Non-payment of advance leads to non-entry; legal aid reconsideration denied

9C_504/2009Tribunal fédéral / IIIe division de droit public1 oct. 2009Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The claimant challenged a cantonal judgment in an invalidity insurance matter and requested legal aid. The Federal Supreme Court maintained its earlier view that the appeal was hopeless and rejected reconsideration of the legal-aid denial. Since the advance on costs was not paid within the extended deadline, the Court refused to enter into the appeal under the BGG. It also noted that any subsidiary constitutional complaint would in any event be inadmissible. No court costs were imposed.

Regeste Omnilex

Art. 64 Abs. 1 BGG; Art. 62 Abs. 3 BGG; Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG; legal aid and non-entry for failure to pay the advance on costs. Legal aid is granted only if the party is indigent and the request is not hopeless. Hopelessness is assessed objectively by comparing the chances of success and loss; the standard is whether a reasonably funded party would forgo the proceeding. A reconsideration plea that merely reargues equality and access-to-court concerns does not displace this assessment. Where the advance on costs is not paid within the extended deadline, the court shall not enter into the appeal; costs may exceptionally be waived under Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG.

Texte intégral

{T 0/2}
9C_504/2009

Urteil vom 1. Oktober 2009
II. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter U. Meyer, Präsident,
Bundesrichter Kernen, Bundesrichterin Pfiffner Rauber,
Gerichtsschreiber Schmutz.

Parteien
K.________, vertreten durch
Fürsprecher Beat Müller-Roulet,
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle Bern, Chutzenstrasse 10, 3007 Bern,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung (Invalidenrente),

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern
vom 1. Mai 2009.

Nach Einsicht
in die Beschwerde der K.________ vom 5. Juni 2009 gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Mai 2009 und das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege,
in die Verfügung des Bundesgerichts vom 14. August 2009, mit welcher das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wegen Aussichtslosigkeit abgewiesen und K.________ zur Bezahlung eines Kostenvorschusses von Fr. 500.- verpflichtet wurde, verbunden mit dem Hinweis, dass bei Nichtbezahlen eine Nachfrist gesetzt und bei Nichtleistung auch innert Nachfrist auf die Beschwerde nicht eingetreten werde,
in die Verfügung des Bundesgerichts vom 7. September 2009, mit welcher K.________ aufgrund ihres Gesuches vom 2. September 2009 die Frist zur Bezahlung des Kostenvorschusses bis zum 17. September 2009 erstreckt wurde,
in das Gesuch der K.________ vom 17. September 2009 um Wiedererwägung der Verfügung vom 14. August 2009 im Sinne der Zuerkennung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege,

in Erwägung,
dass gemäss Art. 64 Abs. 1 BGG einer Partei die unentgeltliche Rechtspflege nur gewährt wird, wenn sie bedürftig ist und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint,
dass gemäss kontanter Praxis des Bundesgerichts Prozessbegehren als aussichtslos anzusehen sind, wenn die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren, so dass eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, bei vernünftiger Überlegung von einem Prozess absehen würde (BGE 129 I 129 E. 2.3.1 S. 135, 128 I 225 E. 2.5.3 S. 236 mit Hinweis),
dass das Bundesgericht in der Verfügung vom 14. August 2009 festgestellt hat, die Vorbringen der Beschwerdeführerin vermöchten die vorinstanzliche Betrachtungsweise im Rahmen der gesetzlichen Kognitionsbestimmungen nicht ernsthaft in Frage zu stellen und so der Beschwerde Aussichtslosigkeit attestiert hat,
dass die Beschwerdeführerin gegen die erwähnte Praxis des Bundesgerichts einwenden lässt, sie widerspreche den Geboten der Waffen- und Rechtsgleichheit, weil der Zugang zu den Gerichten und der Anspruch auf rechtskundige Vertretung so nicht ohne Rücksicht auf die finanzielle Situation bestehe, könne doch eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfüge, auch bei attestierter Aussichtslosigkeit an ihrem Standpunkt festhalten und den Kostenvorschuss bezahlen, um das Gericht urteilen zu lassen,
dass dieser Betrachtungsweise deswegen nicht beigepflichtet werden kann, weil bei der Abwägung von Gewinnaussicht und Verlustgefahr nur vernünftige Überlegungen zu berücksichtigen sind, hingegen nicht das Festhalten des über die erforderlichen Mittel Verfügenden an seinem aussichtslosen Standpunkt den Massstab für die Beurteilung der Prozessaussichten des Bedürftigen abgeben kann,
dass somit von Ungleichbehandlung nicht die Rede sein kann und auch sonst kein Grund ersichtlich ist, dem Gesuch um Wiedererwägung der ergangenen Verfügung betreffend unentgeltliche Rechtspflege zu entsprechen,
dass aus der Eingabe der Beschwerdeführerin vom 17. September 2009 für den Fall der Ablehnung des Gesuches zu schliessen ist, der Kostenvorschuss werde nicht bezahlt, weshalb davon abzusehen ist, eine weitere Frist anzusetzen,
dass, soweit mit der Eingabe vom 5. Juni 2009 auch eine subsidiäre Verfassungsbeschwerde eingereicht worden ist, darauf ohnehin nicht einzutreten wäre, weil dieses Rechtsmittel gemäss Art. 113 BGG nur zulässig ist, soweit die Möglichkeit einer Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 82 ff. BGG nicht gegeben ist,
dass die Beschwerdeführerin den Kostenvorschuss somit auch innerhalb der Nachfrist nicht geleistet hat, weshalb androhungsgemäss gestützt auf Art. 62 Abs. 3 BGG im Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG auf die Beschwerde nicht einzutreten ist, indes in Anwendung von Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG umständehalber auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet wird,
erkennt das Bundesgericht:

1.
Das Wiedererwägungsgesuch wird abgewiesen.

2.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

3.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 1. Oktober 2009
Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Meyer Schmutz

Mots-clés

legal aidhopeless appealadvance on costsnon-entrysocial insuranceinvalidity pension

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the request to reconsider the denial of legal aid should be granted

Solution extraite

No. The court held that the appeal remained hopeless under Art. 64 BGG; the equality arguments did not justify a different assessment.

Motifs extraits

Only a party with limited means and a non-hopeless claim may receive legal aid. The court reaffirmed that hopelessness is assessed by objective and reasonable prospects, not by whether a solvent party might still choose to litigate.

Question juridique clé

Whether the appeal may proceed despite non-payment of the advance on costs

Solution extraite

No. Because the advance fee was not paid even within the extended period, the court would not enter into the appeal.

Motifs extraits

After the denial of legal aid and expiry of the extended deadline, non-payment triggered non-entry under Art. 62(3) BGG in conjunction with Art. 108(1)(a) BGG.

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