Non-entry on complaint regarding appointment of defense counsel

BB.2011.77,BP.2011.34Tribunal pénal fédéral / Chambre des recours2 nov. 2011Inadmissible

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Résumé

The Federal Criminal Court’s I. Complaint Chamber dealt with a complaint against the Federal Prosecutor’s refusal to appoint B. as official defense counsel. After the prosecutor later appointed Bernard Rambert as necessary defense counsel, Rambert requested a stay of the complaint proceedings. The court rejected the stay request and held that the complaint was manifestly inadmissible because the appellant had not shown direct infringement of legally protected interests. It therefore did not enter into the complaint and imposed CHF 500 in court costs on the appellant, to be set off against the CHF 1,500 advance payment, with CHF 1,000 to be refunded.

Regest

Art. 390 Abs. 2 StPO; admissibility of a complaint against a prosecutorial decision on the appointment of defense counsel: the complainant must demonstrate a direct detriment to legally protected interests. If the pleading does not show such direct concern, the complaint is manifestly inadmissible and may be disposed of without further proceedings. A subsequent appointment of necessary defense counsel does not alter the lack of standing. Under Art. 428 Abs. 1 StPO, costs are borne by the unsuccessful complainant; advances are to be offset accordingly.

Texte intégral

Beschluss vom 2. November 2011 I. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Tito Ponti, Vorsitz, Emanuel Hochstrasser und Joséphine Contu, Gerichtsschreiberin Sarah Wirz

Parteien

A., vertreten durch Rechtsanwalt Bernard Rambert,

Beschwerdeführer

gegen

BUNDESANWALTSCHAFT, Beschwerdegegnerin

Gegenstand Zulassung der Verteidigung (Art. 127 Abs. 2-5 i.V.m. Art. 129 StPO)

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: BB.2011.77 und BP.2011.34

  • 2 -

Die I. Beschwerdekammer hält fest, dass:

  • die Bundesanwaltschaft mit Verfügung vom 19. Juli 2011 den vom Be- schuldigten A. gestellten Antrag, es sei RA Dr. iur. B. als amtlicher Vertei- diger einzusetzen, wiedererwägungsweise erneut abwies (act. 1.1);

  • RA B. gegen die Verfügung der Bundesanwaltschaft vom 19. Juli 2011 als Vertreter des Beschuldigten A. mit Eingabe vom 26. Juli 2011 Beschwerde einreichte (act. 1);

  • die Bundesanwaltschaft dem Beschuldigten A. mit Verfügung vom 6. Okto- ber 2011 RA Bernard Rambert als notwendigen Verteidiger beigab (act. 29);

  • RA Rambert als notwendiger Verteidiger des Beschuldigten A. mit Eingabe vom 27. Oktober 2011 beantragt, das vorliegende Beschwerdeverfahren sei zu sistieren (act. 35);

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • die Beschwerde durch einen Vertreter des Beschwerdeführers eingereicht wurde, der aufgrund eines latenten Interessenkonflikts vom vorliegenden Verfahren ausgeschlossen ist;

  • dem Beschwerdeführer deshalb für das vorliegende Verfahren gestützt auf Art. 130 StPO ein notwendiger Verteidiger zur Seite gestellt werden muss- te;

  • der Sistierungsantrag des notwendigen Verteidigers des Beschwerdefüh- rers vom 27. Oktober 2011 abzuweisen ist;

  • weder der Beschwerdeschrift vom 26. Juli 2011 (act. 1) noch der Stellung- nahme vom 27. Oktober 2011 (act. 35) entnommen werden kann, inwiefern der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung in seinen recht- lich geschützten Interessen direkt betroffen sein soll (vgl. BGE 135 II 145, E. 6.2), die Beschwerde damit zumindest als offensichtlich unzulässig ein- zustufen und ohne Weiterungen darauf nicht einzutreten ist (Art. 390 Abs. 2 StPO);

  • 3 -

  • bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO);

  • die Gerichtsgebühr auf Fr. 500.-- festgesetzt wird (Art. 73 StBOG und Art. 5 und Art. 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom

  1. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bun- desstrafverfahren, BStKR; SR 173.713.162); unter Anrechung des geleiste- ten Kostenvorschusses in der Höhe von Fr. 1'500.--, womit die Bundes- strafgerichtskasse dem Beschwerdeführer Fr. 1'000.-- zurückzuerstatten hat.
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Demnach erkennt die I. Beschwerdekammer:

  1. Der Sistierungsantrag des Beschwerdeführers vom 27. Oktober 2011 wird abgewiesen.

  2. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

  3. Die Gerichtsgebühr in Höhe von Fr. 500.-- wird dem Beschwerdeführer auf- erlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1’500.-- verrechnet. Die Bundesstrafgerichtskasse hat dem Beschwerdeführer Fr. 1'000.-- zu- rückzuerstatten.

Bellinzona, 3. November 2011

Im Namen der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Zustellung an

  • Rechtsanwalt Bernard Rambert
  • Bundesanwaltschaft

Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.

Mots-clés

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