Security detention proportionality and expected sentence

350 12 436Tribunal pénal / Chambre pénale9 oct. 2012Granted

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Basel-Landschaft compulsory measures court considered whether the accused’s continued pre-trial security detention was proportionate until the criminal trial. It held that proportionality must take account of the likely form of punishment, but that the possibility of a conditional or partially conditional sentence does not by itself preclude detention. Since it could not readily be assumed that the case would end in a fine and the accused himself expected a prison sentence of 4-5 months, the detention remained proportionate.

Regeste Omnilex

Art. 212 StPO, Art. 41 Abs. 1 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB; proportionality of security detention in light of the expected type of sentence. In assessing proportionality of detention, the court must consider whether the expected sanction is a fine, imprisonment or community service; however, the mere possibility of a conditional or partly conditional custodial sentence does not exclude detention. Where, due to special circumstances, it cannot readily be assumed that the judgment will result in a fine, continued detention may be ordered notwithstanding a prospective custodial sentence of limited duration. The decisive factor is whether, overall, detention remains proportionate until trial (consid. 2.3.2).

Texte intégral

Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts vom 9. Oktober 2012 (350 12 436)

Anordnung Sicherheitshaft Verhältnismässigkeit

Bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit ist zu berücksichtigen, ob eine Strafe in Form einer Geldstrafe, einer Freiheitsstrafe oder gemeinnütziger Arbeit vollzogen wird. Wenn aufgrund besonderer Umstände nicht ohne Weiteres davon ausgegangen werden kann, dass eine Verurteilung zu einer Geldstrafe erfolgen wird, kann Sicherheitshaft angeordnet werden.

Zwangsmassnahmengericht Basel-Landschaft www.bl.ch/zmg

9. Oktober 2012

Erwägungen

2.3.2(…) Die Aufrechterhaltung der strafprozessualen Haft in Form von Sicherheitshaft ist somit unter diesem Gesichtspunkt verhältnismässig. Da die Gerichtsverhandlung vor Strafgericht am xx..yy.2012 stattfindet und auch der Beschuldigte im Falle einer Verurteilung mit einer Freiheitsstrafe von 4-5 Monaten ausgeht, ist die Untersuchungshaft bis zur Durchführung der Hauptverhandlung verhältnismässig, zumal es für die Beurteilung der Verhältnismässigkeit der Haft grundsätzlich keine Rolle spielt, ob für die in Aussicht stehende Freiheitsstrafe allenfalls der bedingte oder teilbedingte Vollzug gewährt wird (UlrichWeder, in: Andreas Donatsch / Thomas Hansjakob / Viktor Lieber [Herausgeber], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Zürich 2010, Art. 212 N 15 ff.; GianfrancoAlbertini/ ThomasArmbruster, in: Marcel Alexander Niggli / Marianne Heer / Hans Wiprächtiger [Herausgeber], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Jugendstrafprozessordnung, Basel 2011, Art. 212 N 12 ff.). Bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit ist allerdings zu berücksichtigen, ob eine Strafe in Form einer Geldstrafe, einer Freiheitsstrafe oder gemeinnütziger Arbeit vollzogen wird (UlrichWeder, in: Andreas Donatsch / Thomas Hansjakob / Viktor Lieber [Herausgeber], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Zürich 2010, Art. 212 N 22; Beschluss des Kantonsgerichts vom 4. September 2012, 470 12 169). Das Gericht kann auf eine vollziehbare Freiheitsstrafe von weniger als 6 Monaten erkennen, wenn die Voraussetzungen für eine bedingte Strafe nicht gegeben sind und zu erwarten ist, dass eine Geldstrafe oder gemeinnützige Arbeit nicht vollzogen werden kann (Art. 41 Abs. 1 StGB). Gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB wird der Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von mindestens 6 Monaten aufgeschoben, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Somit muss eine ungünstige Prognose vorliegen, wenn der bedingte Vollzug einer Strafe verweigert werden soll (BGE 134 IV 53 E. 3.3.1). Im vorliegenden Fall kann aufgrund der besonderen Umstände nicht ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass eine Verurteilung zu einer Geldstrafe erfolgen wird, d.h. dass nicht von einer schlechten Prognose ausgegangen wird. Der Beschuldigte hat in seiner Stellungnahme selber ausgeführt, dass er den Einbruch begangen hat, um sich etwas leisten zu können, was über die Versorgung als Asylbewerber hinausging, z.B. den Kauf von Drogen oder die Unterstützung seiner kranken Mutter.

Mots-clés

security detentionproportionalitypre-trial custodyexpected sentenceconditional sentenceprognosis

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether continued security detention until the main hearing was proportionate.

Solution extraite

Yes. In the concrete circumstances, continued detention was proportionate pending the criminal trial.

Motifs extraits

The court held that proportionality depends on the likely form of punishment and that detention may remain proportionate even if a conditional or partially conditional sentence is possible. Because it could not be readily assumed that a conviction would lead to a fine, and because the accused himself anticipated a prison sentence of 4-5 months, detention until trial remained proportionate.

Poursuivez vos recherches dans ChatGPT ou Claude

Connectez Omnilex pour rechercher dans le corpus juridique depuis votre assistant IA.