Non-entry on appeal against remand decision

8C_345/2010Tribunal fédéral / IVe division de droit public27 mai 2010Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Court dealt with an appeal in an invalidity insurance matter against a cantonal remand decision ordering the administration first to examine integration measures before deciding on any pension entitlement. It held that the challenged decision was an independently appealable interim decision under Art. 93 BGG, but the appellant failed to meet the admissibility requirements. No irreparable disadvantage was shown, and the exception for immediate final adjudication and saving extensive evidence was not applicable. The appeal was therefore not entered into in simplified procedure, and court costs of CHF 300 were imposed on the appellant.

Regeste Omnilex

Art. 93 BGG; admissibility of an appeal against a remand decision. A cantonal remand decision in social insurance proceedings is, as a rule, an independently appealable interim decision only if one of the conditions of Art. 93 Abs. 1 lit. a or b BGG is met. The appellant bears the burden of demonstrating irreparable disadvantage; a mere possibility that the contested questions can later be reviewed on appeal against the final decision does not suffice (consid. 1). Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG requires that the admission of the appeal would immediately bring about a final decision and avoid extensive evidence. If the appellant himself seeks remand, this condition is generally excluded. Inadmissible appeals may be dismissed in simplified procedure under Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG; costs are governed by Art. 66 BGG.

Texte intégral

{T 0/2}
8C_345/2010

Urteil vom 27. Mai 2010
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Gerichtsschreiber Batz.

Verfahrensbeteiligte
B.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Alex Frei,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons Thurgau, St. Gallerstrasse 13, 8500 Frauenfeld,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung (Prozessvoraussetzung),

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 3. März 2010.

Nach Einsicht
in den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 3. März 2010, mit welchem die Beschwerde des B.________ in dem Sinne gutgeheissen wurde, dass die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Thurgau vom 25. September 2009 aufgehoben und die Sache an die Verwaltung zurückgewiesen wurde, damit sie im Sinne der Erwägungen vorerst über die notwendigen und möglichen Eingliederungsmassnahmen befinde, bevor über einen allfälligen Rentenanspruch des Versicherten verfügt werde,
in die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten, mit welcher B.________ u.a. beantragen lässt, der vorinstanzliche Entscheid sei aufzuheben und "das Verfahren sei an das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau als Versicherungsgericht zur Neubeurteilung zurückzuweisen ...",

in Erwägung,
dass es sich beim angefochtenen kantonalen Rückweisungsentscheid um einen - selbstständig eröffneten - Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG handelt (BGE 133 V 477 E. 4.2 und 4.3 S. 481 f.; 133 V 645 E. 2.1 S. 647; vgl. auch BGE 135 II 30 E. 1.3.2 S. 34; zum hier nicht gegebenen Ausnahmefall, dass ein Rückweisungsentscheid als Endentscheid zu qualifizieren ist, siehe SVR 2008 IV Nr. 39 S. 131, 9C_684/2007, E. 1.1),
dass die Zulässigkeit der Beschwerde somit - alternativ - voraussetzt, dass der Entscheid einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG), oder dass die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit und Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG),
dass entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers die Eintretensvoraussetzung des Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG nicht erfüllt ist, da durch die Gutheissung der Beschwerde nicht sofort ein Endentscheid herbeigeführt und damit ein bedeutender Aufwand an Zeit und Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren erspart werden könnte (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG), zumal der Versicherte selbst die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz beantragt,
dass sodann der Beschwerdeführer nicht dartut und auch nicht ersichtlich ist, inwiefern ihm durch den Entscheid des kantonalen Gerichts ein nicht wieder gutzumachender Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG droht (vgl. zum Erfordernis der rechtsgenüglichen Begründung Art. 42 Abs. 2 Satz 1 BGG), zumal die Fragen der Eingliederung und der Rentenberechtigung gegebenenfalls im Rahmen der Anfechtung des Endentscheides vor Bundesgericht gerügt bzw. überprüft werden können (Art. 93 Abs. 3 BGG),
dass deshalb auf die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG sowie ohne Durchführung eines Schriftenwechsels (Art. 102 Abs. 1 BGG) nicht einzutreten ist und der Beschwerdeführer nach Art. 66 Abs. 1 und 3 BGG kostenpflichtig wird,

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 300.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 27. Mai 2010

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Batz

Mots-clés

social insuranceinvalidity insuranceremand decisioninterim decisionadmissibilityirreparable harmcostssimplified procedure

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal against the cantonal remand decision was admissible under Art. 93 BGG.

Solution extraite

The remand decision was an independently appealable interim decision, but neither the requirement of irreparable harm nor that of immediate final decision and avoidance of extensive evidence was met.

Motifs extraits

The appellant did not show an irreparable disadvantage, and review of integration and pension issues remained possible in an appeal against the final decision. Immediate final adjudication was not possible, especially since the appellant himself had requested remand.

Question juridique clé

Whether court costs should be imposed on the appellant.

Solution extraite

Court costs were charged to the appellant.

Motifs extraits

As the appeal was inadmissible, the appellant became liable for costs under the Federal Supreme Court Act.

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