Late filing limits retroactive disability pension payment

I 61/00Tribunal fédéral19 déc. 2000Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The claimant challenged the Aargau Insurance Court's decision confirming a disability pension only from 1 February 1998. She sought pension payments back to November 1993, plus claims against a health insurer and damages against third persons. The Federal Insurance Court held that the health-insurance and damages claims were inadmissible because no appealable administrative decision existed for them and the court lacked jurisdiction over third-party tort claims. On the merits, it confirmed that late filing under Art. 48 IVG limited retroactive payment to one year before the application, since the claimant already knew the disabling condition in 1993 and no excuse for late filing was shown. The appeal was dismissed insofar as entered, and no court costs were charged.

Regeste Omnilex

Art. 48 IVG; late filing and retroactive payment of disability benefits; Art. 97, 128 OG and Art. 5 VwVG; scope of judicial review and appealable object. In administrative social-insurance proceedings, the challenged decision defines the subject matter of review; claims not previously decided by a competent authority are inadmissible for lack of an appealable object. Liability claims against third persons fall outside the jurisdiction of the Federal Insurance Court in this setting. Under Art. 48 para. 2 IVG, late registration limits retroactive payment to one year before the application, unless the insured person was prevented, without fault, from filing earlier. Mere knowledge of the disabling condition and the resulting incapacity suffices to start the limitation period; subsequent deterioration or financial hardship does not revive an earlier entitlement.

Texte intégral

[AZA 0]
I 61/00 Gi

IV. Kammer

Bundesrichter Borella, Rüedi und Bundesrichterin Leuzinger;
Gerichtsschreiberin Hofer

Urteil vom 19. Dezember 2000

in Sachen
K.________, 1945, Beschwerdeführerin,

gegen
IV-Stelle des Kantons Aargau, Kyburgerstrasse 15, Aarau, Beschwerdegegnerin,

und
Versicherungsgericht des Kantons Aargau, Aarau

A.- Die 1945 geborene K.________ meldete sich am 18. Februar 1999 bei der IV-Stelle des Kantons Zürich zum Leistungsbezug an. Da die Versicherte zu jenem Zeitpunkt Wohnsitz in S.________ hatte, überwies die IV-Stelle die Akten nach Aarau. Mit Verfügung vom 25. August 1999 sprach die IV-Stelle des Kantons Aargau der Versicherten rückwirkend ab 1. Februar 1998 eine ganze Invalidenrente zu.

B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde, mit der K.________ die Ausrichtung der Invalidenrente bereits ab November 1993 sowie Ansprüche gegenüber der Krankenversicherung geltend machte, wies das Versicherungsgericht des Kantons Aargau mit Entscheid vom 21. Dezember 1999 ab, soweit es darauf eintrat.

C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde erneuert K.________ die vorinstanzlich gestellten Rechtsbegehren; zudem verlangt sie Schadenersatz von namentlich genannten Personen.
Die IV-Stelle beantragt, die Verwaltungsgerichtsbeschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Das Bundesamt für Sozialversicherung lässt sich nicht vernehmen.

Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung:

1.- a) Gemäss Art. 128 OG beurteilt das Eidgenössische Versicherungsgericht letztinstanzlich Verwaltungsgerichtsbeschwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 97, 98 lit. b-h und 98a OG auf dem Gebiet der Sozialversicherung.
Hinsichtlich des Begriffs der mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde anfechtbaren Verfügungen verweist Art. 97 OG auf Art. 5 VwVG. Nach Art. 5 Abs. 1 VwVG gelten als Verfügungen Anordnungen der Behörden im Einzelfall, die sich auf öffentliches Recht des Bundes stützen (und im Übrigen noch weitere, nach dem Verfügungsgegenstand näher umschriebene Voraussetzungen erfüllen). Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen bzw. zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich - in Form einer Verfügung - Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand.
Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 119 Ib 36 Erw. 1b, 118 V 313 Erw. 3b, je mit Hinweisen).

b) Angefochten ist gemäss Verwaltungsgerichtsbeschwerde der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau vom 21. Dezember 1999. Dieser hat die Rentenverfügung der IV-Stelle vom 25. August 1999 zum Gegenstand. Soweit die Beschwerdeführerin somit Ansprüche gegenüber der Krankenversicherung geltend macht, ist darauf im vorliegenden Verfahren nicht einzutreten, da es diesbezüglich an einem Anfechtungsgegenstand und damit an einer Sachurteilsvoraussetzung fehlt. Ebenfalls nicht einzutreten ist auf die gegenüber Drittpersonen erhobenen Schadenersatzansprüche, zumal das Eidgenössische Versicherungsgericht für derartige Haftpflichtfragen sachlich ohnehin nicht zuständig ist.

2.- Es ist unbestritten, dass die Versicherte seit November 1993 vollumfänglich arbeits- und erwerbsunfähig ist. Zu prüfen ist einzig, ab welchem Zeitpunkt die ganze Invalidenrente auszurichten ist.

a) Die Vorinstanz hat die massgeblichen Bestimmungen über das Erlöschen des Anspruchs auf Nachzahlung von Leistungen der Invalidenversicherung sowie die Nachzahlung im Falle verspäteter Anmeldung des Versicherten (Art. 48 Abs. 1 und 2 IVG) zutreffend dargelegt. Darauf kann verwiesen werden. Auf Grund des Datums des Eingangs der Anmeldung für eine Invalidenrente (22. Februar 1999) fällt eine Nachzahlung gemäss Art. 48 Abs. 2 Satz 1 IVG nur für die Zeit ab 1. Februar 1998 in Betracht. Wie das kantonale Gericht des Weitern richtig erkannt hat, sind die Voraussetzungen für eine weitergehende Nachzahlung im Sinne von Art. 48 Abs. 2 Satz 2 IVG nicht erfüllt, da die Beschwerdeführerin den anspruchsbegründenden Sachverhalt kannte und Gründe, die sie davon abgehalten hätten, sich rechtzeitig zum Bezug einer Invalidenrente anzumelden, nicht ersichtlich sind.
Zur Begründung kann auf die zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden, denen das Eidgenössische Versicherungsgericht nichts beizufügen hat.
Die Beschwerdeführerin bringt nichts vor, was am Ergebnis etwas ändern könnte. Sie wusste unbestrittenermassen seit November 1993 um ihre Epilepsie und die dadurch bedingte 100%-ige Arbeitsunfähigkeit. Auch wenn ihr Hausarzt damals offenbar nicht bereit war, sie bei der Invalidenversicherung anzumelden, hätte sie sich diesbezüglich an den behandelnden Neurologen Dr. med. R.________ wenden können, der ihr ab November 1993 bis auf weiteres eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestierte (Arztbericht vom 16. Juni 1999). Dass sich der Gesundheitszustand in der Folge weiter verschlechterte und auch noch finanzielle Schwierigkeiten hinzutraten, vermag am Zeitpunkt der Kenntnis des anspruchsbegründenden Sachverhalts nichts zu ändern.

3.- Da sich die Verwaltungsgerichtsbeschwerde als offensichtlich unbegründet bzw. unzulässig erweist, wird sie im Verfahren nach Art. 36a OG erledigt.

Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht:

I.Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen, soweit
darauf einzutreten ist.

II.Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
III. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons Aargau und dem Bundesamt für Sozialversicherung zugestellt.

Luzern, 19. Dezember 2000

Im Namen des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts
Der Präsident der IV. Kammer:

Die Gerichtsschreiberin:

Mots-clés

disability insurancelate filingretroactive pensionappealable objectjurisdictionsummary procedurecourt costs

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether claims against the health insurer were admissible in this disability-insurance appeal.

Solution extraite

No; those claims lacked an appealable administrative decision and therefore could not be reviewed in these proceedings.

Motifs extraits

Only matters previously decided by a competent administrative authority can be challenged; no such decision existed for the health-insurance claims.

Question juridique clé

Whether damages claims against named third persons were admissible before the Federal Insurance Court.

Solution extraite

No; the court lacked subject-matter jurisdiction over such liability claims.

Motifs extraits

The proceedings were limited to the appealed IV pension decision and did not extend to third-party tort claims.

Question juridique clé

From what date the full disability pension had to be paid retroactively under Art. 48 IVG.

Solution extraite

Only from 1998, not from 1993, because the late application rule limited back payment and no exception applied.

Motifs extraits

The application was filed in February 1999; under Art. 48 para. 2 sentence 1 IVG back payment was limited to one year before filing. The claimant knew the disabling condition and reasons excusing late filing were not established.

Question juridique clé

Whether court costs should be charged.

Solution extraite

No court costs were imposed.

Motifs extraits

The appeal was disposed of under the summary procedure as manifestly unfounded or inadmissible.

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