkonto in der Schweiz belastet worden ist (Art. 21 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG [SR 173.71]);

  • die Beschwerdeführerin bis dato den verlangten Kostenvorschuss nicht be- zahlt und weder um Zahlungserleichterung noch um die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ersucht hat;

  • auf die Beschwerde daher androhungsgemäss nicht einzutreten ist (Art. 63 Abs. 4 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG);

  • 3 -

  • die Beschwerdeführerin bei diesem Ausgang des Verfahrens kostenpflich- tig wird (Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 VwVG); für die Be- rechnung der Gerichtsgebühren das Reglement vom 31. August 2010 des Bundesstrafgerichts über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren (BStKR; SR 173.713.162) zur Anwendung gelangt (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 53 Abs. 2 lit. a StBOG); die Gerichtsge- bühr vorliegend auf Fr. 300.-- anzusetzen ist.

  • 4 -

Demnach erkennt die Beschwerdekammer:

  1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

  2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 300.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt.

Bellinzona, 16. Januar 2013

Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zustellung an

  • A. AG
  • Staatsanwaltschaft des Kantons Schaffhausen
  • Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe

Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG).

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).

Mots-clés

mutual legal assistanceadvance on costsnon-entrybank informationcourt feesappeal inadmissibility

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal could proceed despite non-payment of the required advance on costs.

Solution extraite

No; the appeal had to be declined because the appellant neither paid the advance on costs within the deadline nor requested instalments or legal aid.

Motifs extraits

The deadline is met only if the amount is timely credited to the authority or a Swiss postal/bank account; this did not occur, so non-entry followed the warning given.

Question juridique clé

Allocation of court costs after non-entry.

Solution extraite

The appellant had to bear the court fee, set at CHF 300.

Motifs extraits

Costs follow the outcome under the applicable provisions and the federal criminal court cost regulation.

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