Subsidiary constitutional complaint inadmissible for insufficient reasoning

5D_209/2013Tribunal fédéral / IIe division civile14 nov. 2013Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Supreme Court dealt with a subsidiary constitutional complaint against a cantonal decision that had refused to enter into an appeal concerning an order to comment on a debt-enforcement request of CHF 148.30 and had denied legal aid. It held that only the subsidiary constitutional complaint was available because the value in dispute did not reach the appeal threshold. The complaint was inadmissible because it did not engage with the cantonal reasoning and did not properly plead constitutional violations. Legal aid was refused due to lack of prospects, the complainant was ordered to pay CHF 100 in court costs, and no party compensation was granted.

Regeste Omnilex

Art. 113 ff. BGG, Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 und Art. 108 Abs. 1 lit. b und c BGG; subsidiäre Verfassungsbeschwerde: strict reasoning requirements and inadmissibility for insufficient substantiation. A constitutional complaint must, with reference to the challenged reasoning, clearly and specifically indicate which constitutional rights were violated and in what respect; mere general criticism is insufficient. Where the filing fails to meet these requirements, the court does not enter into the matter. Manifestly hopeless complaints justify refusal of legal aid under Art. 64 Abs. 1 BGG; the losing party bears the costs under Art. 66 Abs. 1 BGG. In cases under Art. 108 BGG, the simplified procedure applies and the presiding member may decide alone.

Texte intégral

{T 0/2}

5D_209/2013

Urteil vom 14. November 2013

II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Escher, präsidierendes Mitglied,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Kanton Bern, Obergericht Zivilabteilung, v.d die Steuerverwaltung des Kantons Bern, Inkasso Region Bern-Mittelland,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Aufforderung zur Stellungnahme zum Rechtsöffnungsgesuch,

Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid vom 4. Oktober 2013 des Obergerichts des Kantons Bern (Zivilabteilung, 1. Zivilkammer).

Nach Einsicht
in die Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid vom 4. Oktober 2013 des Obergerichts des Kantons Bern, das auf eine Beschwerde des Beschwerdeführers gegen die erstinstanzliche Aufforderung zur Stellungnahme zu einem Rechtsöffnungsgesuch über Fr. 148.30 des Beschwerdegegners nicht eingetreten ist, das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege abgewiesen und diesem Kosten von Fr. 100.-- auferlegt hat,
in das sinngemässe Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren,

in Erwägung,
dass gegen den in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit ergangenen Entscheid des Obergerichts mangels Erreichens der Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) und mangels Vorliegens einer Ausnahme gemäss Art. 74 Abs. 2 BGG allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen steht, weshalb die Eingabe des Beschwerdeführers als solche entgegengenommen worden ist,
dass die Verfassungsbeschwerde zum Vornherein unzulässig ist, soweit der Beschwerdeführer Schadenersatz von 90 Millionen Franken fordert, weil diese Forderung weder Gegenstand des kantonalen Verfahrens sein konnte noch Gegenstand des bundesgerichtlichen Verfahrens sein kann,
dass sodann in einer subsidiären Verfassungsbeschwerde die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte vorzubringen und zu begründen (Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG sowie Art. 116 BGG), d.h. anhand der Erwägungen des kantonalen Entscheids klar und detailliert darzulegen ist, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch diesen Entscheid verletzt sein sollen (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399), ansonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG),
dass das Obergericht im Entscheid vom 4. Oktober 2013 erwog, der Beschwerdeführer setze sich in seiner Beschwerde in keiner Weise mit der erstinstanzlichen Verfügung auseinander, sondern begnüge sich - ohne jeden Bezug zu dieser Verfügung - mit allgemeiner Kritik an der Justiz, Verwaltung und Politik, auf die Beschwerde sei mangels Begründung nicht einzutreten, infolge der Aussichtslosigkeit der Beschwerde könne dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege nicht bewilligt werden, inskünftig würden allfällige weitere querulatorische und rechtsmissbräuchliche Eingaben ohne Weiteres zurückgeschickt (Art. 132 Abs. 3 ZPO),
dass der Beschwerdeführer in seiner Eingabe an das Bundesgericht nicht in nachvollziehbarer Weise auf die obergerichtlichen Erwägungen eingeht,
dass er erst recht nicht anhand dieser Erwägungen nach den gesetzlichen Anforderungen, d.h. klar und detailliert aufzeigt, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch den Entscheid des Obergerichts vom 4. Oktober 2013 verletzt sein sollen,
dass der Beschwerdeführer ausserdem einmal mehr missbräuchlich prozessiert (Art. 42 Abs. 7 BGG),
dass somit auf die - offensichtlich keine hinreichende Begründung enthaltende und überdies missbräuchliche - Verfassungsbeschwerde in Anwendung von Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b und c BGG nicht einzutreten ist,
dass dem Beschwerdeführer in Anbetracht der Aussichtslosigkeit der Verfassungsbeschwerde die unentgeltliche Rechtspflege auch für das bundesgerichtliche Verfahren nicht gewährt werden kann (Art. 64 Abs. 1 BGG),
dass der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG) und keine Parteientschädigung zugesprochen erhält,
dass in den Fällen des Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und das präsidierende Abteilungsmitglied zuständig ist,
dass sich das Bundesgericht in dieser Sache vorbehält, allfällige weitere Eingaben in der Art der bisherigen, namentlich missbräuchliche Revisionsgesuche ohne Antwort abzulegen,

erkennt das präsidierende Mitglied:

1.

Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2.

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.

Die Gerichtskosten von Fr. 100.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.

Dem Beschwerdeführer wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5.

Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 14. November 2013
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Das präsidierende Mitglied: Escher

Der Gerichtsschreiber: Füllemann

Mots-clés

constitutional complaintinadmissibilityinsufficient reasoninglegal aidcourt costsabuse of processappeal threshold

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the subsidiary constitutional complaint was admissible against the cantonal decision despite the low amount in dispute.

Solution extraite

Only subsidiary constitutional complaint was available because the value in dispute did not reach the statutory threshold and no exception applied.

Motifs extraits

The matter was pecuniary and below the appeal threshold under the Federal Supreme Court Act; therefore ordinary appeal was unavailable.

Question juridique clé

Whether the complaint sufficiently invoked and substantiated constitutional rights.

Solution extraite

No. The filing did not engage with the cantonal reasoning or specify, in a clear and detailed manner, which constitutional rights were violated and how.

Motifs extraits

In a subsidiary constitutional complaint, constitutional violations must be pleaded and substantiated against the reasoning of the cantonal decision; otherwise the court will not enter into the matter.

Question juridique clé

Whether the request for legal aid before the Federal Supreme Court should be granted.

Solution extraite

No, because the complaint was hopeless.

Motifs extraits

As the complaint was manifestly insufficiently reasoned and abusive, it had no prospects of success.

Question juridique clé

Whether the complainant had to bear the federal court costs and received party compensation.

Solution extraite

Costs were imposed on the complainant and no party compensation was awarded.

Motifs extraits

The losing party bears the costs; no compensation is due to the unsuccessful complainant.

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