Insufficient reasoning on cantonal party compensation in accident insurance

8C_465/2008Tribunal fédéral / IVe division de droit public8 août 2008Partially Granted

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Supreme Court allowed the appeal in part. It held that the Zurich Social Insurance Court’s renewed award of party compensation after remittal was inadequately reasoned, because the decision did not explain why the same amount was maintained despite the appellant’s greater success in the federal proceedings. The cantonal decision was therefore annulled and the case remanded for a new decision on costs. No court costs were charged to the Canton of Zurich, but it was ordered to pay CHF 1,500 in compensation for the federal proceedings.

Regeste Omnilex

Art. 61 lit. g ATSG; Art. 112 Abs. 1 lit. b und Abs. 3 BGG; Art. 66 Abs. 4 BGG; Art. 68 Abs. 4 BGG: Party compensation in social insurance proceedings must be fixed by the cantonal court according to the importance and difficulty of the case and in light of the party’s degree of success. On federal review, the court examines freely whether the compensation decision satisfies federal law, but annulment is required where the reasoning does not disclose the decisive factual and legal grounds. If, after federal remittal, the cantonal court merely repeats the former amount without explaining the adjustment despite a changed extent of success, the decision violates the duty to state reasons and must be set aside; the matter is remanded for a new allocation of costs. Court costs may not be imposed on the canton under Art. 66 Abs. 4 BGG, but procedural compensation may be awarded under Art. 68 Abs. 4 in conjunction with Art. 66 Abs. 3 BGG.

Texte intégral

{T 0/2}
8C_465/2008

Urteil vom 8. August 2008
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Leuzinger, Bundesrichter Frésard,
Gerichtsschreiber Hochuli.

Parteien
E.________, Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Michael Ausfeld, Weinbergstrasse 18, 8001 Zürich,

gegen

Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft, Bundesgasse 35, 3011 Bern, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Fürsprecher René W. Schleifer, Stampfenbachstrasse 42, 8006 Zürich.

Gegenstand
Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich
vom 5. Mai 2008.

In Erwägung,
dass die Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft (nachfolgend: Mobiliar) dem 1954 geborenen E.________ für die ihm aus dem Unfall vom 24. Juli 1999 dauerhaft verbleibende Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit unter anderem eine Invalidenrente nach UVG auf Grund einer unfallbedingten Erwerbsunfähigkeit von 24 % zusprach (Verfügung vom 14. Dezember 2004) und daran mit Einspracheentscheid vom 10. November 2005 festhielt,
dass das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich die hiegegen gerichtete Beschwerde insoweit guthiess, als es dem Eventualantrag um Erhöhung des Invaliditätsgrades auf 52 % teilweise entsprach und E.________ eine Invalidenrente basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit von 33 % zusprach (Entscheid vom 18. September 2007),
dass das kantonale Gericht unter Dispositiv-Ziffer 3 des eben genannten Entscheides die Mobiliar verpflichtete, dem Versicherten "eine reduzierte Prozessentschädigung von Fr. 500.- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen",
dass das Bundesgericht die gegen den vorinstanzlichen Entscheid vom 18. September 2007 gerichtete Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten, mit welcher E.________ unter anderem eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 55 % sowie eine Parteientschädigung von Fr. 2'000.- für das kantonale Verfahren beantragte, wiederum teilweise guthiess und den Invaliditätsgrad auf 46 % erhöhte (Urteil 8C_664/2007 und 8C_713/2007 vom 14. April 2008),
dass das Bundesgericht unter der Dispositiv-Ziffer 6 des eben genannten Urteils das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich verpflichtete, die Parteientschädigung des vorinstanzlichen Verfahrens neu zu verlegen, und zu diesem Zweck die Sache an die Vorinstanz zurückwies,
dass das kantonale Gericht daraufhin mit Entscheid vom 5. Mai 2008 beschloss, die Mobiliar habe dem Versicherten "eine reduzierte Prozessentschädigung von Fr. 500.- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen",

dass E.________ hiegegen Beschwerde ans Bundesgericht führt mit dem Antrag, die Mobiliar sei zur Leistung einer Prozessentschädigung von Fr. 2'030.- (einschliesslich Barauslagen, zuzüglich MWSt) zu verpflichten, eventualiter sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen,
dass die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (Art. 82 ff. BGG) wegen Rechtsverletzung gemäss Art. 95 f. BGG erhoben werden kann,
dass nach dem gemäss Art. 1 Abs. 1 UVG auch im Unfallversicherungsbereich anwendbaren Art. 61 lit. g ATSG die obsiegende Beschwerde führende Person im kantonalen Verfahren Anspruch auf Ersatz der Parteikosten hat (Satz 1), wobei diese vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird (Satz 2),
dass die Bemessung der Parteientschädigung, welche dem heutigen Beschwerdeführer zufolge seines - gemessen an den gestellten Anträgen - weitgehenden Obsiegens auch für das kantonale Verfahren unbestrittenermassen zusteht, demnach in den Zuständigkeitsbereich des kantonalen Gerichts fällt,
dass das Bundesgericht im Anwendungsbereich von Art. 61 lit. g ATSG als Frage des Bundesrechts frei prüft, ob der vorinstanzliche Entscheid hinsichtlich der Bemessung der Parteientschädigung den bundesrechtlichen Anforderungen genügt, darüber hinaus aber praktisch nur, ob die Höhe der Parteientschädigung vor dem Willkürverbot standhält (vgl. SVR 2006 ALV Nr. 15 S. 52 f. E. 4.2 und 4.3),
dass dem hier angefochtenen Entscheid - auch nicht sinngemäss - eine Begründung dafür zu entnehmen ist, weshalb das kantonale Gericht im Vergleich zu seinem vom Bundesgericht korrigierten Entscheid vom 18. September 2007 dem Beschwerdeführer mit identischem Wortlaut die exakt gleich hoch bemessene Parteientschädigung zugesprochen hat,
dass nicht ersichtlich ist, inwiefern die Vorinstanz im Rahmen der mit Urteil 8C_664/2007 und 8C_713/2007 vom 14. April 2008 angeordneten Neuverlegung der Parteientschädigung das erhöhte Mass des Obsiegens nach dem Ausgang des letztinstanzlichen Verfahrens berücksichtigt hat,
dass der vorinstanzliche Entscheid somit in diesem wesentlichen Punkt die massgebenden Gründe tatsächlicher und rechtlicher Art im Sinne von Art. 112 Abs. 1 lit. b BGG vollständig vermissen lässt, weshalb er gemäss Art. 112 Abs. 3 BGG aufzuheben ist (Urteil 9C_423/2007 vom 29. August 2007 mit Hinweis; Seiler, in: Seiler/von Werdt/Güngerich, Kommentar zum BGG, N 33 zu Art. 112),
dass die Vorinstanz einen neuen Entscheid zu erlassen haben wird, welcher in Bezug auf die konkreten Gegebenheiten des zu beurteilenden Aufwandes für das kantonale Beschwerdeverfahren mit zweifachem Schriftenwechsel dem Mass des Obsiegens im letztinstanzlichen Verfahren mit Blick auf die Anträge des Beschwerdeführers Rechnung tragen wird,
dass dem Kanton Zürich keine Gerichtskosten auferlegt werden (Art. 66 Abs. 4 BGG),
dass es sich dagegen rechtfertigt, ihn gemäss Art. 68 Abs. 4 in Verbindung mit Art. 66 Abs. 3 BGG zur Zahlung einer Entschädigung an den Vertreter des Beschwerdeführers zu verpflichten (Urteil 1B_14/2008 vom 17. Juni 2008, E. 3),

erkennt das Bundesgericht:

1.
Der Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 5. Mai 2008 wird aufgehoben und die Sache zu neuem Entscheid im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Der Kanton Zürich hat dem Beschwerdeführer für das bundesgerichtliche Verfahren eine Entschädigung von Fr. 1'500.- zu bezahlen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.
Luzern, 8. August 2008
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Hochuli

Mots-clés

accident insuranceparty compensationreasoning dutyremandcostsdegree of success

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the cantonal court sufficiently reasoned its re-allocation of party compensation after remittal

Solution extraite

The renewed award of CHF 500 lacked the required factual and legal reasoning and had to be set aside.

Motifs extraits

The decision gave no discernible explanation why the court repeated the same amount despite the prior federal correction and the increased degree of success; this failed Art. 112 Abs. 1 lit. b BGG and required annulment under Art. 112 Abs. 3 BGG.

Question juridique clé

Whether the appellant was entitled to a higher cantonal party compensation

Solution extraite

The appellant’s request for a higher amount was not decided on the merits; the matter had to be reassessed by the cantonal court.

Motifs extraits

Because the compensation allocation was annulled for lack of reasoning, the lower court had to issue a new decision taking account of the extent of success and litigation effort.

Question juridique clé

Costs and compensation for the federal proceedings

Solution extraite

No court costs were charged to the Canton of Zurich, but it had to pay CHF 1,500 in compensation to the appellant’s representative.

Motifs extraits

Art. 66 Abs. 4 BGG barred court costs against the canton; compensation to the appellant was justified under Art. 68 Abs. 4 in connection with Art. 66 Abs. 3 BGG.

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