Community service refused for sentence exceeding three months

6A.29/2004Tribunal fédéral / Division pénale30 août 2004Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

X.________ challenged the Aargau authorities’ refusal to allow him to serve a 98-day sentence by community service, requesting instead another form of execution. The Federal Court held that community service was unavailable because the custodial sentence exceeded the three-month limit in Art. 3a VStGB 3. It also rejected his arguments on competence, family situation, and the underlying criminal proceedings, confirming that Aargau was responsible for execution. The administrative complaint was dismissed insofar as it was admissible, and court costs of CHF 1,000 were imposed on the appellant.

Regeste Omnilex

Art. 3a Abs. 1 VStGB 3; community service is available only for custodial sentences not exceeding three months; a 98-day sentence falls outside the statutory maximum and cannot be converted to community service. Questions regarding the executing canton are governed by the rule that the higher sentence determines execution competence (Art. 3 VStGB 1). Irrelevant objections directed against the concluded criminal judgment are inadmissible in execution proceedings; personal or family circumstances do not override the statutory limits where semi-detention has already been granted.

Texte intégral

{T 0/2}
6A.29/2004 /gnd

Urteil vom 30. August 2004
Kassationshof

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Präsident,
Bundesrichter Karlen, Zünd,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________, Beschwerdeführer,

gegen

Regierungsrat des Kantons Aargau, Regierungsgebäude, 5001 Aarau,
Verwaltungsgericht des Kantons Aargau, 2. Kammer, Obere Vorstadt 40, 5000 Aarau.

Gegenstand
Gemeinnützige Arbeit,

Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau, 2. Kammer, vom 31. März 2004.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
1.
X.________ wurde am 30. Mai 2001 wegen versuchten Betrugs und Urkundenfälschung durch die Strafgerichtspräsidentin Basel-Stadt mit 40 Tagen Gefängnis bestraft. Gleichzeitig wurde der bedingte Vollzug einer am 1. Dezember 1999 durch das Bezirksgericht Rheinfelden/AG unter anderem wegen Betrugs und Urkundenfälschung ausge-sprochenen Strafe von 14 Wochen Gefängnis widerrufen.

Zuständig für den Vollzug der Strafen ist der Kanton Aargau. Das Departement des Innern verfügte am 10. Juli 2003, X.________ werde die Strafverbüssung in Form der Halbgefangenschaft bewilligt. Für die Durchführung seien die Bestimmungen des Kantons anwendbar, in dem die Strafe vollzogen wird.

X.________ führte gegen diese Verfügung Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag, die Strafe in Form gemeinnütziger Arbeit verbüssen zu können. Der Regierungsrat des Kantons Aargau wies die Beschwerde am 29. Oktober 2003 ab. In einer Verwaltungsgerichts-beschwerde wiederholte X.________ seinen vor dem Regierungsrat gestellten Antrag. Das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau wies die Beschwerde mit Urteil vom 31. März 2004 ab.

Dagegen wendet sich X.________ mit Eingabe vom 22. Mai 2004 ans Bundesgericht.
2.
Der angefochtene Entscheid stützt sich auf Art. 3a Abs. 1 der Verordnung 3 zum Schweizerischen Strafgesetzbuch (VStGB 3; SR 311.03; angefochtener Entscheid S. 5 E. II/1). Die Eingabe des Beschwerdeführers ist deshalb als Verwaltungsgerichtsbeschwerde durch den Kassationshof des Bundesgerichts zu behandeln (Art. 97 Abs. 1 OG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 VwVG; Art. 7 Ziff. 3 des Reglements für das Schweizerische Bundesgericht, SR 173.111.1).
3.
Die Vorinstanz verweist auf Art. 3a Abs. 1 VStGB 3, wonach der Strafvollzug in Form gemeinnütziger Arbeit nur für Freiheitsstrafen bis zu drei Monaten Dauer zugelassen sei. Bereits die Strafe des Bezirks-gerichts Rheinfelden von 14 Wochen (98 Tagen) Gefängnis übersteige diese Maximaldauer, weshalb das Begehren des Beschwerdeführers mit den geltenden Bestimmungen nicht vereinbar sei (angefochtener Entscheid S. 5 E. II/1).

Was der Beschwerdeführer vorbringt, dringt nicht durch. Soweit er sich mit dem Strafverfahren befasst, welches zu seiner Verurteilung geführt hat, ist darauf nicht einzutreten, weil dieses Strafverfahren heute nicht mehr Gegenstand einer Überprüfung durch das Bundesgericht sein kann. Was die Möglichkeit einer Verbüssung "in einer anderen Form" betrifft, kann auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid zum Electronic Monitoring verwiesen werden (S. 5 E. II/2). Sein Vorbringen, für den Vollzug sei nicht der Kanton Aargau, sondern der Kanton Basel-Stadt zuständig, ist unbegründet, da die widerrufene Strafe aus dem Kanton Aargau die höhere der beiden Strafen ist und es deshalb Art. 3 VStGB 1 entspricht, diesen Kanton mit dem Vollzug zu beauf-tragen. Eine nachträgliche bedingte Haftstrafe kommt nicht in Betracht, weil das Strafurteil vom 30. Mai 2001 rechtskräftig ist und nicht mehr abgeändert werden kann. Sein Hinweis auf seine familiäre Situation ist schliesslich schon deshalb unbehelflich, weil ihm die Strafverbüssung in der Form der Halbgefangenschaft bewilligt worden ist. Die Verwal-tungsgerichtsbeschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.
4.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die bundesgerichtlichen Kosten zu tragen (Art. 156 Abs. 1 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht im Verfahren nach Art. 36a OG:
1.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.
3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Regierungsrat des Kantons Aargau und dem Verwaltungsgericht des Kantons Aargau, 2. Kammer, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 30. August 2004
Im Namen des Kassationshofes
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Mots-clés

community servicesemi-detentionexecution of sentencecustodial sentencecompetenceinadmissibilitycourt costs

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether community service could be ordered for a 98-day custodial sentence.

Solution extraite

No. Community service was available only for custodial sentences of up to three months, and the sentence at issue exceeded that limit.

Motifs extraits

Art. 3a para. 1 VStGB 3 limited community service to sentences up to three months. The 14-week sentence (98 days) exceeded the maximum, so the request was incompatible with the applicable rules.

Question juridique clé

Whether the Canton of Aargau lacked competence to execute the sentence.

Solution extraite

No. Aargau was competent because the revoked Aargau sentence was the more serious one and therefore determined execution responsibility.

Motifs extraits

The court held that assigning execution to Aargau corresponded to Art. 3 VStGB 1, since the revoked sentence from Aargau was the higher of the two sentences.

Question juridique clé

Whether the appellant could invoke the criminal proceedings, his family situation, or another execution form to obtain relief.

Solution extraite

No further relief was available; the criminal case was no longer reviewable, and the family situation did not overcome the fact that semi-detention had already been granted.

Motifs extraits

The court declined to enter into complaints about the concluded criminal proceedings, referred to its reasoning on electronic monitoring, and noted that semi-detention had already been authorized.

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