Non-entry on invalidity appeal upheld for lack of standing

8C_231/2007Tribunal fédéral / IVe division de droit public10 juil. 2007Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

W. challenged a cantonal non-entry decision in an invalidity-insurance matter. The Federal Supreme Court held that he lacked a protectable interest in the newly filed IV decision because it granted the waiting daily allowance he had requested, and therefore the cantonal court correctly refused to enter into the case. The court also noted that the non-entry could not be justified by failure to pay the advance of costs, since W. had timely requested free legal aid. The complaint was dismissed insofar as admissible, no court costs were charged, and the free legal aid request became moot.

Regeste Omnilex

Art. 59 ATSG; appeal against a non-entry decision in invalidity insurance; protectable interest. A party is not entitled to challenge an administrative decision if the subsequent decision granted the relief sought and the party is therefore no longer aggrieved. In such circumstances, the cantonal court may validly refuse to enter into the case for lack of standing. If, after an order to pay an advance of costs, the appellant timely applies for free legal aid, non-entry cannot be based on non-payment without addressing that request. Federal review of a non-entry ruling is limited to whether the refusal to enter was lawful; the substantive merits are not examined (consid. 2-4).

Texte intégral

{T 0/2}
8C_231/2007

Urteil vom 10. Juli 2007
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichter Schön, Bundesrichterin Leuzinger,
Gerichtsschreiberin Riedi Hunold.

Parteien
W.________, Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons Appenzell Ausserrhoden, Kasernenstrasse 4, 9102 Herisau, Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts von Appenzell Ausserrhoden
vom 3. April 2007.

Sachverhalt:
A.
Mit Eingabe vom 15. März 2007 gelangte W.________ an das Verwaltungsgericht von Appenzell Ausserrhoden (nachfolgend: Verwaltungsgericht) und stellte verschiedene materielle Anträge. Mit Schreiben vom 22. März 2007 teilte das Verwaltungsgericht W.________ mit, dass seine Beschwerde den formellen Anforderungen nicht genüge, keine anfechtbare Verfügung beigelegt sei, und forderte ihn auf, einen Kostenvorschuss zu leisten. Am 31. März 2007 reichte W.________ mit seiner Beschwerdeergänzung die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Appenzell Ausserrhoden vom 20. März 2007 ein und ersuchte um unentgeltliche Prozessführung.
B.
Das Verwaltungsgericht trat mit einzelrichterlichem Entscheid vom 3. April 2007 auf die Beschwerde nicht ein.
C.
W.________ führt hiegegen Beschwerde und wiederholt die vorinstanzlichen Begehren. Zudem ersucht er um unentgeltliche Rechtspflege.
D.
Nachdem das Bundesgericht W.________ mit Schreiben vom 11. Mai 2007 darauf hingewiesen hat, dass seine Beschwerde die formellen Anforderungen nicht zu erfüllen scheint, reicht er innert laufender Beschwerdefrist am 15. Mai 2007 eine weitere Eingabe ein.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
1.
Weil die angefochtene Entscheidung nach dem Datum des Inkrafttretens des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110), dem 1. Januar 2007 (AS 2006 1242), ergangen ist, untersteht die Beschwerde dem neuen Recht (Art. 132 Abs. 1 BGG).
2.
Die Beschwerde richtet sich gegen den vorinstanzlichen Nichteintretensentscheid. Das Bundesgericht hat daher zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht auf das bei ihr erhobene Rechtsmittel nicht eingetreten ist. Dagegen kann auf die in der letztinstanzlichen Beschwerde gestellten materiellen Anträge nicht eingetreten werden (BGE 132 V 74 E. 1.1 S. 76 mit Hinweis).
3.
Entgegen den Ausführungen im kantonalen Entscheid kann das Nichteintreten nicht mit dem Nichtbezahlen des verlangten Kostenvorschusses begründet werden, da der Versicherte nach der gerichtlichen Aufforderung zum Kostenvorschuss vom 22. März 2007 in seiner innert der laufenden Beschwerdefrist eingereichten Beschwerdeergänzung vom 31. März 2007 explizit um unentgeltliche Prozessführung ersucht hat. Die Vorinstanz hat sich damit nicht auseinandergesetzt.

Der Versicherte ist - wie die Vorinstanz zutreffend ausführt - durch die innerhalb der Beschwerdefrist als Anfechtungsobjekt nachgereichte Verfügung vom 20. März 2007 nicht beschwert. Denn mit dieser Verfügung wird ihm infolge Aufhebung der beruflichen Massnahmen bis zur Zusprechung einer Invalidenrente ein Wartetaggeld von Fr. 126.40 resp. ab 1. Januar 2007 von Fr. 132.- ausgerichtet. Dies entspricht seinem Antrag, es sei ihm bis zur Ausrichtung einer Invalidenrente ein Taggeld in der Höhe von Fr. 126.40 bzw. ab 1. Januar 2007 in der Höhe von Fr. 132.- zu bezahlen. Er hat somit kein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung oder Änderung dieser Verfügung (Art. 59 ATSG; BGE 132 V 77 E. 3.1 S. 77 mit Hinweisen). Die Vorinstanz ist nach dem Gesagten zu Recht auf seine Beschwerde nicht eingetreten.
4.
Die Beschwerde ist offensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren nach Art. 109 BGG, insbesondere ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung, erledigt wird.
5.
Auf die Erhebung von Gerichtskosten kann verzichtet werden (Art. 66 Abs. 1 BGG). Damit wird das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gegenstandslos.
Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht von Appenzell Ausserrhoden und dem Bundesamt für Sozialversicherungen zugestellt.
Luzern, 10. Juli 2007
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:
i.V.

Mots-clés

invalidity insurancenon-entryprotectable interestfree legal aidcourt costsstandingsummary procedure

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the cantonal court was right to declare the appeal inadmissible for lack of a protectable interest in the challenged IV decision.

Solution extraite

The appellant had no protectable interest because the later IV decision granted the wartime daily allowance he had requested; therefore the cantonal non-entry was correct.

Motifs extraits

The after-filed decision of 20 March 2007 awarded the requested waiting daily allowance until a disability pension is granted. Since the appellant had obtained exactly what he sought, he was not aggrieved and could not demand annulment or amendment under Art. 59 ATSG.

Question juridique clé

Whether non-payment of the requested cost advance justified the cantonal court's non-entry.

Solution extraite

No. The appellant had timely requested free legal aid in his supplementary filing, and the cantonal court did not address that request.

Motifs extraits

Because the request for free legal aid was made within the appeal period, non-entry could not be based on failure to pay the advance without first dealing with that request.

Question juridique clé

Whether the federal complaint could seek review of the merits of the underlying IV dispute despite being directed only against the non-entry decision.

Solution extraite

No merits review was possible in this procedure; only the non-entry decision could be examined.

Motifs extraits

An appeal against a non-entry ruling allows review only of whether the lower court rightly refused to enter into the case, not the substantive relief originally claimed.

Poursuivez vos recherches dans ChatGPT ou Claude

Connectez Omnilex pour rechercher dans le corpus juridique depuis votre assistant IA.