No standing in complaint against refusal to open criminal proceedings

6B_663/2008Tribunal fédéral / Division pénale23 sept. 2008Inadmissible

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Résumé

The Federal Supreme Court did not enter into the complainants' request for recusal and did not admit the complaint against the refusal to open criminal proceedings for defamation, fraud, and extortion. It held that mere prior participation in an earlier federal case is not a recusal ground, and that the complainants were not victims under the applicable standing rules because they were not directly affected in their physical, sexual, or psychological integrity. The complaint was therefore inadmissible in summary non-entry proceedings. Court costs of CHF 1,500 were imposed on the complainants jointly and severally, each bearing half.

Regest

Art. 34 Abs. 2 BGG; Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG; Art. 2 Abs. 2 OHG; summary non-entry under Art. 108 BGG: prior participation of a federal judge in an earlier proceeding does not, by itself, constitute a ground for disqualification. A complainant challenging the refusal to open criminal proceedings is only legitimized if directly and immediately affected in the legally protected interests required by the victim status provision; mere indirect concern or private interest is insufficient. If standing is lacking, the complaint is not admitted in the simplified procedure, and costs may be allocated under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Texte intégral

{T 0/2}
6B_663/2008/sst

Urteil vom 23. September 2008
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Präsident,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________, Y.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Landschaft, Bahnhofplatz 3a, 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Verzicht auf Verfahrenseröffnung (Verleumdung etc.),

Beschwerde gegen den Beschluss des Verfahrensgerichts in Strafsachen des
Kantons Basel-Landschaft vom 19. Mai 2008.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Die Mitwirkung an einem früheren Verfahren des Bundesgerichts bildet für sich allein keinen Ausstandsgrund (Art. 34 Abs. 2 BGG). Auf das Ausstandsbegehren ist nicht einzutreten.

2.
Das Bundesgericht kann sich im vorliegenden Beschwerdeverfahren mit den Urteilen 2P.325/2006 vom 12. Januar 2007 und 2F_2/2007 vom 25. April 2007 nicht befassen. Antrag 2 ist unzulässig.

3.
Die Beschwerde richtet sich dagegen, dass auf die Eröffnung eines Strafverfahrens wegen Verleumdung, Betrugs und Erpressung verzichtet wurde. Die Beschwerdeführer sind durch die angeblichen Straftaten nicht in ihrer körperlichen, sexuellen oder psychischen Integrität unmittelbar beeinträchtigt worden (Art. 2 Abs. 2 OHG). Entgegen ihrer Annahme (Beschwerde S. 5) sind sie dehalb nicht Opfer im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG. Auch die anderen Legitimationsvoraussetzungen von Art. 81 Abs. 1 lit. b BGG sind nicht erfüllt. Die Beschwerdeführer sind folglich zur vorliegenden Beschwerde nicht legitimiert. Im Übrigen hat der Umstand, dass auf die Eröffnung eines Strafverfahrens verzichtet wird, mit einer formellen Rechtsverweigerung nichts zu tun. Unter den gegebenen Umständen muss sich das Bundesgericht mit dem Umstand, dass einer der Beschwerdeführer trotz Vollmacht zur Vertretung des anderen nicht befugt ist (Art. 40 Abs. 1 BGG), nicht befassen. Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

4.
Die Kosten des Verfahrens sind den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftung je zur Hälfte aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf das Ausstandsbegehren wird nicht eingetreten.

2.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 1'500.-- werden den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftung je zur Hälfte auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Verfahrensgericht in Strafsachen des Kantons Basel-Landschaft schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 23. September 2008

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schneider Monn

Mots-clés

standingvictim statusrecusalnon-entrycriminal complaintcourt costs