Prison work obligation and assessed work capacity

6B_250/2010Tribunal fédéral / Division pénale9 avr. 2010Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The prisoner challenged a prison administration decision finding him fully work-capable and requiring him to perform ordinary prison work, despite his claim of only 50% capacity. The cantonal remedies were unsuccessful, and the Federal Supreme Court dismissed the complaint in summary procedure. It held that compulsory prison labor is compatible with Article 4(3)(a) ECHR if it concerns ordinary work, and that the cantonal decision adequately reflected the prisoner's reduced capacity by limiting him to light to medium work with a 50% reduced performance expectation. Free legal aid was refused as the appeal lacked prospects of success, and costs of CHF 800 were imposed.

Regeste Omnilex

Art. 4 Abs. 3 lit. a EMRK; Art. 109 BGG; prison labour in custody: the prohibition of forced labour does not extend to work ordinarily required from detainees. A prison authority may impose work duty within the normal range of prison employment, provided the assignment takes account of the detainee's proven physical and mental capacity. Where the lower decision already construes the work obligation as light to medium work with reduced performance expectations, no breach of federal law is shown. Unsuccessful complaints justify refusal of free legal aid under Art. 64 BGG and cost allocation under Art. 66 Abs. 1 BGG, taking account of financial circumstances under Art. 65 Abs. 2 BGG.

Texte intégral

{T 0/2}
6B_250/2010

Urteil vom 9. April 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Bundesrichter Schneider, Mathys,
Gerichtsschreiber Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Paritätische Aufsichtskommission der Strafanstalt Bostadel, Aabachstrasse 1, Postfach, 6301 Zug,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Arbeitsfähigkeit während des Strafvollzugs,

Beschwerde gegen das Urteil der Rekurskommission für die interkantonale Strafanstalt Bostadel vom 1. Februar 2010.
Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Der Beschwerdeführer befindet sich seit August 2007 in der Strafanstalt Bostadel. Von Anfang an bestanden zwischen ihm und der Direktion Meinungsverschiedenheiten über seine Arbeitsfähigkeit. Mit Verfügung vom 4. Mai 2009 stellte die Direktion fest, er sei gemäss dem Gefängnisarzt und dem Gefängnispsychiater zu 100% arbeitsfähig. Er müsse daher wie alle anderen Gefangenen am Arbeitsplatz präsent sein und gemäss seiner Leistungsfähigkeit eine Arbeitsleistung erbringen (angefochtener Entscheid S. 2). Dagegen erhobene Rekurse wurden durch die Aufsichtskommission der Anstalt am 16. November 2009 und durch die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid am 1. Februar 2010 abgewiesen.

In Anwendung von Art. 109 Abs. 3 BGG kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. angefochtenen Entscheid S. 3-5 E. 2 und 3).

Der Beschwerdeführer macht zu Unrecht geltend, die EMRK untersage die Arbeitspflicht in Strafanstalten. Es muss sich nur um "üblicherweise" von einer Person verlangte Arbeit handeln (Art. 4 Abs. 3 lit. a EMRK). Dass der Beschwerdeführer zu einer besonderen Arbeit verpflichtet würde, die nicht üblich ist, behauptet er nicht.

Im Übrigen präzisiert die Vorinstanz die oben zitierte Verfügung vom 4. Mai 2009 insoweit, als sie feststellt, indem die Direktion der Strafanstalt dem Beschwerdeführer eine ganztägige Beschäftigung mit leichter bis mittlerer körperlicher Belastung und 50% eingeschränkter Leistungserwartung zuweise, trage sie seiner verminderten körperlichen und geistigen Arbeitsfähigkeit ausreichend Rechnung (angefochtener Entscheid S. 5). Der Beschwerdeführer hatte im kantonalen Verfahren denn auch beantragt, es sei festzustellen, dass er maximal zu 50% arbeitsfähig sei, und es sei die Strafanstalt anzuweisen, ihn bei einem Arbeitspensum von 50% zu beschäftigen (angefochtener Entscheid S. 2). Bei dieser Sachlage ist von vornherein nicht ersichtlich, inwieweit der angefochtene Entscheid gegen das schweizerische Recht im Sinne von Art. 95 BGG verstossen könnte.

Unter diesen Umständen kann offen bleiben, ob der Psychiater den psychischen Zustand des Beschwerdeführers hinreichend abgeklärt hat und ob es eine Rolle spielt, dass der Psychiater und der Arzt Angestellte der Anstalt sind.
Die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 109 BGG abzuweisen.

2.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von Art. 64 BGG abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Der finanziellen Lage des Beschwerdeführers ist bei der Bemessung der Gerichtsgebühr Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und der Rekurskommission für die interkantonale Strafanstalt Bostadel schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 9. April 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre Monn

Mots-clés

prison labourwork capacityforced labourlegal aidcourt costssummary procedure

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the prison work obligation violated the European Convention on Human Rights or Swiss law in light of the prisoner's reduced capacity.

Solution extraite

The appeal failed. The work duty concerned only ordinary prison work, which is permissible under the ECHR, and the challenged decision adequately took the prisoner's reduced physical and mental capacity into account.

Motifs extraits

The court held that Article 4(3)(a) ECHR allows work usually required of a detainee. The appellant did not show that he was being required to perform unusual work. The lower court's clarification that he was assigned full-day light to medium work with a 50% reduced performance expectation meant his diminished capacity was sufficiently considered; no violation of Art. 95 BGG was apparent.

Question juridique clé

Whether the request for free legal aid should be granted.

Solution extraite

It was denied because the appeal had no prospects of success.

Motifs extraits

Under Art. 64 BGG, legal aid is unavailable when the claims are hopeless.

Question juridique clé

Allocation of court costs.

Solution extraite

Court costs were imposed on the appellant, reduced to reflect his financial situation.

Motifs extraits

Costs follow the outcome under Art. 66(1) BGG, with account taken of financial hardship under Art. 65(2) BGG.

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