Extradition appeal withdrawn; proceedings closed and costs imposed

RR.2009.278Tribunal pénal fédéral / Chambre des recours14 sept. 2009Withdrawn

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

Germany sought A.'s extradition for enforcement of a 10-month prison sentence. The Federal Office of Justice approved extradition, and A. appealed to the II. Criminal Chamber of the Federal Criminal Court. After failing to pay the requested cost advance, A. withdrew the appeal. The court therefore struck the proceedings off its docket as completed and imposed court costs of CHF 300 on him.

Regeste Omnilex

Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG in Verbindung mit Art. 30 lit. b SGG; withdrawal of an appeal in extradition proceedings renders the case moot and the proceedings are to be struck off as completed. The withdrawing appellant is, in principle, treated as the losing party and bears the court costs; the fee is assessed according to the applicable fee regulation.

Texte intégral

Entscheid vom 14. September 2009 II. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Cornelia Cova, Vorsitz, Andreas J. Keller und Stephan Blättler, Gerichtsschreiberin Santina Pizzonia

Parteien

A., Beschwerdeführer

gegen

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, FACHBEREICH AUS- LIEFERUNG, Beschwerdegegnerin

Gegenstand Auslieferung an Deutschland

Beschwerde gegen Auslieferungsentscheid (Art. 55 Abs. 1 IRSG)

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: RR.2009.278

  • 2 -

Die II. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass

  • das Justizministerium des Freistaates Thüringen mit Schreiben vom 9. Juni 2009 um Auslieferung des deutschen Staatsangehörigen A. ersucht hat, dies im Hinblick auf die Vollstreckung einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten aus einem rechtskräftigen Urteil des Amtsgerichts Sonderhausen vom
  1. Juni 2007 i.V.m. einem Widerrufsbeschluss desselben Gerichts vom
  2. Februar 2008 wegen Verletzung der Unterhaltspflicht;
  • das Bundesamt für Justiz (nachfolgend „Bundesamt“) bis anhin auf eine In- haftierung des Verfolgten verzichtet hat;

  • A. anlässlich einer Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft St. Gallen am 3. Juli 2009 erklärt hat, mit einer vereinfachten Auslieferung nicht ein- verstanden zu sein;

  • das Bundesamt am 23. Juli 2009 einen Entscheid erlassen und die Auslie- ferung von A. an Deutschland für die ihm im Auslieferungsersuchen vom

  1. Juni 2009 zur Last gelegten Straftaten bewilligt hat (act. 1.1);
  • A. gegen den Auslieferungsentscheid mit Beschwerde vom 24. August 2009 an die II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangt ist (act. 1);

  • der Beschwerdeführer am 26. August 2009 eingeladen wurde, bis zum

  1. September 2009 einen Kostenvorschuss von Fr. 3'000.00 zu leisten und er in nämlichen Schreiben darauf aufmerksam gemacht wurde, dass bei Säumnis auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (act. 3);
  • der Beschwerdeführer den verlangten Kostenvorschuss nicht bezahlt und mit Schreiben vom 10. September 2009 den Rückzug der Beschwerde er- klärt hat (act. 4);

  • der Beschwerdeführer, der seine Beschwerde zurückzieht, grundsätzlich als unterliegende Partei zu gelten und folglich gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG die Gerichtskosten zu tragen hat (Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2007.4 vom 6. März 2007 und RR.2007.70 vom

  1. Mai 2007);
  • für die Berechnung der Gerichtsgebühren das Reglement vom 11. Februar 2004 über die Gerichtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht zur Anwen- dung gelangt (SR 173.711.32; Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b

  • 3 -

SGG); die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 300.-- anzusetzen ist (Art. 3 des Reglementes).

  • 4 -

Demnach erkennt die II. Beschwerdekammer:

  1. Das Verfahren wird zufolge Rückzugs der Beschwerde als erledigt abge- schrieben.

  2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 300.00 wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

Bellinzona, 15. September 2009

Im Namen der II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Zustellung an

  • A.
  • Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung

Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG).

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).

Mots-clés

extraditionwithdrawal of appealcost advancecourt costsmutual legal assistanceproceedings terminated

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the extradition appeal should be closed after the appellant withdrew it.

Solution extraite

The proceedings were struck off as completed because the complaint had been withdrawn.

Motifs extraits

Once the appellant expressly withdraws the complaint, there is no longer a live appeal to decide, so the case is archived as terminated.

Question juridique clé

Who bears the court costs after withdrawal of the appeal.

Solution extraite

The appellant must pay the court fee of CHF 300.

Motifs extraits

A party who withdraws an appeal is generally treated as the losing party and must bear costs under the applicable procedural rules.

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