Non-entry on complaint against witness summonses

BB.2006.63Tribunal pénal fédéral / Chambre des recours20 sept. 2006Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The accused challenged two witness summonses issued by the investigating authority in an investigation for negligent homicide and bodily injury, arguing that the defence had not been consulted and requesting annulment and suspensive effect. The Federal Criminal Court held that he had been notified in due time, that he had no right to demand postponement or coordination of the hearing dates, and that it was up to him to arrange personal attendance or representation. The complaint was therefore not entered into. The request for suspensive effect became moot, and court costs of CHF 500 were charged to the appellant.

Regeste Omnilex

Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 32 Abs. 2 BV, Art. 6 Ziff. 3 lit. a EMRK; witness examinations and party participation: the right of the accused to attend witness hearings is generally satisfied by timely notification and the possibility to appear and put supplementary questions. It does not confer a right to have the hearing date coordinated with the defence or to obtain a postponement. The duty to organize attendance or adequate representation lies with the accused; the validity of the procedural act is not affected by whether he actually makes use of the opportunity. Where the complaint is manifestly unfounded, non-entry is appropriate (consid. 5).

Texte intégral

Entscheid vom 20. September 2006 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, Bernard Bertossa und Tito Ponti, Gerichtsschreiberin Petra Williner

Parteien A., vertreten durch Rechtsanwalt Bernhard Gehrig,

Beschwerdeführer

gegen

SCHWEIZERISCHE BUNDESANWALTSCHAFT,

Beschwerdegegnerin

Vorinstanz EIDGENÖSSISCHES UNTERSUCHUNGSRICH- TERAMT,

Gegenstand Beschwerde betreffend Verletzung von Parteirechten und aufschiebende Wirkung (Art. 214 Abs. 1 und 218 BStP)

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: BB.2006.63

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Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass

  • das Eidgenössische Untersuchungsrichteramt (nachfolgend „Untersuchungs- richteramt“) gegen A. und weitere Beschuldigte wegen fahrlässigen Tötungs- und Körperverletzungsdelikten eine Voruntersuchung führt (act. 1.1);

  • das Untersuchungsrichteramt am 11. September 2006 B. als Zeuge auf den

  1. September 2006, 09:00 Uhr (act. 1.1) und C. als Zeuge auf den 28. Sep- tember 2006, 13:30 Uhr (act. 1.2) vorlud;
  • diese Vorladungen dem Verteidiger von A. in Kopie zugestellt wurden (act. 1.1 und 1.2);

  • A. gegen diese Vorladungen mit Beschwerde vom 18. September 2006 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangt und unter Kosten- und Entschädigungsfolgen verlangt, die Vorladungen seien aufzuheben und das Untersuchungsrichteramt sei anzuweisen, die erneute Vorladung der beiden Zeugen mit der Verteidigung abzusprechen; überdies sei der Be- schwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen (act. 1);

  • mit Blick auf den Ausgang des Verfahrens auf die Durchführung eines Schrif- tenwechsels verzichtet wurde (Art. 219 Abs. 1 BStP);

  • dem Beschuldigten nach Art. 29 Abs. 2 und 32 Abs. 2 BV sowie Art. 6 Ziff. 3 lit. a EMRK in der Regel mindestens einmal Gelegenheit zu geben ist, den Einvernahmen von Zeugen beizuwohnen und Ergänzungsfragen zu stellen (HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, S. 252 N. 6);

  • die zur Anwesenheit berechtigten Personen von Verhandlungsterminen rechtzeitig zu benachrichtigen sind, wobei sie aber keinen Anspruch auf Ver- schiebung der Tagfahrt haben (HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, a.a.O., S. 396 N. 20; vgl. TPF BB.2006.43 vom 14. September 2006 E. 5.2, BK_B 016/04 [8G.26/2004] vom 27. Mai 2004 E. 3.5);

  • A. vorliegend vom Untersuchungsrichteramt rund zwei Wochen vor den Ein- vernahmen und mithin rechtzeitig über die konkret anberaumten Zeugenein- vernahmen in Kenntnis gesetzt wurde, nachdem er bereits am 4. Septem- ber 2006 über die geplanten Einvernahmedaten informiert worden war (act. 1.8);

  • A. keinen Anspruch auf Verschiebung dieser Termine hat;

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  • es A. überlassen bleibt, ob er die ihm eingeräumte Gelegenheit zur Teilnah- me an den Einvernahmen wahrnehmen will oder nicht;

  • es ausschliesslich ihm obliegt, sich so zu organisieren, dass er den Einver- nahmen persönlich beiwohnen kann oder für eine angemessene Vertretung gesorgt ist;

  • im Übrigen der Anspruch auf rechtliches Gehör formeller Natur ist (vgl. BGE 125 I 113, 118 E. 3), die zur Frage stehenden Prozesshandlungen deshalb in ihrer Gültigkeit nicht berührt werden, ungeachtet der Tatsache, ob der Be- rechtigte von seinem Recht Gebrauch mache oder nicht (vgl. HAU- SER/SCHWERI/HARTMANN, a.a.O., S. 251 N. 4);

  • sich die Beschwerde nach dem Gesagten zum Vorneherein als unbegründet erweist und somit das Beschwerdeverfahren ohne Weiterungen durch Nicht- eintretensentscheid zu erledigen ist (Art. 219 Abs. 1 BStP; vgl. TPF BB.2005.43 vom 7. Juli 2005 E. 5);

  • das Gesuch um aufschiebende Wirkung damit gegenstandslos wird;

  • bei diesem Ausgang des Verfahrens A. die Kosten desselben zu tragen hat (Art. 245 BStP i.V.m. Art. 156 Abs. 1 OG), wobei die Gerichtsgebühr auf Fr. 500.-- anzusetzen ist (Art. 3 des Reglements vom 11. Februar 2004 über die Gerichtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht; SR 173.711.32);

  • 4 -

und erkennt:

  1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

  2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

Bellinzona, 21. September 2006

Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Zustellung an

  • Rechtsanwalt Bernhard Gehrig
  • Schweizerische Bundesanwaltschaft
  • Eidgenössisches Untersuchungsrichteramt

Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.

Mots-clés

witness summonsparty rightsright to be heardsuspensive effectnon-entrycriminal investigationcosts

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the witness summonses had to be annulled because the defence was not consulted on the hearing dates

Solution extraite

No. The accused had been informed in good time and had no entitlement to have the dates rearranged or to insist on prior coordination with the defence.

Motifs extraits

The right to attend witness examinations is generally ensured by timely notice and at least one opportunity to be present and ask supplementary questions. That right does not include a claim to postpone the hearing date. The accused must organize his attendance or representation himself.

Question juridique clé

Whether suspensive effect should be granted to the complaint

Solution extraite

The request became moot once the court decided not to enter into the complaint.

Motifs extraits

Because the complaint was not entered into, there was no need to decide on provisional suspension.

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