Non-entry for insufficient constitutional reasoning in interim relief appeal

8C_508/2010Tribunal fédéral / IVe division de droit public28 juin 2010Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The appellant challenged a Federal Administrative Court interim order that refused restoration of suspensive effect in an invalidity insurance case. The Federal Court held that such an order is a provisional measure and is therefore only open to constitutional complaints with qualified reasoning requirements. The appeal did not explain, with reference to the lower-court reasoning, which constitutional rights were violated and how. The Court therefore issued a non-entry decision in simplified proceedings, waived court costs, and considered the request for free legal aid moot.

Regeste Omnilex

Art. 93, 98, 106 Abs. 2 and 108 Abs. 1 lit. a/b BGG; challenge to an order on suspensive effect: such a decision constitutes a provisional measure and is only reviewable for violation of constitutional rights. The appellant must, in a clear and specific manner and by reference to the reasoning of the challenged decision, show which constitutional guarantees were infringed and in what respect; a merely appellatory submission is insufficient. Failing a qualified constitutional grievance, the Federal Court does not enter into the appeal in simplified proceedings without exchange of pleadings (consid. 1). When no court costs are levied, a request for legal aid becomes moot.

Texte intégral

{T 0/2}
8C_508/2010

Urteil vom 28. Juni 2010
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Gerichtsschreiber Batz.

Verfahrensbeteiligte
V.________, Philippinen,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland,
Avenue Edmond-Vaucher 18, 1203 Genf,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung (Prozessvoraussetzung),

Beschwerde gegen die Zwischenverfügung
des Bundesverwaltungsgerichts
vom 1. April 2010.

Nach Einsicht
in die dem Bundesgericht am 14. Juni 2010 überwiesene Beschwerde des V.________ vom 20. April 2010 (Poststempel) gegen die Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts, Abteilung III, vom 1. April 2010,

in Erwägung,
dass die vorinstanzliche Zwischenverfügung vom 1. April 2010, soweit sie vom Beschwerdeführer angefochten wird, die Wiederherstellung der entzogenen aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ablehnt,
dass es sich dabei um eine Anordnung handelt, welche nur unter den für den Weiterzug von Vor- und Zwischenentscheiden geltenden Voraussetzungen anfechtbar ist (Art. 93 BGG; vgl. BGE 133 V 477 E. 4.1.3 S. 481; Urteile 8C_209/2010 vom 29. März 2010 und 8C_120/2007 vom 17. Juli 2007),
dass vorliegend einzig der Eintretensgrund des nicht wieder gutzumachenden Nachteils (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) in Frage kommt,
dass aus den folgenden Gründen offenbleiben kann, ob ein nicht wieder gutzumachender Nachteil im Sinne der genannten Bestimmung vorliegt,
dass Verfügungen über die aufschiebende Wirkung Entscheide über vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG darstellen (Seiler/von Werdt/Güngerich, Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 2007, N. 7 zu Art. 98 BGG; Markus Schott, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 2008, N. 15 zu Art. 98 BGG; Urteile 8C_209/2010 vom 29. März 2010 und 8C_120/2007 vom 17. Juli 2007), so dass mit der dagegen erhobenen Beschwerde nur die Verletzung verfassungsmässiger Rechte gerügt werden kann,
dass insoweit eine qualifizierte Rügepflicht besteht, d.h. das Bundesgericht die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten nur insofern prüft, als eine solche Rüge in der Beschwerde vorgebracht und begründet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254; vgl. auch BGE 133 IV 286 ff.), andernfalls auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Seiler/von Werdt/Güngerich, a.a.O., N. 8 zu Art. 106 BGG),
dass es daher der Beschwerde führenden Person obliegt (entsprechend den altrechtlichen Begründungsanforderungen, die nach Art. 90 Abs. 1 lit. b OG für die staatsrechtliche Beschwerde gegolten haben), klar und detailliert anhand der Erwägungen des angefochtenen Entscheids darzulegen, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch den vorinstanzlichen Entscheid verletzt worden sind (vgl. BGE 134 II 244 E. 2.2 S. 246 mit weiteren Hinweisen),
dass die Eingabe vom 20. April 2010 den vorerwähnten Anforderungen offensichtlich nicht genügt, indem namentlich nicht anhand der vorinstanzlichen Erwägungen aufgezeigt wird, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern diese durch das angefochtene Urteil des erstinstanzlichen Gerichts verletzt worden sein sollen, wobei die Beschwerde insbesondere die gesetzlichen Erfordernisse der qualifizierten Rügepflicht nicht erfüllt,
dass deshalb, bei allem Verständnis für die Lage des Beschwerde- führers, kein gültiges Rechtsmittel eingereicht worden ist, weshalb auf die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. a und b BGG ohne Durchführung eines Schriftenwechsels (Art. 102 Abs. 1 BGG) nicht eingetreten werden kann,
dass in Anwendung von Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet wird, womit sich das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung als gegenstandslos erweist,

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Bundesverwaltungsgericht und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 28. Juni 2010
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Batz

Mots-clés

suspensive effectinterim measureconstitutional complaintqualified reasoningnon-entrysocial insurancecourt costslegal aid

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal against the interim order was admissible under Article 93 BGG.

Solution extraite

The challenged refusal to restore suspensive effect was only appealable under the strict conditions for interim decisions; the Court did not need to decide the irreparable-harm question because the appeal failed for other reasons.

Motifs extraits

Orders on suspensive effect are provisional measures under Article 98 BGG. Therefore only constitutional rights may be invoked, and the appeal must specifically and clearly explain which constitutional rights were violated and why. The submission did not meet this qualified pleading requirement.

Question juridique clé

Whether court costs should be levied and whether the request for free legal aid became moot.

Solution extraite

No court costs were levied; the request for free legal aid was moot.

Motifs extraits

Under Article 66(1) second sentence BGG, the Court waived costs.

Poursuivez vos recherches dans ChatGPT ou Claude

Connectez Omnilex pour rechercher dans le corpus juridique depuis votre assistant IA.