Cantonal cost allocation in an IV appeal upheld

8C_366/2012Tribunal fédéral / IVe division de droit public30 juil. 2012Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Supreme Court dealt only with the challenge to the cantonal cost order in an IV case. It held that cantonal proceedings concerning the grant or denial of IV benefits are subject to costs under federal law, but the allocation of those costs is governed by cantonal law. The Aargau rule in § 31(2) VRPG/AG did not require any deviation from the ordinary loser-pays principle, and the claimant failed to show arbitrariness. The complaint was dismissed; no federal court costs were imposed.

Regeste Omnilex

Art. 69 Abs. 1bis IVG; Art. 61 Ingress ATSG; § 31 Abs. 2 VRPG/AG: Cost allocation in cantonal appeal proceedings concerning IV benefits is governed by cantonal law; federal law only sets the framework for cost liability. Under Aargau law, costs are as a rule borne according to success and defeat; costs may be imposed on an authority only in cases of serious procedural defects or arbitrary decision-making. Arbitrariness requires an unsustainable result, not merely a questionable reasoning. The Federal Supreme Court reviews such cantonal cost allocations only for constitutional arbitrariness and will not substitute its own assessment where the outcome is defensible (consid. 4).

Texte intégral

{T 0/2}
8C_366/2012

Urteil vom 30. Juli 2012
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Leuzinger, Bundesrichter Maillard,
Gerichtsschreiber Grünvogel.

Verfahrensbeteiligte
B.________,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons Aargau,
Kyburgerstrasse 15, 5000 Aarau,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung (vorinstanzliches Verfahren),

Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau
vom 20. März 2012.

Sachverhalt:

A.
Das Versicherungsgericht des Kantons Aargau hat mit Entscheid vom 20. März 2012 eine gegen die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Aargau vom 3. Februar 2011 gerichtete Beschwerde abgewiesen und dabei dem unterliegenden Beschwerdeführer B.________ Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 800.- auferlegt.

B.
Gegen die Kostenauflage führt B.________ Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Antrag, die Kostenziffer sei ganz aufzuheben. Eventualiter beantragt er eine maximal hälftige Kostenauflage.

Erwägungen:

1.
Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (Art. 82 ff. BGG) kann wegen Rechtsverletzungen gemäss Art. 95 f. BGG erhoben werden. Danach kann die Verletzung blossen kantonalen Rechts nicht selbstständig gerügt werden. Auch prüft das Bundesgericht die Verletzung von Grundrechten (einschliesslich der willkürlichen Anwendung von kantonalem Recht) nur insoweit, als eine solche Rüge vorgebracht und begründet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 135 V 94 E. 1 S. 95).

2.
Streitig und zu prüfen ist einzig, ob die Vorinstanz dem unterliegenden Beschwerdeführer zu Recht sämtliche Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 800.- auferlegt hat.

3.
Die Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen sind gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten sind dabei nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis Fr. 1'000.- festzulegen. Darüber hinaus finden sich im Bundesrecht keine weiteren Regelungen zu den Kostenfolgen in IV-rechtlichen Verfahren vor dem kantonalen Gericht, insbesondere enthält es keine Regelung für die Aufteilung der Verfahrenskosten. Diese richtet sich allein nach kantonalem Recht (Art. 61 Ingress ATSG; Urteil 9C_925/2011 vom 28. März 2012, E. 2.1 mit Hinweis). Das Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons Aargau (VRPG/AG) regelt die Kostenverteilung in § 31 Abs. 2. Demnach werden im Beschwerdeverfahren die Verfahrenskosten in der Regel nach Massgabe des Unterliegens und Obsiegens auf die Parteien verlegt; den Behörden werden Verfahrenskosten nur auferlegt, wenn sie schwerwiegende Verfahrensmängel begangen oder willkürlich entschieden haben.

4.
Mit Blick auf die zulässigen Beschwerdegründe (E. 1 hiervor) ist einzig zu prüfen, ob die Vorinstanz § 31 Abs. 2 VRPG/AG willkürlich ausgelegt und angewendet hat.

4.1 Zwar lässt die Bestimmung die Kostenverteilung ausnahmsweise nach anderen Kriterien als dem Unterliegen und Obsiegen zu. Indessen kann nicht gesagt werden, die obsiegende Beschwerdegegnerin habe schwerwiegende Verfahrensmängel begangen oder willkürlich entschieden. Willkürlich entscheiden heisst, dass der Entscheid vom Ergebnis her willkürlich sein muss; ist hingegen lediglich die Begründung nicht nachvollziehbar, nicht aber das Ergebnis selbst, liegt kein willkürlicher Entscheid vor (vgl. BGE 138 I 49 E. 7.1 S. 51; 136 I 316 E. 2.2.2 S. 318 f., je mit Hinweisen).

4.2 Anders als in Art. 66 Abs. 1 BGG sieht das VRPG/AG auch nicht ausdrücklich vor, dass ausnahmsweise auf Kosten verzichtet werden könne, wenn es die Umstände rechtfertigen, wie etwa wenn eine Beschwerde führende Person wahrscheinlich erst gar nicht Beschwerde geführt hätte, wenn bereits die Verfügung der Verwaltung so begründet worden wäre wie später der gerichtliche Entscheid.

4.3 Zusammengefasst erweist sich die vorinstanzliche Kostenauflage an den Beschwerdeführer nicht als willkürlich. Der angefochtene Kostenentscheid ist zu schützen.

5.
Umständehalber wird letztinstanzlich auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons Aargau und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 30. Juli 2012
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Ursprung

Der Gerichtsschreiber: Grünvogel

Mots-clés

invalidity insurancecourt costscantonal procedural lawarbitrarinesscost allocationappealsocial insurance

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the cantonal court’s allocation of CHF 800 in court costs to the losing claimant was arbitrary under cantonal procedural law.

Solution extraite

The cost order was not arbitrary and is upheld.

Motifs extraits

Under Art. 69(1bis) IVG, cantonal IV appeal proceedings are subject to costs, while the allocation of costs is governed by cantonal law. Section 31(2) VRPG/AG generally follows the rule of success and defeat and allows costs to be imposed on authorities only in cases of serious procedural defects or arbitrary decisions. Those exceptions were not met here, and a merely insufficiently reasoned decision does not amount to arbitrariness if the outcome is sustainable.

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