Old-age pension denied for insufficient contribution period

H 270/99Tribunal fédéral / IIe division de droit social19 avr. 2000Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

G., a German national, challenged the refusal of a Swiss old-age pension. The Federal Insurance Court upheld the lower decision, finding that the insured record showed only 11 months of contributions and that the claimant failed to prove a longer contribution period or an incorrect account entry. The court held that the available documents, including wage and residence records, remained inconsistent and did not meet the required full proof standard. The complaint was dismissed and no court costs were imposed.

Regeste Omnilex

Art. 21 Abs. 1 lit. b, Abs. 2, Art. 29 Abs. 1 AHVG; Art. 50, Art. 141 Abs. 3 AHVV; Kontenberichtigung im Versicherungsfall und Beweislast für die Unrichtigkeit der individuellen Kontoeintragung. Für den Anspruch auf eine Altersrente ist die gesetzliche Mindestbeitragsdauer massgebend. Eine Berichtigung des individuellen Kontos setzt vollen Beweis für die Unrichtigkeit der Eintragung voraus; blosse Indizien, widersprüchliche Unterlagen oder steuerliche bzw. fremdversicherungsrechtliche Bescheinigungen genügen nicht, wenn sie die Beitragsdauer nicht eindeutig belegen. Bleibt die Aktenlage widersprüchlich, ist die Eintragung massgebend (vgl. Erwägungen zum Beweisgrad und zur Würdigung der Lohn- und Aufenthaltsnachweise).

Texte intégral

[AZA]
H 270/99 Gi

II. Kammer

Präsident Lustenberger, Bundesrichter Meyer und Ferrari;
Gerichtsschreiber Condrau

Urteil vom 19. April 2000

in Sachen

G.________, 1935, Beschwerdeführerin,

gegen

Schweizerische Ausgleichskasse, Avenue Edmond-Vaucher 18,
Genf, Beschwerdegegnerin,

und

Eidgenössische Rekurskommission der AHV/IV für die im Aus-
land wohnenden Personen, Lausanne

In Erwägung
,

dass die Schweizerische Ausgleichskasse mit Verfügung
vom 2. Juli 1998 das Gesuch der am 4. Dezember 1935 gebore-
nen deutschen Staatsangehörigen G.________ um Zusprechung
einer schweizerischen Altersrente mit der Begründung ab-
lehnte, sie erfülle die gesetzliche Voraussetzung der ein-
jährigen Mindestbeitragsdauer nicht,
dass die Eidgenössische Rekurskommission der AHV/IV
für die im Ausland wohnenden Personen die hiegegen erhobene
Beschwerde am 7. Juli 1999 abwies,
dass G.________ mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde be-
antragt, es sei ihr eine Altersrente zuzusprechen,
dass die Schweizerische Ausgleichskasse Abweisung der
Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt, während das Bun-
desamt für Sozialversicherung auf Vernehmlassung verzich-
tet,
dass im vorinstanzlichen Entscheid mit Hinweis auf die
Rechtsprechung die vorliegend anwendbaren Staatsvertrags-
und Gesetzesbestimmungen über den Anspruch einer deutschen
Staatsangehörigen auf eine schweizerische Altersrente, un-
ter Prüfung der Kontenberichtigung im Versicherungsfall
(Art. 21 Abs. 1 lit. b, 21 Abs. 2, 29 Abs. 1 AHVG; Art. 50,
141 Abs. 3 AHVV in Verbindung mit Art. 2, 3 und 4 des Ab-
kommens zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und
der Bundesrepublik Deutschland über Soziale Sicherheit vom
25. Februar 1964), zutreffend dargelegt hat,
dass die Beschwerdeführerin gemäss Eintrag im indivi-
duellen Konto lediglich eine Beitragsdauer von elf Monaten
ausweisen kann,
dass gemäss Bestätigung des T.________ vom 15. Juli
1976 eine Vertragsdauer vom 1. August 1976 bis 30. Juni
1977 vorgesehen war,
dass die Caisse cantonale genevoise de compensation im
Lohnzahlungsausweis für das Jahr 1977 lediglich Löhne für
die ersten sechs Monate des Jahres (d.h. bis Juni 1977) be-
scheinigt,
dass die Schweizerische Ausgleichskasse in einer neu-
esten Meldung vom 2. Juli 1998 der Bundesversicherungsan-
stalt für Angestellte in Berlin auf Anfrage hin auch nur
mehr eine Beitragszeit von elf Monaten meldete,
dass die Einwohnerkontrolle Genf am 24. März 1998 be-
stätigte, der Aufenthalt der Beschwerdeführerin in Genf
habe vom 16. August 1976 bis 30. Juni 1977 gedauert,
dass die Beschwerdeführerin somit grundsätzlich keinen
Anspruch auf eine schweizerische Altersrente hat, weil sie
nicht mehr als elf Monate Beitragszeit aufweist (Art. 50
AHVV),
dass die Beschwerdeführerin für ihre Behauptung, der
Arbeitsvertrag habe den Zeitraum vom 1. August 1996 bis
30. Juni 1997 undeinen Monat Ferien umfasst, keine Belege
beibringen konnte,
dass die Beschwerdeführerin aus einer für die Steuer-
periode ("période d'assujettisement") vom 1. Januar bis
31. Juli 1977 erstellten Bescheinigung nichts für sich ab-
leiten kann, weil sie nur die für Steuerzwecke in einem ge-
samten Zeitraum bezogene Lohnsumme betrifft, dies im Gegen-
satz zur erwähnten Bescheinigung der Genfer Ausgleichskas-
se, die Löhne für lediglich die ersten sechs Monate er-
fasst,
dass schliesslich auch die Tatsache, dass die Be-
schwerdeführerin bis und mit Monat Juli 1977 Krankenkassen-
prämien bezahlt hat, keine Schlussfolgerung in Bezug auf
die ausbezahlten Löhne ergibt,
dass jedenfalls selbst dann, wenn entgegen der Vorin-
stanz nicht von einem Versehen (Schreibfehler) in der Quel-
lensteuer-Bestätigung 1977 (1. Januar bis 31. Juli 1977)
ausgegangen wird, die Aktenlage widersprüchlich bleibt,
weshalb der erforderliche volle Beweis für die Unrichtig-
keit der Konteneintragung nicht erbracht und nicht zu er-
bringen ist,
erkennt das Eidg. Versicherungsgericht:

I.Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen.

II.Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

III.Dieses Urteil wird den Parteien, der Eidgenössischen
Rekurskommission der AHV/IV für die im Ausland wohnen-
den Personen und dem Bundesamt für Sozialversicherung
zugestellt.

Luzern, 19. April 2000

Im Namen des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts
Der Präsident der II. Kammer:

Der Gerichtsschreiber:

Mots-clés

old-age pensionminimum contribution periodindividual accountburden of proofsocial security agreementevidence assessmentcontribution record

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the claimant met the minimum contribution period required for a Swiss old-age pension

Solution extraite

No. The account showed only 11 months of contributions, which is below the statutory minimum.

Motifs extraits

The record, including the individual account, wage statement, residence confirmation and foreign-insurance inquiry, did not prove a longer contribution period. The claimant failed to provide evidence that would rebut the account entry with full proof.

Question juridique clé

Whether the individual account entry should be corrected because the claimant alleged a longer employment and contribution period

Solution extraite

No correction was warranted because the evidence remained contradictory and the required full proof of inaccuracy was not established.

Motifs extraits

The alleged contract period and tax-period certificate did not overcome the consistent indications that wages were paid only until June 1977; payment of health-insurance premiums through July 1977 was not decisive.

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