Appeal dismissed for insulting and non-compliant wording

U 616/06Tribunal fédéral18 avr. 2007Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

Z. challenged a cantonal dismissal of his complaint for denial and delay of justice against SUVA. The Federal Court first ordered him to revise his appeal because it contained insulting expressions. He refused to do so and maintained the wording. The Court held that such language grossly violated the required decorum and that freedom of expression does not protect defamatory or unnecessarily harsh statements in court submissions. It therefore did not enter into the administrative appeal and imposed court costs of CHF 500 on Z.

Regeste Omnilex

Art. 30 Abs. 3 OG, Art. 31 Abs. 1 OG, Art. 108 OG; non-entry for failure to submit a procedurally admissible appeal after a warning to remove insulting and indecent language. Freedom of expression in judicial proceedings is limited: it does not protect false factual allegations, defamatory assertions, or expressions exceeding what is necessary for the case (consid. 2). If, despite an explicit and non-extendable deadline, the party refuses to cure such defects, the appeal is inadmissible under Art. 108 Abs. 3 OG. Purely procedural disputes are costs-bearing, so court costs may be charged to the unsuccessful appellant (consid. 3).

Texte intégral

{T 7}
U 616/06

Urteil vom 18. April 2007
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Widmer, Leuzinger,
Gerichtsschreiber Grunder.

Parteien
Z.________, 1976, Beschwerdeführer,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), Fluhmattstrasse 1, 6004 Luzern, Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Unfallversicherung,

Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern vom 13. Dezember 2006.

In Erwägung,
dass das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern mit Entscheid vom 13. Dezember 2006 eine von Z.________ (geboren 1976) eingereichte, gegen die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gerichtete Rechtsverzögerungs- und Rechtsverweigerungsbeschwerde abwies, soweit darauf einzutreten war,
dass Z.________ hiegegen mit Eingabe vom 24. Dezember 2006 Verwaltungsgerichtsbeschwerde führte,
dass die Instruktionsrichterin diese Eingabe mit Verfügung vom 9. Januar 2007 wegen Äusserungen ungebührlichen Inhalts an Z.________ gemäss Art. 30 Abs. 3 OG zur Umänderung innert einer nicht erstreckbaren Frist von 5 Tagen zurückwies, unter Androhung des Nichteintretens im Unterlassungsfall,
dass Z.________ fristgerecht eine weitere Eingabe (vom 26. Januar 2007) einreicht und eine Verbesserung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ablehnt, wobei er zur Begründung anführt, er könne keine ungebührlichen Stellen finden, eventuell müsse das Gericht die zu beanstandenden Inhalte näher bezeichnen,
dass er nach Eingang der Verfügung vom 9. Januar 2007 die Verwaltungsgerichtsbeschwerde geprüft und diejenigen Stellen, die seiner Ansicht nach ungehörig sein könnten, gekennzeichnet hat, woraus sich ergibt, dass er durchaus in der Lage war zu erkennen, welche Ausdrucksweisen den durch die gute Sitte gebotenen Anstand (vgl. Art. 31 Abs. 1 OG) verletzen,
dass Z.________ in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 24. Dezember 2006 die SUVA als "Schweizer Unfall und Terror Verursachungs-Anstalt" sowie "Massenmörderin" bezeichnete, sie der Lügen, des Betrugs ("Alibi-Schein-Abklärungen") und der Verleumdung bezichtigte und ihr vorwarf, "absichtlich falsche Arztberichte ... von SUVA-Terror-Ärzten und dubiosen Ferndiagnostikern" erstellen zu lassen sowie "terroristische Leistungsverweigerung" und "absichtliche" Verfahrensverzögerung zu betreiben,

dass in der Eingabe vom 26. Januar 2007 weitere Ungebührlichkeiten enthalten sind, indem die SUVA beschimpft wird, sie bediene sich des "Terrors", begehe "schwerste Körperverletzung" an Versicherten, habe "Morde durch Tabakrauch" zu verantworten und wende die Gesetze an, als seien sie "Märchenbücher",
dass diese Äusserungen den durch die gute Sitte gebotenen Anstand krass verletzen,
dass die geltend gemachte Meinungsäusserungsfreiheit in einem Gerichtsverfahren nicht unbegrenzt gilt und insbesondere unwahre Tatsachen, ehrenrührige Behauptungen und Feststellungen, die in ihrer Schärfe nicht notwendig sind, nicht umfasst (vgl. Villiger, Handbuch der Europäischen Menschenrechtskonvention [EMRK], Zürich 1999, S. 393, Rz 607 zu Art. 10 EMRK),
dass unter diesen Umständen die Verwaltungsgerichtsbeschwerde den gesetzlichen Anforderungen des Art. 108 OG nicht genügt, weshalb androhungsgemäss darauf nicht einzutreten ist (Art. 108 Abs. 3 OG),
dass es um rein prozessrechtliche Fragen geht, weshalb das Verfahren kostenpflichtig ist (Art. 134 Satz 1 OG e contrario),

erkennt das Bundesgericht:
1.
Auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden Z.________ auferlegt.
3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Luzern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt für Sozialversicherungen zugestellt.
Luzern, 18. April 2007
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Mots-clés

unacceptable languagenon-entryadministrative appealcourt decorumfreedom of expressioncourt costssocial insurance

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the administrative judicial appeal could be entered into despite insulting and improper wording

Solution extraite

No. The appeal did not meet the formal requirements because its language seriously violated the required decorum and the objection was not cured after warning.

Motifs extraits

Freedom of expression in court proceedings is not unlimited; it does not cover false assertions of fact, defamatory statements, or unnecessarily harsh formulations. After the warning under Art. 30(3) OG, the appellant still did not submit an admissible pleading, so non-entry followed under Art. 108(3) OG.

Question juridique clé

Who bears the court costs

Solution extraite

The appellant must bear the court costs because the case concerned purely procedural questions and was therefore not exempt from costs.

Motifs extraits

Costs were imposed under the general cost rule, applied e contrario from Art. 134 sentence 1 OG.

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