Appeal inadmissible for insufficient reasoning in IV case

9C_586/2011Tribunal fédéral / IIIe division de droit public17 août 2011Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The claimant appealed a cantonal judgment in an invalidity insurance case, seeking a three-quarter disability pension. The Federal Supreme Court held that the appeal did not satisfy the reasoning requirements of Art. 42(2) BGG, since it only attacked the lower court's appreciation of evidence. It further noted that new evidence is inadmissible before it under Art. 99(1) BGG. The court therefore refused to enter into the appeal under Art. 108(1)(b) BGG, waived court costs, and declared the request for free legal aid moot.

Regeste Omnilex

Art. 42 Abs. 2, Art. 99 Abs. 1 und Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; Beschwerdebegründung und Novenverbot im Verfahren vor Bundesgericht. Eine Beschwerde muss sich in gedrängter Form mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheids auseinandersetzen und darlegen, inwiefern Bundesrecht verletzt sein soll. Bloss appellatorische Kritik an der Sachverhalts- und Beweiswürdigung genügt nicht. Neue Beweismittel sind vor Bundesgericht grundsätzlich unzulässig. Fehlt es an einer hinreichenden Begründung, ist auf die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nicht einzutreten; Gerichtskosten können ausnahmsweise erlassen werden (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Texte intégral

{T 0/2}
9C_586/2011

Urteil vom 17. August 2011
II. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter U. Meyer, Präsident,
Gerichtsschreiber R. Widmer.

Verfahrensbeteiligte
L.________,
vertreten durch Beratungsstelle für Ausländer,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons Aargau,
Kyburgerstrasse 15, 5000 Aarau,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau
vom 10. Mai 2011.

In Erwägung,
dass der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau vom 10. Mai 2011 mit Beschwerde vom 15. August 2011 (Poststempel) an das Bundesgericht weitergezogen worden ist,
dass die Beschwerde zwar einen rechtsgenüglichen Antrag (auf Zusprechung einer Dreiviertels-Invalidenrente) enthält, hingegen offensichtlich keine die gesetzlichen Anforderungen an eine gültige Beschwerde (Art. 42 Abs. 2 zweiter Satz BGG) erfüllende Begründung, beschränken sich die Vorbringen doch auf eine reine, unbehelfliche Tatsachenkritik an der vorinstanzlichen Beweiswürdigung, die, selbst wenn sie zuträfe, keine Bundesrechtsverletzung (Art. 95 lit. a BGG) und auch keine qualifiziert unrichtige Tatsachenerhebung (Art. 105 Abs. 2 BGG) darstellt, kann doch von offensichtlich unrichtiger, unhaltbarer oder gar willkürlicher Sachverhaltsermittlung dort nicht die Rede sein, wo ein Gericht mit nachvollziehbaren Ausführungen dartut, warum es für die Einschätzung des Schweregrades und der Auswirkungen gesundheitlicher Störungen auf die Arbeitsfähigkeit als Tatfragen (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 397 ff.) nicht den Angaben der behandelnden ÄrztInnen folgt, denen nach ständiger Rechtsprechung es im Hinblick auf die Verschiedenheit von Therapie und Expertise gerade nicht obliegt, in umstrittenen Fällen verbindlich zur Frage der Arbeits(un)fähigkeit Stellung zu nehmen (Urteile 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008, E. 2.3.2 mit Hinweisen, U 58/06 vom 2. August 2006, E. 2.2),
dass dem Bundesgericht keine neuen Beweismittel eingereicht werden können (Art. 99 Abs. 1 BGG),
dass die Beschwerde damit im Verfahren nach Art. 108, gestützt auf Abs. 1 lit. b, BGG zu erledigen und umständehalber von der Erhebung von Gerichtskosten abzusehen ist (Art. 66 Abs. 1 BGG), so dass das in der Beschwerde diesbezüglich gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gegenstandslos ist,

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons Aargau und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 17. August 2011
Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Meyer

Der Gerichtsschreiber: Widmer

Mots-clés

social insurancedisability pensioninadmissibilityreasoning requirementnew evidencenoven rulecourt costs

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal met the statutory reasoning requirements.

Solution extraite

No. The submissions were limited to unavailing factual criticism and did not show any federal law violation or clearly erroneous fact-finding.

Motifs extraits

Under Art. 42(2) BGG, the complaint must contain a proper legal reasoning. Mere disagreement with the lower court's assessment of evidence is insufficient, especially where the court gave nachvollziehbare reasons and did not rely on treating physicians as binding experts on work capacity.

Question juridique clé

Whether new evidence could be considered at the federal stage.

Solution extraite

No. New evidence cannot be submitted to the Federal Supreme Court.

Motifs extraits

Art. 99(1) BGG bars new evidence on appeal.

Question juridique clé

Whether court costs should be levied and legal aid granted.

Solution extraite

No court costs were charged, and the request for free legal aid became moot.

Motifs extraits

Because the appeal was dealt with under the summary inadmissibility procedure, the court dispensed with costs pursuant to Art. 66(1) BGG.

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