Non-entry due to insufficiently reasoned appeal against interim order

8C_307/2011Tribunal fédéral / IVe division de droit public29 avr. 2011Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

L.________ appealed to the Federal Supreme Court against an interim order of the Federal Administrative Court that had refused legal aid but found the required advance on costs paid and allowed the IV office to file a reply. The Federal Supreme Court held that the order was a non-appealable interim decision in the circumstances because the refusal of legal aid alone caused no irreparable harm after the advance was paid. It further held that the filing did not satisfy the reasoning requirements of Art. 42(2) BGG. The Court therefore did not enter on the appeal and waived court costs.

Regeste Omnilex

Art. 93 BGG; appealability of an interim procedural order and irreparable harm; Art. 42 Abs. 2 BGG, Art. 97 Abs. 1 BGG: admissibility requires substantiated reasoning. An interim order refusing legal aid is only capable of causing irreparable harm where the continuation of the proceedings is made dependent on payment of an advance on costs and the party cannot effectively protect its position otherwise. If the advance is paid and the proceedings continue, the refusal of legal aid does not, by itself, satisfy Art. 93(1)(a) BGG. Independently, the appeal must explain concretely which factual findings are erroneous and which legal provisions are violated; a failure to do so leads to non-entry under the simplified procedure of Art. 108 BGG.

Texte intégral

8C_307/2011 {T 0/2}

Urteil vom 29. April 2011
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Leuzinger, als Einzelrichterin,
Gerichtsschreiber Grünvogel.

Verfahrensbeteiligte
L.________,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland,
avenue Edmond-Vaucher 18, 1203 Genf,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung (Prozessvoraussetzung),

Eingabe gegen die Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 24. Februar 2011.

Sachverhalt:
Mit auf den 23. Februar 2011 datierter, am 28. März 2011 eingegangener Eingabe gelangt L.________ an das Bundesgericht.
Auf Aufforderung hin reicht er als Entscheid der letzten Instanz, welche sich mit dieser Angelegenheit befasst hat, die Zwischenverfügung C-5238/2010 des Bundesverwaltungsgerichts vom 24. Februar 2011 ein. Darin weist das Bundesverwaltungsgericht ein von L.________ eingereichtes Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ab, stellt fest, dass der einverlangte Kostenvorschuss geleistet worden ist, und räumt der IV-Stelle als Beschwerdegegnerin das Recht ein, innert Frist bis zum 5. Mai 2011 eine Duplik einzureichen. Die Verfügung ist mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen.

Erwägungen:

1.
Mit der Verfügung vom 24. Februar 2011 hat das Bundesverwaltungsgericht nicht über das Leistungsbegehren entschieden. Vielmehr hat es nur einen verfahrensleitenden Zwischenentscheid gefällt, gegen den beim Bundesgericht nur unter sehr engen, in Art. 93 BGG näher umschriebenen Voraussetzungen Beschwerde geführt werden kann: Der Entscheid muss gemäss dessen Abs. 1 entweder einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (lit. a) oder die Gutheissung der Beschwerde würde sofort einen Endentscheid herbei führen, durch welchen zugleich ein bedeutender Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren erspart würde (lit. b).
Während die Ansetzung einer Vernehmlassungsfrist an die Gegenpartei offenkundig keine dieser Voraussetzungen erfüllt, kann ein Zwischenentscheid über die unentgeltliche Rechtspflege unter bestimmten Voraussetzungen einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von lit. a dieser Bestimmung bewirken: Etwa wenn nicht nur die unentgeltliche Rechtspflege verweigert, sondern zugleich auch die Anhandnahme des Rechtsmittels von der Bezahlung eines Kostenvorschusses durch die gesuchstellende Partei abhängig gemacht wird. Wird indessen - wie vorliegend - der Kostenvorschuss geleistet und führt das Gericht in Folge dessen das Verfahren weiter, dürfte die Verweigerung der unentgeltlichen Rechtspflege für sich selbst gesehen bei der gesuchstellenden Person wohl kaum einen irreparablen Nachteil bewirken. Den noch in der Sache zu treffenden Endentscheid des Bundesverwaltungsgerichts könnte sie in diesem Punkt beim Bundesgericht allenfalls anfechten, sollte ihr das Verwaltungsgericht überhaupt Verfahrenskosten auferlegen (in diesem Sinne Urteil 2D_1/2007 vom 2. April 2007 E. 3; zur Frage des nicht wieder gutzumachenden Nachteils vgl. sodann auch BGE 133 V 645 E. 2.2).

2.
Losgelöst davon muss die Beschwerde führende Person in der Rechtsschrift gemäss Art. 42 Abs. 2 BGG dartun, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt, ansonsten das Bundesgericht darauf nicht eintritt; Art. 95 ff. BGG nennt die zulässigen Beschwerdegründe.
Die am 28. März 2011 beim Bundesgericht eingetroffene Eingabe genügt diesen Mindestanforderungen nicht, da den Ausführungen nicht entnommen werden kann, inwiefern die Sachverhaltsfeststellung im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG unzutreffend und die darauf beruhenden Erwägungen rechtsfehlerhaft sein sollen.

3.
Es braucht demnach weder abschliessend geklärt zu werden, was der Versicherte mit seiner Eingabe vor Bundesgericht bezwecken wollte, noch, ob ihm überhaupt ein Rechtsmittel gegen die Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 24. Februar 2011 offen steht. Auf die auf den 23. Februar 2011 datierte Eingabe ist so oder so nicht einzutreten.

4.
Da der Begründungsmangel offenkundig ist, kommt das vereinfachte Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 BGG zur Anwendung, und es wird gemäss Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet.

Demnach erkennt die Einzelrichterin:

1.
Auf die auf den 23. Februar 2011 datierte Eingabe wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Bundesverwaltungsgericht und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 29. April 2011

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Leuzinger Grünvogel

Mots-clés

inadmissibilityinterim orderlegal aidirreparable harmreasoned appealcost advancenon-entry

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal against the interim order was admissible under Art. 93 BGG

Solution extraite

The appealed order was an interim procedural order; the challenged refusal of legal aid did not create an irreparable harm because the advance on costs was paid and the proceedings continued, and the reply deadline did not qualify under Art. 93 BGG.

Motifs extraits

A non-reparable disadvantage may arise from refusal of legal aid only where the continuation of the case is made dependent on payment of an advance; here the advance was paid, so the refusal alone caused no irreparable harm.

Question juridique clé

Whether the filing met the minimum reasoning requirements of Art. 42(2) BGG

Solution extraite

No. The submission did not explain how the facts were wrongly established or the reasoning legally erroneous.

Motifs extraits

The appellant failed to show any legal violation; without such substantiation, the Federal Supreme Court cannot enter the appeal.

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