Non-entry for insufficiently reasoned social insurance appeal

8C_47/2009Tribunal fédéral / IVe division de droit public16 févr. 2009Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The appellant challenged a cantonal social insurance judgment before the Federal Court, but her submission did not satisfy the federal reasoning requirements. The court held that, in cases based on cantonal law, the appellant must specifically show constitutional violations by reference to the contested reasoning. General references to the presumption of innocence and to a violation of the right to be heard were insufficient. The appeal was therefore not entered into as manifestly inadmissible. The court waived costs because of the circumstances and declared the legal-aid request moot.

Regeste Omnilex

Art. 42 Abs. 1 und 2, Art. 106 Abs. 2 und Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; Anforderungen an die Begründung der Beschwerde gegen einen kantonalrechtlichen Entscheid. Bei Rügen betreffend kantonales Recht ist die Verletzung blossen kantonalen Rechts kein selbständiger Beschwerdegrund; erforderlich ist eine klar begründete, anhand der massgebenden Erwägungen des angefochtenen Entscheids erhobene Darlegung der Verletzung verfassungsmässiger Rechte. Pauschale Hinweise oder appellatorische Kritik genügen nicht. Die Nachfrist nach Art. 42 Abs. 5 und 6 BGG dient nur zur Behebung fehlender Beilagen, nicht zur Verbesserung einer ungenügenden rechtlichen Begründung (consid. 1).

Texte intégral

{T 0/2}
8C_47/2009

Urteil vom 16. Februar 2009
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Gerichtsschreiber Batz.

Parteien
G.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Stadt Dübendorf, Durchführungsstelle für Zusatzleistungen zur AHV/IV, Usterstrase 2, 8600 Dübendorf,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Kantonale Sozialversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 29. November 2008.

Nach Einsicht
in die Beschwerde der G.________ vom 14. Januar 2009 (Poststempel) gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 29. November 2008,
in die nach Erlass der Verfügung vom 16. Januar 2009 betreffend fehlende Beilagen am 19. Januar 2009 erfolgte Nachreichung des vorinstanzlichen Entscheides,
in das nach Erlass der Verfügung vom 20. Januar 2009 betreffend Kostenvorschuss dem Bundesgericht von G.________ am 26. Januar 2009 eingereichte Gesuch um unentgeltliche Prozessführung,

in Erwägung,
dass ein Rechtsmittel gemäss Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG u.a. die Begehren und deren Begründung mit Angabe der Beweismittel zu enthalten hat, wobei im Rahmen der Begründung in gedrängter Form darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt; Art. 95 ff. BGG nennt dabei die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe,
dass bei Beschwerden, die sich - wie vorliegend - gegen einen in Anwendung kantonalen Rechts ergangenen Entscheid richten, die Verletzung blossen kantonalen Rechts keinen selbstständigen Beschwerdegrund bildet; vielmehr hat die Beschwerde führende Person darzulegen, inwiefern der beanstandete Akt gegen verfassungsmässige Rechte, wie etwa das Willkürverbot oder das Recht auf persönliche Freiheit, verstossen soll; hinsichtlich der Verletzung von Grundrechten gilt der in Art. 106 Abs. 1 BGG verankerte Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht, weshalb insofern eine qualifizierte Rügepflicht besteht (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254; vgl. auch BGE 133 IV 286 ff.): es obliegt daher der Beschwerde führenden Person (entsprechend den altrechtlichen Begründungsanforderungen des Art. 90 Abs. 1 lit. b OG: Botschaft vom 28. Februar 2001 zur Totalrevision der Bundesrechtspflege, BBl 2001, S. 4207 ff., Ziff. 4.1.2.4 zu Art. 39 Entwurf, S. 4294) klar und detailliert anhand der Erwägungen des angefochtenen Entscheids darzulegen, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch den kantonalen Entscheid verletzt sind (BGE 134 II 244 E. 2.2 S. 246 mit weiteren Hinweisen),
dass sich im vorliegenden Fall die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe an das Bundesgericht insbesondere nicht rechtsgenüglich mit den entscheidenden Erwägungen der Vorinstanz auseinandersetzt, indem sie jedenfalls nicht nach den erwähnten gesetzlichen Anforderungen anhand dieser Erwägungen aufzeigt, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern diese durch das angefochtene Urteil des kantonalen Gerichts verletzt worden sein sollen, woran auch die blossen - in unsubstanziierter Weise vorgetragenen - Hinweise auf den Grundsatz "im Zweifelsfall für die Angeklagte" sowie die Verletzung des rechtlichen Gehörs nichts ändern,
dass deshalb die Eingabe vom 14. Januar 2009, bei allem Verständnis für die Lage der Beschwerdeführerin, kein gültiges Rechtsmittel darstellt, obwohl der vorinstanzliche Entscheid nachgereicht worden ist,
dass das Ansetzen einer Nachfrist zur Verbesserung der mangelhaften Rechtsschrift im Sinne von Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG - im Gegensatz zur Nachreichung der fehlenden Beilagen (Art. 42 Abs. 5 und 6 BGG; vgl. BGE 130 I 312 E. 1.3.1 S. 320; 123 II 359 E. 6b/bb S. 369; 118 Ib 134 E. 2; je mit Hinweis) - ausser Betracht fällt (BGE 134 II 244 E. 2.4.2 S. 247 f.),
dass somit auf die offensichtlich unzulässige Beschwerde in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht eingetreten wird,
dass es sich bei den gegebenen Verhältnissen rechtfertigt, von der Erhebung von Gerichtskosten abzusehen (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG), weshalb sich das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung als gegenstandslos erweist,
dass in den Fällen des Art. 108 Abs. 1 BGG der Abteilungspräsident zuständig ist,
erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, dem Bezirksrat Uster und der Direktion für Soziales und Sicherheit des Kantons Zürich, Sozialamt, schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 16. Februar 2009
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Batz

Mots-clés

social insuranceinadmissibilityreasoning requirementsconstitutional complaintlegal aidcourt costs

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal met the federal pleading and reasoning requirements under the BGG

Solution extraite

No. The submission did not sufficiently address the decisive reasons of the cantonal judgment or clearly show which constitutional rights were violated.

Motifs extraits

Under Art. 42 and 106 BGG, a constitutional complaint against a cantonal-law decision must specifically and clearly explain the alleged rights violations. General references were insufficient.

Question juridique clé

Whether the Federal Court should enter into the appeal despite the deficient reasoning

Solution extraite

No. The appeal was manifestly inadmissible and could not be cured by granting a deadline to improve the defective reasoning.

Motifs extraits

A grace period is available for missing annexes, not for remedying an insufficient legal argumentation. Therefore non-entry followed under Art. 108 BGG.

Question juridique clé

Whether court costs should be charged and legal aid granted

Solution extraite

No court costs were levied, and the request for legal aid became moot.

Motifs extraits

Given the circumstances, the court waived costs under Art. 66 para. 1 second sentence BGG; as a result, the legal-aid request had no object.

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