Revision request dismissed for unpaid advance

DG.2018.1Tribunal supérieur / Juge unique5 mars 2018Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

A party applied for revision of an appellate judgment and was ordered to pay an advance of CHF 600 after the request for free legal aid was refused. She did not pay within the original deadline or the non-extendable grace period. The court held that the second order had been validly served under the postal-deeming rule, notwithstanding a postal hold instruction, and therefore the grace period expired on 26 February 2018. As the advance remained unpaid, the court declined to enter into the revision request and waived court costs.

Regeste Omnilex

Art. 101 Abs. 3 ZPO; Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO; non-payment of an ordered advance within a non-extendable grace period leads to non-entry. A registered postal item not collected is deemed served on the seventh day after the unsuccessful delivery attempt if service had to be expected; a postal hold instruction does not alter the statutory collection period. The decisive point is the expiry of the grace period, not the party's actual access to the letter, provided the deeming conditions are met (consid. 1).

Texte intégral

Appellationsgericht

des Kantons Basel-Stadt

Einzelgericht

DG.2018.1

ENTSCHEID

vom 5. März 2018

Mitwirkende

lic. iur. André Equey

und Gerichtsschreiber Dr. Alexander Zürcher

Parteien

A____ Gesuchstellerin

[...]

gegen

B____ Gesuchsgegner

[...]

vertreten durch [...], Advokat,

[…]

Gegenstand

Revision des Entscheids des Appellationsgericht

vom 21. Juli 2017 (ZB.2016.19)

Erwägungen

A____ (Gesuchstellerin) hat am 19. Dezember 2017 (Postaufgabe: 20. Dezember 2017) um Revision des Entscheids des Appellationsgerichts Basel-Stadt vom 21. Juli 2017 ersucht. Mit prozessleitender Verfügung vom 4. Januar 2018 hat der Instruktionsrichter ihr Gesuch um unentgeltliche Prozessführung abgewiesen und ihr eine nicht erstreckbare Frist bis zum 5. Februar 2018 gesetzt zur Leistung eines Kostenvorschusses von CHF 600.–. Nachdem die Gesuchstellerin den Kostenvorschuss nicht geleistet hatte, ist ihr mit Verfügung vom 9. Februar 2018 eine nicht erstreckbare Nachfrist bis zum 26. Februar 2018 gesetzt worden. Auch innert dieser Nachfrist hat die Gesuchstellerin den Kostenvorschuss nicht geleistet. Auf das Revisionsgesuch ist daher im Einklang mit Art. 101 Abs. 3 der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO, SR 272) nicht einzutreten.

Daran ändert nichts, dass gemäss Mitteilung der Schweizerischen Post vom 21. Februar 2018 die per Einschreiben versandte Verfügung vom 9. Februar 2018 bis dahin wegen eines von der Gesuchstellerin erteilten Rückbehaltungsauftrags bis zum 6. März 2018 nicht abgeholt worden ist. Nach der Zustellfiktion von Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO gilt eine eingeschriebene Postsendung, die nicht abgeholt worden ist, am siebten Tag nach dem erfolglosen Zustellungsversuch als zugestellt, sofern der Adressat bzw. die Adressatin mit einer Zustellung rechnen musste. Ein Auftrag an die Post, die Sendung wegen längerer Abwesenheit zurückzubehalten, ändert nichts an der siebentägigen Abholfrist (Staehelin, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, Zürich/ Basel/Genf 2016, Art. 138 N 8; BEZ.2014.11 vom 9. April 2014 E. 2.1 mit Hinweisen). Im Sendungsnachverfolgungsnachweis der Post ist am 13. Februar 2018 "Zur Abholung gemeldet (Abholungseinladung) Frist bis 20.02.2018" vermerkt. Somit ist davon auszugehen, dass am 13. Februar 2018 ein erfolgloser Zustellungsversuch stattgefunden hat. Die siebentätige Abholungsfrist hat damit am 20. Februar 2018 geendet. Dass die Gesuchstellerin mit gerichtlichen Zustellungen rechnen musste, ist, nachdem sie mit ihrem Revisionsgesuch vom 19. Dezember 2017 selber ein Gerichtsverfahren in Gang gesetzt hatte, unbestreitbar. Folglich gilt die Verfügung vom 9. Feb-ruar 2018 als am 20. Februar 2018 zugestellt. Demzufolge ist der Gesuchstellerin mit der Verfügung vom 9. Februar 2018 wirksam eine Nachfrist bis zum 26. Februar 2018 zur Leistung des Kostenvorschusses gesetzt worden. Hat die Gesuchstellerin bis zum 26. Februar 2018 keinen Kostenvorschuss geleistet, kann auf ihr Revisionsgesuch nicht eingetreten werden (Art. 101 Abs. 3 ZPO). Auf die Erhebung von Gerichtskosten wird verzichtet.

Demgemäss erkennt das Appellationsgericht (Einzelgericht):

://: Auf das Gesuch um Revision des Entscheids des Appellationsgerichts vom 21. Juli 2017 (ZB.2016.19) wird nicht eingetreten.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Mitteilung an:

Gesuchstellerin

Gesuchsgegner

Appellationsgericht Basel-Stadt

APPELLATIONSGERICHT BASEL-STADT

Der Gerichtsschreiber

Dr. Alexander Zürcher

Rechtsmittelbelehrung

Gegen diesen Entscheid kann unter den Voraussetzungen von Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) innert 30 Tagen seit schriftlicher Eröffnung Beschwerde in Zivilsachen erhoben werden. In vermögensrechtlichen Angelegenheiten gilt dies nur dann, wenn der Streitwert die Beschwerdesumme gemäss Art. 74 Abs. 1 lit. a oder b BGG erreicht (CHF 15'000.– bei Streitigkeiten aus Miete oder Arbeitsverhältnis bzw. CHF 30'000.– in allen übrigen Fällen) oder wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt. Die Beschwerdeschrift ist fristgerecht dem Bundesgericht (1000 Lausanne 14) einzureichen. Für die Anforderungen an deren Inhalt wird auf Art. 42 BGG verwiesen. Über die Zulässigkeit des Rechtsmittels entscheidet das Bundesgericht.

Ob an Stelle der Beschwerde in Zivilsachen ein anderes Rechtsmittel in Frage kommt (z.B. die subsidiäre Verfassungsbeschwerde an das Bundesgericht gemäss Art. 113 BGG), ergibt sich aus den anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen. Wird sowohl Beschwerde in Zivilsachen als auch Verfassungsbeschwerde erhoben, sind beide Rechtsmittel in der gleichen Rechtsschrift einzureichen.

Mots-clés

revisioncourt advancenon-entrydeemed servicepostal hold instructioncivil procedure

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the revision request must be entered into despite non-payment of the court advance

Solution extraite

No. Because the applicant failed to pay the required advance even by the non-extendable grace period, the court could not entertain the revision request.

Motifs extraits

Art. 101(3) CPC allows non-entry when a party does not pay the requested advance within the set time limit. The applicant had been validly set a grace period and still paid nothing.

Question juridique clé

Whether the second order setting the grace period was validly served despite the applicant's postal hold instruction

Solution extraite

Yes. The order was deemed served on the seventh day after the failed delivery attempt; a postal hold instruction does not extend the statutory collection period.

Motifs extraits

Under Art. 138(3)(a) CPC, an uncollected registered letter is deemed served on the seventh day after the unsuccessful delivery attempt if service was to be expected. The postal tracking showed an attempted delivery on 13 February 2018, so service was deemed completed on 20 February 2018.

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