Supplementary benefits: treatment of 3a pension assets and daily allowances

9C_390/2012Tribunal fédéral / IIIe division de droit public20 juil. 2012Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Supreme Court dismissed an appeal in a supplementary-benefits case. It held that a withdrawable pillar 3a retirement asset counts as imputable wealth for EL purposes, even if not yet paid out, and that an alleged loss from early withdrawal was not sufficiently substantiated. It also confirmed that social-insurance daily allowances are fully counted as income under the relevant EL provision. The court therefore upheld the denial of entitlement from December 2008 and the repayment order, while imposing court costs of CHF 500 on the appellant.

Regeste Omnilex

Art. 11 Abs. 1 lit. c und lit. d ELG; Anrechenbarkeit von Vorsorgeguthaben und Taggeldleistungen bei der EL-Berechnung; ein der Säule 3a zuzurechnendes, auszahlbares Vorsorgeguthaben ist als Vermögen anzurechnen, auch wenn es steuerrechtlich noch nicht bezogen wurde. Ein geltend gemachter Wertverlust infolge vorzeitigen Bezugs ist nur zu berücksichtigen, wenn er rechtsgenügend substanziiert wird (Art. 42 Abs. 2 BGG). Taggeldleistungen einer Sozialversicherung sind nicht privilegiertes Einkommen im Sinn von Art. 11 Abs. 1 lit. a ELG, sondern unter Art. 11 Abs. 1 lit. d ELG voll anzurechnen. Eine offensichtlich unbegründete Beschwerde kann im vereinfachten Verfahren nach Art. 109 Abs. 2 lit. a und Abs. 3 BGG erledigt werden; die Kostenfolgen richten sich nach Art. 66 Abs. 1 BGG.

Texte intégral

9C_390/2012 {T 0/2}

Urteil vom 20. Juli 2012
II. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter U. Meyer, Präsident,
Bundesrichter Kernen,
Bundesrichterin Glanzmann,
Gerichtsschreiberin Dormann.

Verfahrensbeteiligte
F.________,
vertreten durch Fürsprecher Herbert Bracher,
Beschwerdeführerin,

gegen

Ausgleichskasse des Kantons Bern, Chutzenstrasse 10, 3007 Bern,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Ergänzungsleistung zur AHV/IV,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern
vom 20. März 2012.

In Erwägung,
dass die Ausgleichskasse des Kantons Bern der 1941 geborenen F.________ ab 1. April 2005 Ergänzungsleistungen (EL) zusprach (Verfügungen vom 11. August 2005, 10. Januar 2006 und 5. Januar 2007) und den Anspruch im Rahmen einer im März 2010 eingeleiteten periodischen Revision überprüfte,
dass die Ausgleichskasse mit Verfügung vom 11. August 2010 einen EL-Anspruch ab 1. April 2009 verneinte und zuviel ausgerichtete Leistungen im Betrag von Fr. 20'220.- zurückforderte, was sie mit Einspracheentscheid vom 13. April 2011 bestätigte,
dass das Verwaltungsgericht des Kantons Bern die Beschwerde der F.________ mit Entscheid vom 20. März 2012 abwies und im Rahmen einer reformatio in peius den Einspracheentscheid vom 13. April 2011 insofern änderte, als es den Anspruch auf EL ab Dezember 2008 verneinte und den zurückzuerstattenden Betrag auf Fr. 25'418.- festsetzte,
dass F.________ Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten führen lässt mit dem Antrag, der Entscheid vom 20. März 2012 und der Einspracheentscheid vom 13. April 2011 seien vollumfänglich aufzuheben,
dass ein der Säule 3a zuzurechnendes Vorsorgeguthaben ebenso wie Freizügigkeitskapital, auch wenn es (noch) nicht bezogen wird und da-her steuerrechtlich nicht zu berücksichtigen ist, anrechenbares Ver-mögen im Sinn von Art. 11 Abs. 1 lit. c in Verbindung mit lit. g ELG bil-det, sofern wie hier die Auszahlung verlangt werden könnte (SZS 2012 S. 67, 9C_112/2011 E. 2; SVR 2007 EL Nr. 3 S. 5, P 56/05 E. 3; Urteil 9C_41/2011 vom 16. August 2011 E. 6.2; vgl. auch BGE 135 I 288),
dass ein behaupteter Wertverlust durch den vorzeitigen Bezug des Guthabens nicht substanziiert dargelegt wird, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist (Art. 42 Abs. 2 BGG),
dass Taggeldleistungen einer Sozialversicherung, auch wenn sie als Erwerbsersatz dienen, nicht privilegiertes Einkommen im Sinn von Art. 11 Abs. 1 lit. a ELG darstellen, sondern bei der Anspruchsberechnung unter Art. 11 Abs. 1 lit. d zu subsumieren und daher voll anzurechnen sind (BGE 119 V 271 E. 3 S. 273 ff.; Urteil P 46/03 vom 7. November 2003 E. 2.3),
dass die Beschwerde offensichtlich unbegründet ist und daher im vereinfachten Verfahren nach Art. 109 Abs. 2 lit. a und Abs. 3 BGG erledigt wird,
dass die Beschwerdeführerin als unterliegende Partei die Gerichts-kosten zu tragen hat (Art. 66 Abs. 1 BGG),

erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 20. Juli 2012

Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Meyer

Die Gerichtsschreiberin: Dormann

Mots-clés

supplementary benefitsimputable wealthpillar 3adaily allowancesrepaymentsimplified procedurecosts

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether assets held in a pillar 3a account count as imputable wealth for supplementary benefits when payout could be requested.

Solution extraite

Yes. A pillar 3a retirement asset is imputable wealth under Art. 11(1)(c) in connection with Art. 11(1)(g) ELG if withdrawal could be demanded, even if it has not yet been paid out and is not tax-relevant.

Motifs extraits

The court relied on its prior case law equating such deferred pension assets with other withdrawable vested benefits; the decisive criterion is the possibility of payout.

Question juridique clé

Whether the alleged loss in value from early withdrawal of the pension asset had to be considered.

Solution extraite

No. The alleged loss was not substantiated with sufficient detail.

Motifs extraits

Because the appellant did not substantiate the claimed loss, the court did not examine it further under Art. 42(2) BGG.

Question juridique clé

Whether social-insurance daily allowances are privileged income for supplementary-benefit calculations.

Solution extraite

No. Such daily allowances are not privileged income under Art. 11(1)(a) ELG; they fall under Art. 11(1)(d) ELG and are fully counted.

Motifs extraits

The court followed established precedent that compensation-income daily allowances are to be included in full in the means test.

Question juridique clé

Whether the appeal against the cantonal judgment should be allowed.

Solution extraite

No. The appeal was manifestly unfounded and decided under the simplified procedure.

Motifs extraits

Given the settled case law on the decisive calculation items, no basis existed to disturb the cantonal decision.

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