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BG.2015.31 ΓÇó Non-entry on inter-cantonal venue complaint
BG.2015.31Tribunal pénal fédéral / Chambre des recours13 août 2015Inadmissible
A. challenged a transfer decision by which the Frauenfeld public prosecutor took over a criminal case from Lenzburg-Aarau. The Federal Criminal Court held that her filing did not contain any venue-related request or reasoning and was in substance directed at having the criminal proceedings discontinued. Since such a decision falls to the prosecutor, the court lacked functional jurisdiction and did not enter into the complaint. No court fee was charged.
Art. 41 Abs. 1 und 2 StPO; Art. 40 Abs. 2 StPO; Art. 37 Abs. 1 StBOG: A complaint concerning inter-cantonal jurisdiction requires a clear request and reasoning directed at the challenged venue decision. Mere dissatisfaction with the criminal proceedings or arguments aimed at a discontinuance do not establish a cognizable venue complaint. Where the submission in substance seeks a dismissal of the prosecution, the Federal Criminal Court lacks functional competence, since such a decision is for the public prosecutor under Art. 319 Abs. 1 StPO. In the absence of an identifiable complaint will, the court shall not enter into the matter (consid. 1).
Beschluss vom 13. August 2015 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, Emanuel Hochstrasser und Andreas J. Keller, Gerichtsschreiber Miro Dangubic
Parteien A., Beschwerdeführerin
gegen
KANTON AARGAU, Oberstaatsanwaltschaft,
KANTON THURGAU, Generalstaatsanwalt- schaft,
Beschwerdegegner
Gegenstand Anfechtung des Gerichtsstands (Art. 41 Abs. 2 StPO)
B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l
Ges c häft s n um m er: B G .20 15 .31
Sachverhalt:
A. Mit Verfügung vom 27. Juli 2015 übernahm die Staatsanwaltschaft Frauen- feld von der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau das Strafverfahren gegen A. wegen öffentlichen Aufforderungen zu Verbrechen oder zur Gewalttätig- keit (Art. 259 StGB; act. 1.1).
B. In diesem Zusammenhang gelangte A. am 5. August 2015 an das Bun- desstrafgericht (act. 1.).
Es wurde kein Schriftenwechsel durchgeführt.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom- men.
Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1.1 Will eine Partei die Zuständigkeit der mit dem Strafverfahren befassten Be- hörde anfechten, so hat sie dieser unverzüglich die Überweisung des Falles an die zuständige Strafbehörde zu beantragen (Art. 41 Abs. 1 StPO). Be- schwerden, welche die interkantonale Zuständigkeit betreffen, werden von der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts beurteilt (Art. 41 Abs. 2 i.V.m. Art. 40 Abs. 2 StPO und Art. 37 Abs. 1 StBOG).
1.2 Voraussetzung jeder Beschwerde ist der Beschwerdewille. Es genügt nicht, dass der Betroffene mit einem Entscheid nicht zufrieden ist oder diesen kri- tisiert. Der Beschwerdewille kann auch aus Sinn und Gehalt der Beschwer- deschrift hervorgehen. Der Beschwerdeführer hat zum Ausdruck zu bringen, welche Änderung bzw. Aufhebung er beantragt und in welchem Sinne er die angefochtene Verfahrenshandlung geändert haben möchte (vgl. Beschluss des Bundesstrafgerichts BG.2013.22 vom 21. August 2013, E. 1.2).
1.3 Die Eingabe vom 5. August 2015 ist als "Beschwerde gegen den Straftatbe- stand von Art. 259 Abs. 1 StGB" betitelt und enthält keine Anträge. Gerichts-
standsrelevante Ausführungen sind nicht vorhanden; die Beschwerdeführe- rin nimmt die Übernahmeverfügung zum Anlass, um das gegen sie laufende Strafverfahren insgesamt in Frage zu stellen. Sie führt sinngemäss aus, dass sie ohne Vorsatz gehandelt habe und der Straftatbestand von Art. 259 StGB ihr unbekannt gewesen sei. Ihre Ausführungen sind somit eigentlich darauf ausgerichtet, die Einstellung des Strafverfahrens zu bewirken. Dieser Ent- scheid müsste aber von der Staatsanwaltschaft getroffen werden (Art. 319 Abs. 1 StPO), der Beschwerdekammer fehlt für diese Beurteilung die (funk- tionelle) Zuständigkeit (vgl. Beschluss des Bundesstrafgerichts BG.2013.22 vom 21. August 2013, E. 1.5).
1.4 Aus dem Gesagten geht hervor, dass mangels Zuständigkeit auf die Be- schwerde nicht einzutreten ist. Die Eingabe vom 5. August 2015 (act. 1) ist zuständigkeitshalber der Staatsanwaltschaft Frauenfeld weiterzuleiten.
Demnach erkennt die Beschwerdekammer:
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben.
Bellinzona, 13. August 2015
Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:
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Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.