Non-entry for insufficiently reasoned social insurance appeal

8C_480/2008Tribunal fédéral / IVe division de droit public18 juil. 2008Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

H.________ appealed a Bern administrative court judgment in an invalidity insurance matter and requested free legal aid. The Federal Supreme Court held that the appeal did not meet the minimum reasoning requirements of Art. 42 BGG because it did not specifically show why the factual findings or legal conclusions were wrong. A later filing could not cure this deficiency because it was submitted after the appeal deadline. The court therefore declined to enter into the appeal in simplified proceedings and waived court costs, which rendered the legal aid request moot.

Regeste Omnilex

Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG, Art. 97 Abs. 1 BGG, Art. 100 Abs. 1 BGG, Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; ungenügende Beschwerdebegründung und verspätete Ergänzung. Ein Rechtsmittel muss in gedrängter Form darlegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt; die Rügen haben sachbezogen zu sein und sich mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheids auseinanderzusetzen. Bloss pauschale Vorbringen genügen nicht, namentlich nicht hinsichtlich der Sachverhaltsrüge nach Art. 97 Abs. 1 BGG. Eine nach Ablauf der Rechtsmittelfrist eingereichte Ergänzung vermag die mangelhafte Begründung nicht zu heilen. Liegt kein gültiges Rechtsmittel vor, ist im vereinfachten Verfahren nicht darauf einzutreten.

Texte intégral

{T 0/2}
8C_480/2008

Urteil vom 18. Juli 2008
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Gerichtsschreiber Batz.

Parteien
H.________, Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle Bern, Chutzenstrasse 10, 3007 Bern,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern
vom 6. Mai 2008.

Nach Einsicht
in die Beschwerde vom 12. Juni 2008 (Poststempel) gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, vom 6. Mai 2008 und das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung,

in die nachträgliche Eingabe des H.________ vom 24. Juni 2008 (Poststempel) nebst Beilagen,
in Erwägung,
dass ein Rechtsmittel gemäss Art. 42 Abs. 1 BGG unter anderem die Begehren und deren Begründung mit Angabe der Beweismittel enthalten muss, wobei im Rahmen der Begründung in gedrängter Form darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt (Art. 42 Abs. 2 BGG); die Vorbringen müssen sachbezogen sein, damit aus der Beschwerdeschrift ersichtlich ist, in welchen Punkten und weshalb der angefochtene Entscheid beanstandet wird (vgl. BGE 131 II 449 E. 1.3 S. 452, 123 V 335 E. 1 S. 337 f. mit weiteren Hinweisen),

dass die Beschwerde vom 12. Juni 2008 den vorerwähnten Anforderungen jedenfalls bezüglich einer hinreichenden Begründung nicht genügt, da den Ausführungen nicht entnommen werden kann, inwiefern die Sachverhaltsfeststellung im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG - soweit überhaupt beanstandet - unzutreffend und die darauf beruhenden Erwägungen rechtsfehlerhaft sein sollen,

dass mithin kein gültiges Rechtsmittel vorliegt,

dass hieran auch die nachträgliche Eingabe vom 24. Juni 2008 nebst Beilagen nichts ändert, die nach Ablauf der Rechtsmittelfrist (Art. 100 Abs. 1 BGG) eingereicht worden ist,

dass von der Erhebung von Gerichtskosten abgesehen wird, weshalb sich das Begehren um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung als gegenstandslos erweist,

dass deshalb im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG auf die Beschwerde nicht einzutreten ist und in Anwendung von Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet wird,
erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 18. Juli 2008

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Batz

Mots-clés

social insuranceappeal admissibilityreasoning requirementdeadlinenon-entrylegal aidcourt costs

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal satisfied the formal reasoning requirements of Art. 42 BGG.

Solution extraite

The appeal did not contain adequate, case-specific reasoning showing how the challenged judgment violated the law.

Motifs extraits

The filing did not explain, in a targeted manner, why the factual findings were allegedly incorrect or why the resulting legal assessment was erroneous.

Question juridique clé

Whether the late supplemental submission could cure the defective appeal.

Solution extraite

No; the later submission was filed after expiry of the appeal period and therefore could not remedy the defect.

Motifs extraits

Material submitted after the deadline under Art. 100(1) BGG cannot validate an otherwise insufficient appeal.

Question juridique clé

Whether court costs should be charged and whether free legal aid remained at issue.

Solution extraite

No court costs were imposed, so the request for free legal aid became moot.

Motifs extraits

Because the court waived costs under Art. 66(1) sentence 2 BGG, there was no need to decide the legal aid request.

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