Non-entry on appeal against refusal to join insurer

8C_356/2010Tribunal fédéral / IVe division de droit public26 mai 2010Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Supreme Court held that the complaint against the cantonal court’s refusal to join Allianz Suisse in an accident-insurance proceeding was an appeal against an interlocutory procedural order. The appellant failed to show either a non-reparable disadvantage or that immediate admission would end the case and avoid extensive evidentiary proceedings. The court also rejected the argument of a negative jurisdictional conflict, noting that the appellant could still challenge the relevant questions in an appeal against the final decision. The appeal was therefore not entered into, and court costs of CHF 300 were imposed on the appellant.

Regeste Omnilex

Art. 93 BGG; admissibility of an appeal against an interlocutory order refusing joinder of a third-party insurer. A procedural order may be challenged only if the conditions of Art. 93 Abs. 1 lit. a or b BGG are met. A non-reparable disadvantage is not established where the parties may later raise the same issues against the final decision pursuant to Art. 93 Abs. 3 BGG. The mere refusal to join another insurer does not, as such, create a negative jurisdictional conflict; a later liability determination against one insurer does not automatically determine the liability of another. If the admissibility requirements are not shown, the Federal Supreme Court does not enter into the appeal in simplified procedure under Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG.

Texte intégral

{T 0/2}
8C_356/2010

Urteil vom 26. Mai 2010
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Gerichtsschreiber Batz.

Verfahrensbeteiligte
B.________, vertreten durch
Rechtsanwalt Daniel Altermatt,
Beschwerdeführerin,

gegen

Vaudoise Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft, Place de Milan, 1007 Lausanne,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Unfallversicherung (Prozessvoraussetzung),

Beschwerde gegen die Verfügung des Versicherungsgerichts des Kantons Solothurn
vom 18. März 2010.

Nach Einsicht
in die Verfügung des Versicherungsgerichts des Kantons Solothurn vom 18. März 2010, mit welcher u.a. der Antrag der Beschwerdeführerin auf Beiladung der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft im Verfahren betreffend Unfallversicherung abgewiesen wurde,

in die Beschwerde vom 28. April 2010, mit welcher beantragt wird, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei die Vorinstanz anzuweisen, die Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft zum Beschwerdeverfahren beizuladen,

in Erwägung,
dass es sich bei der angefochtenen Verfügung um eine verfahrensleitende Anordnung handelt, welche nur unter den für den Weiterzug von Vor- und Zwischenentscheiden geltenden Voraussetzungen anfechtbar ist (Art. 93 BGG; vgl. BGE 133 V 477 E. 4.1.3 S. 481; vgl. u.a. unveröffentlichte Urteile 8C_41/2009 vom 16. Januar 2009 und 8C_703/2007 vom 24. Januar 2008),
dass die Zulässigkeit der Beschwerde somit - alternativ - voraussetzt, dass der Entscheid einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder dass die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit und Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG),
dass die Beschwerdeführerin nicht dartut und auch nicht ersichtlich ist, inwiefern durch die Gutheissung der Beschwerde sofort ein Endentscheid herbeigeführt und damit ein bedeutender Aufwand an Zeit und Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren erspart werden könnte (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG),
dass auch die alternative Tatbestandsvoraussetzung gemäss Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin nicht erfüllt ist, da für sie die blosse Abweisung ihres Begehrens um Beiladung der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil darstellt, indem sie die damit zusammenhängenden Fragen gegebenenfalls durch Beschwerde gegen den Endentscheid bzw. ein gegen die Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft ergehendes Endurteil wird anfechten können (Art. 93 Abs. 3 BGG), wodurch ihre Rechte gewahrt bleiben,
dass auch die übrigen Vorbringen der Beschwerdeführerin zu keiner anderen Betrachtungsweise zu führen vermögen, zumal das in der Beschwerde zitierte Urteil des Eidgenössisches Versicherungsgerichts vom 17. Juli 2002 (U 417/01, in: RKUV 2002 Nr. U 469 S. 522, insbes. S. 528) u.a. die Zuordnung einer Gesundheitsschädigung zu einem von mehreren Unfallereignissen bei gegebener Unfallkausalität betraf und somit in tatbeständlicher und rechtlicher Hinsicht wesentlich anders gelagert war als der vorliegende Fall, weshalb daraus nichts für die hier zu beurteilende Streitsache abgeleitet werden kann,

dass schliesslich von einem "negativen Kompetenzkonflikt" beim heutigen Verfahrensstand nicht gesprochen werden kann, weil nach den zutreffenden Feststellungen der Vorinstanz auch nach einer allfälligen Verneinung der Unfallkausalität im Verfahren gegen die Beschwerdegegnerin nicht unbesehen auf eine Leistungspflicht der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft geschlossen werden könnte,
dass demnach auf die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG sowie ohne Durchführung eines Schriftenwechsels (Art. 102 Abs. 1 BGG) nicht einzutreten ist, womit die Beschwerdeführerin nach Art. 66 Abs. 1 und 3 BGG kostenpflichtig wird,

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 300.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons Solothurn und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 26. Mai 2010
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Batz

Mots-clés

admissibilityinterlocutory orderjoindernon-reparable harmnegative jurisdictional conflictcosts

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal against the interlocutory order was admissible under Art. 93 BGG

Solution extraite

The appeal was inadmissible because neither a non-reparable harm nor the conditions for an immediate final decision saving extensive evidence proceedings were shown.

Motifs extraits

The challenged order was a procedural ruling. The appellant did not demonstrate that admitting the appeal would immediately bring about a final decision and save substantial time and costs. Nor did the refusal to join Allianz Suisse cause a non-reparable legal disadvantage, since the issues could still be raised in an appeal against the final decision.

Question juridique clé

Whether the refusal to join Allianz Suisse caused a non-reparable disadvantage or a negative jurisdictional conflict

Solution extraite

No non-reparable disadvantage and no present negative jurisdictional conflict were established.

Motifs extraits

The court held that the appellant could later challenge the relevant issues in proceedings against the final judgment. A possible denial of accident causation in the case against Vaudoise did not automatically imply liability of Allianz Suisse, so there was no immediate negative conflict of competence.

Question juridique clé

Court costs

Solution extraite

Court costs were imposed on the appellant.

Motifs extraits

As the appeal was not entered into, the appellant bore the costs under Art. 66 BGG.

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