Non-entry on inadmissible constitutional complaint and recusal requests

5D_157/2008Tribunal fédéral / IIe division civile23 oct. 2008Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The complainant challenged an Obergericht decision by subsidiary constitutional complaint, filed broad recusal requests, and sought suspensive effect and free legal aid. The Federal Supreme Court held that the recusal motions were abusive and would not be entered into. It further found the complaint inadmissible because it did not engage with the decisive cantonal reasoning and failed to substantiate constitutional violations. The request for suspensive effect became moot. Legal aid was denied due to lack of prospects of success. Court costs of CHF 500 were imposed on the complainant, and no party compensation was granted.

Regeste Omnilex

Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 and Art. 108 Abs. 1 lit. b and c BGG; subsidiary constitutional complaint: admissibility and substantiation requirements. A subsidiary constitutional complaint is admissible only if it specifically attacks the decisive reasoning of the cantonal decision and, with clear and detailed argumentation, alleges the violation of constitutional rights. Mere theoretical submissions, repetition of arguments from earlier proceedings, or attacks on other decisions do not satisfy the duty of substantiation. Blanket and obstructive recusal requests aimed at blocking justice justify non-entry. If the complaint is inadmissible, requests for suspensive effect become moot. Legal aid is refused where the proceeding is hopeless; costs follow the loss.

Texte intégral

{T 0/2}
5D_157/2008/don

Urteil vom 23. Oktober 2008
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Raselli, Präsident,
Gerichtsschreiber Zbinden.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Kanton Bern,
Beschwerdegegner,
vertreten durch den Steuerverwaltung des Kantons Bern.

Gegenstand
Rechtsvorschlag/Bestreitung neuen Vermögens,

Verfassungsbeschwerde gegen den Erledigungsbeschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, III. Zivilkammer, vom 1. September 2008.

Nach Einsicht
in den vorgenannten Beschluss,
in die Verfassungsbeschwerde gegen diesen Beschluss,
in das Gesuch um aufschiebende Wirkung,
in das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege,
in die Ausstandsbegehren gegen vorbefasste Bundesrichterinnen und Bundesrichter,

in Erwägung,
dass auf die pauschalen, allein zum Zweck der Blockierung der Justiz gestellten und damit missbräuchlichen Ausstandsbegehren des Beschwerdeführers u.a. gegen sämtliche (an früheren Urteilen gegen den Beschwerdeführer beteiligten) Bundesrichter(innen) nicht eingetreten wird (BGE 111 Ia 148 E. 2, 105 Ib 301 E. 1c und d), zumal die Mitwirkung dieser Personen an solchen Urteilen ebenso wenig geeignet wäre, sie als befangen erscheinen zu lassen (BGE 114 Ia 278 E. 1, 105 Ib 301 E. 1c),
dass die Verfassungsbeschwerde von vornherein unzulässig ist, soweit der Beschwerdeführer darin andere Entscheide als den obergerichtlichen Beschluss anficht (Art. 113 BGG sowie Art. 114 BGG i.V.m. Art. 75 BGG bzw. Art. 117 BGG i.V.m. Art. 100 BGG),
dass die Zulässigkeit der subsidiären Verfassungsbeschwerde voraussetzt (Art. 117 BGG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG), dass in der Beschwerdeschrift die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte vorgebracht und begründet (Art. 116 und 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG), d.h. (entsprechend den altrechtlichen Anforderungen des Art. 90 Abs. 1 lit. b OG: Botschaft vom 28. Februar 2001 zur Totalrevision der Bundesrechtspflege, BBl 2001 S. 4207ff., Ziff. 4.1.2.4 zu Art. 39 Entwurf, S. 4294) anhand der Erwägungen des kantonalen Entscheids klar und detailliert dargelegt wird, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch diesen Entscheid verletzt sein sollen (BGE 130 I 258 E. 1.3 S. 261f.),
dass das Obergericht erwog, auf das rechtsmissbräuchliche Ausstandsbegehren sei nicht einzutreten,
dass es ferner erwog, die Eingabe des Beschwerdeführers, die als Nichtigkeitsbeschwerde zu behandeln sei, enthalte Ausführungen rein theoretischer Natur, die keinen konkreten Bezug zum angefochtenen Entscheid aufwiesen, so dass insoweit auf die Nichtigkeitsbeschwerde nicht einzutreten sei,
dass das Obergericht weiter erwog, die Nichtigkeitsbeschwerde enthalte im Übrigen Argumente, die der Beschwerdeführer bereits in unzähligen früheren Verfahren vorgetragen habe, weshalb sich die Kassationsinstanz vorbehalte, in Zukunft auf derartige Eingaben ohne nähere Begründung und ohne Ansetzung einer Nachfrist zur Verbesserung nicht oder nur noch teilweise einzutreten,
dass der Beschwerdeführer in seiner Eingabe an das Bundesgericht nicht in nachvollziehbarer Weise auf die entscheidenden obergerichtlichen Erwägungen eingeht,
dass er erst recht nicht nach den erwähnten gesetzlichen Anforderungen anhand dieser Erwägungen aufzeigt, inwiefern der obergerichtliche Beschluss verfassungs- bzw. EMRK-widrig sein soll,
dass somit auf die - offensichtlich keine hinreichende Begründung enthaltende und ausserdem missbräuchliche - Verfassungsbeschwerde in Anwendung von Art. 117 BGG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b und c BGG nicht einzutreten ist, womit das Gesuch des Beschwerdeführers um aufschiebende Wirkung gegenstandslos wird,
dass das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren in Anbetracht der Aussichtslosigkeit seiner Eingabe abgewiesen wird (Art. 64 Abs. 1 BGG), zumal es sowohl vor der Bundesverfassung (Art. 29 Abs. 3 BV) wie auch vor der EMRK (MARK E. VILLIGER, Handbuch der Europäischen Menschenrechtskonvention, 2. Auflage, Zürich 1999, S. 275 Rz. 433) standhält, die unentgeltliche Rechtspflege für aussichtslose Verfahren zu verweigern,
dass der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG) und keine Parteientschädigung zugesprochen erhält,
dass in den Fällen des Art. 117 BGG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und der Abteilungspräsident zuständig ist,
dass sich das Bundesgericht in dieser Sache vorbehält, allfällige weitere Eingaben in der Art der bisherigen, namentlich missbräuchliche Revisionsgesuche, ohne Antwort abzulegen,

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Ausstandsbegehren wird nicht eingetreten.

2.
Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

3.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

4.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

5.
Dem Beschwerdeführer wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

6.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, III. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 23. Oktober 2008
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Raselli Zbinden

Mots-clés

constitutional complaintinadmissibilitysubstantiationrecusallegal aidcourt costssuspensive effectabusive filingsimplified procedure

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the recusal requests against previously involved federal judges were admissible

Solution extraite

The recusal requests were not entered into because they were blanket, abusive, and aimed at obstructing justice.

Motifs extraits

A generalized attack on all judges involved in earlier judgments does not justify recusal and does not create an appearance of bias.

Question juridique clé

Whether the constitutional complaint met the admissibility and substantiation requirements

Solution extraite

The complaint was inadmissible because it did not specifically address the decisive reasons of the cantonal decision and lacked a proper constitutional substantiation.

Motifs extraits

A subsidiary constitutional complaint must clearly and in detail show, by reference to the challenged reasoning, which constitutional rights were violated and how. This was not done, and parts of the complaint attacked other decisions or repeated earlier arguments.

Question juridique clé

Whether the request for suspensive effect should be granted

Solution extraite

The request became moot once the complaint was not entered into.

Motifs extraits

Without an admissible complaint there was no basis for interim suspensive relief.

Question juridique clé

Whether legal aid should be granted for the federal proceedings

Solution extraite

Legal aid was denied because the complaint had no prospects of success.

Motifs extraits

Under the federal rules, hopeless proceedings do not qualify for free legal aid.

Question juridique clé

Court costs and party compensation

Solution extraite

Court costs were imposed on the complainant and no party compensation was awarded.

Motifs extraits

The losing party bears costs in federal proceedings and the respondent was not awarded compensation.

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