No constitutional complaint against delay in facilitated naturalization

5P.285/2001Tribunal fédéral / IIe division civile18 oct. 2001Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The applicant, an Indian national married to a Swiss citizen, challenged delay in his facilitated naturalization request pending before the Federal Office for Foreigners. He filed a constitutional complaint with the Federal Supreme Court. The Court held that a supervisory complaint for denial or undue delay had to be brought first before the Federal Department of Justice and Police, which could issue binding instructions to the office. Because that remedy was available, the subsidiary constitutional complaint was excluded. The Court therefore did not enter into the case and imposed court costs of CHF 1,000 on the applicant.

Regeste Omnilex

Art. 84 Abs. 2 OG; Art. 70 Abs. 1-2 VwVG; Rechtsverweigerungs- und Rechtsverzögerungsrügen gegen das Bundesamt für Ausländerfragen sind vorab mit Beschwerde an das Eidg. Justiz- und Polizeidepartement als Aufsichtsbehörde geltend zu machen; steht dieser Aufsichtsrechtsbehelf zur Verfügung, ist die staatsrechtliche Beschwerde ausgeschlossen. Das Bundesamt entscheidet als erste Instanz in der erleichterten Einbürgerung, das Departement kann bei Gutheissung mit verbindlichen Weisungen zurückweisen (consid. 2b). Die staatsrechtliche Beschwerde ist daher mangels Subsidiarität unzulässig; Kosten folgen dem Ausgang des Verfahrens.

Texte intégral

[AZA 0/2]
5P.285/2001/ZBE/bnm

II. Z I V I L A B T E I L U N G ********************************

  1. Oktober 2001

Es wirken mit: Bundesrichter Reeb, Präsident der II. Zivilabteilung,
Bundesrichter Raselli, Bundesrichterin Escher
sowie Gerichtsschreiber Zbinden.


In Sachen
Z.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. René Bussien, Neustadtgasse 1a, Postfach 579, 8402 Winterthur,

gegen
Bundesamt für Ausländerfragen, Quellenweg 15, 3003 Bern,

betreffend
Rechtsverzögerung; erleichterte Einbürgerung,
wird festgestellt und in Erwägung gezogen:

1.-Im Sommer 1999 stellte der mit einer Schweizerin verheiratete indische Staatsangehörige Z.________, geb. 1964, beim Bundesamt für Ausländerfragen einen Antrag um erleichterte Einbürgerung. Da sich das Verfahren in der Folge verzögerte, reichte Z.________ am 20. August 2001 beim Bundesgericht staatsrechtliche Beschwerde wegen Rechtsverweigerung bzw. Rechtsverzögerung ein.

Das Bundesamt für Ausländerfragen beantragt, auf die staatsrechtliche Beschwerde sei nicht einzutreten, eventuell sei sie abzuweisen.

2.-a) Das Bundesgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob und inwieweit auf ein Rechtsmittel einzutreten ist (BGE 123 II 289 E. 1a S. 290 mit Hinweisen).

b) Im vorliegenden Fall richtet der Beschwerdefüh-rer den Vorwurf der Rechtsverzögerung bzw. Rechtsverweigerung gegen das Bundesamt für Ausländerfragen, das über die erleichterte Einbürgerung als erste Instanz entscheidet (Art. 47 Abs. 2 des Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetzes; RVOG; SR 172. 010 i.V.m. Art. 11a der Verordnung über die Zuständigkeit der Departemente und der ihnen unterstellten Amtsstellen zur selbstständigen Erledigung von Geschäften [Delegationsverordnung]; AS 1999 913). Eine Partei kann jederzeit beim Eidg. Justiz- und Polizeidepartement als Aufsichtsbehörde des Bundesamtes für Ausländerfragen wegen Rechtsverweigerung oder Rechtsverzögerung des Bundesamtes Beschwerde führen (Art. 70 Abs. 1 VwVG; SR 172. 021). Heisst das Departement die Beschwerde gut, so weist sie die Sache mit verbindlichen Weisungen an die Vorinstanz zurück (Art. 70 Abs. 2 VwVG). Für eine staatsrechtliche Beschwerde bleibt somit kein Raum (Art. 84 Abs. 2 OG).

3.-Auf die staatsrechtliche Beschwerde kann folglich nicht eingetreten werden. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 156 Abs. 1 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht
im Verfahren nach Art. 36a OG:
_________________________________

1.-Auf die staatsrechtliche Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.-Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.-Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer sowie dem Bundesamt für Ausländerfragen schriftlich mitgeteilt.

______________
Lausanne, 18. Oktober 2001

Im Namen der II. Zivilabteilung des
SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Mots-clés

naturalizationundue delaydenial of justicesubsidiarityadmissibilitysupervisory complaintcourt costs

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether a constitutional complaint is admissible against alleged delay by the Federal Office for Foreigners in facilitated naturalization proceedings.

Solution extraite

The constitutional complaint is inadmissible because a complaint for denial or undue delay can first be brought to the Federal Department of Justice and Police, whose decision leaves no room for a constitutional complaint.

Motifs extraits

The challenged office acts as first instance, but the Administrative Procedure Act provides a supervisory complaint to the competent department with binding remittal powers. Since that remedy exists, the subsidiary constitutional complaint is excluded.

Question juridique clé

Who bears the costs of the inadmissible proceeding.

Solution extraite

The applicant bears the court fee.

Motifs extraits

Costs follow the outcome of the proceedings.

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