Non-entry for failure to exhaust bankruptcy supervisory remedies

5A_718/2011Tribunal fédéral / IIe division civile2 nov. 2011Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

X. filed a Federal Supreme Court complaint against the bankruptcy office for denial and delay of justice and simultaneously sought recusal of Judge Hohl and Clerk Füllemann, suspensive effect, and annulment of the fee order. The Court held that the recusal request against Hohl was abusive and inadmissible, while the request against Füllemann was moot. On the merits, the complaint was inadmissible because X. had not first brought the denial/delay complaint before the cantonal supervisory authorities under the Debt Enforcement and Bankruptcy Act. The Court therefore did not enter into the complaint and waived court costs.

Regeste Omnilex

Art. 94 BGG; Art. 17 Abs. 1 und 3 SchKG: A complaint for denial or delay of justice against a bankruptcy office is, as a rule, inadmissible before the Federal Supreme Court unless the available cantonal supervisory remedies have first been exhausted. The federal remedy under Art. 94 BGG is directed primarily against a judicial authority immediately responsible for deciding the matter, not against an enforcement office. A recusal motion that is unsubstantiated and abusive is inadmissible; a motion directed against a person not acting in the case is moot. Where non-entry follows, requests for suspensive effect lapse. Costs may be waived under Art. 66(1) BGG in view of the circumstances.

Texte intégral

{T 0/2}
5A_718/2011

Urteil vom 2. November 2011
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Zbinden.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Markus Lienert,
Beschwerdeführerin,

gegen

Konkursamt A.________,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Rechtsverweigerung/Rechtsverzögerung,

Erwägungen:

1.
Die Beschwerdeführerin hat mit Eingabe vom 11. Oktober 2011 beim Bundesgericht Beschwerde wegen Rechtsverweigerung bzw. Rechtsverzögerung gegen das Konkursamt A.________ erhoben. Die Abklärungen durch die Kanzlei des Bundesgerichts haben ergeben, dass die Beschwerdeführerin im Kanton bei keiner der beiden Aufsichtsbehörden über Schuldbetreibung und Konkurs des Kantons ein entsprechendes Rechtsmittel erhoben hat.
Nachdem die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 17. Oktober 2011 zur Leistung des Kostenvorschusses von Fr. 1'000.-- angehalten worden war, stellte sie mit Eingabe vom 28. Oktober 2011 ein Gesuch um aufschiebende Wirkung; zudem verlangte sie, die "Kostenauflage" gemäss Verfügung vom 17. Oktober 2011 sei für "nichtig zu erklären". Überdies verlangte sie den Ausstand von Bundesrichterin Hohl und Gerichtsschreiber Füllemann.

2.
Das gegen Bundesrichterin Hohl, Präsidentin der II. zivilrechtlichen Abteilung gerichtete, unbegründete Ausstandsbegehren ist rechtsmissbräuchlich und somit unzulässig (BGE 114 Ia 278 E. 1; 111 Ia 148 E. 2; 105 Ib 301 E. 1c und d); darauf ist nicht einzutreten. Das entsprechende gegen Gerichtsschreiber Füllemann gerichtete Gesuch ist gegenstandslos, zumal dieser im vorliegenden Fall 5A_718/2011 nicht als Gerichtsschreiber amtet.

3.
Nach Art. 94 BGG kann gegen das unrechtmässige Verweigern oder Verzögern eines anfechtbaren Entscheides beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden. Artikel 94 BGG betrifft indes in der Regel lediglich die Rechtsverweigerung bzw. Rechtsverzögerung der richterlichen Behörde, die unmittelbar vor dem Bundesgericht in der Sache zu entscheiden hat (siehe dazu: BERNARD CORBOZ, Commentaire de la LTF, 2009, S. 917, N. 12 zu Art. 94 BGG). Im vorliegenden Fall richtet sich der Vorwurf der Rechtsverweigerung bzw. Rechtsverzögerung nicht gegen eine letzte kantonale gerichtliche Instanz, sondern gegen das Konkursamt. Nach Art. 17 Abs. 1 SchKG kann mit Ausnahme der Fälle, in denen das Gesetz den Weg der gerichtlichen Klage vorschreibt, gegen jede Verfügung eines Betreibungs- oder eines Konkursamtes bei der Aufsichtsbehörde wegen Gesetzesverletzung oder Unangemessenheit Beschwerde geführt werden. Artikel 17 Abs. 3 SchKG sieht überdies vor, dass wegen Rechtsverweigerung oder Rechtsverzögerung jederzeit Beschwerde (bei der Aufsichtsbehörde) geführt werden kann. Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdeführerin diesen Rechtsweg nicht ausgeschöpft. Sie hat mit anderen Worten den gegenüber dem Beschwerdegegner (dem Konkursamt) erhobenen Vorwurf der Rechtsverweigerung bei keiner der beiden kantonalen Aufsichtsbehörden in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen geltend gemacht. Damit ist es dem Bundesgericht verwehrt, sich derzeit mit der Beschwerde zu befassen. Die Beschwerdeführerin hat sich mithin zuerst an die untere kantonale Aufsichtsbehörde, das Bezirksgericht Meilen, zu richten.

4.
Auf die offensichtlich unzulässige Beschwerde ist somit in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG durch die Präsidentin der Abteilung nicht einzutreten. Mit dem Entscheid in der Sache wird das Gesuch um aufschiebende Wirkung gegenstandslos.

5.
Aufgrund der Umstände des konkreten Falles wird auf die Erhebung von Kosten verzichtet (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt die Präsidentin:

1.
Auf das Ausstandsbegehren gegen Bundesrichterin Hohl, Präsidentin der II. zivilrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts, wird nicht eingetreten. Das entsprechende, gegen Gerichtsschreiber Füllemann gerichtete Gesuch wird als gegenstandslos abgeschrieben.

2.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

3.
Es werden keine Kosten erhoben.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 2. November 2011
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Hohl

Der Gerichtsschreiber: Zbinden

Mots-clés

denial of justicedelay of justicenon-entryrecusalbankruptcy officesupervisory remedycost waiver

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Recusal request against the presiding judge and court clerk

Solution extraite

The unsupported recusal request against the presiding judge was abusive and inadmissible; the request against the named court clerk was moot because he did not act as clerk in this case.

Motifs extraits

The court found the recusal motion against Judge Hohl to be unfounded and abusive. The request against Clerk Füllemann had no object in these proceedings.

Question juridique clé

Admissibility of the complaint for denial and delay of justice against the bankruptcy office

Solution extraite

The complaint was inadmissible because the appellant had not exhausted the available cantonal supervisory remedy under the Debt Enforcement and Bankruptcy Act.

Motifs extraits

Under Art. 17(1) and (3) SchKG, complaints about acts or omissions of a bankruptcy office must first be brought before the supervisory authority; only then can federal review be considered. The appellant had not raised the issue before the lower or upper cantonal supervisory authority, so the Federal Supreme Court could not enter into the matter.

Question juridique clé

Request for suspensive effect

Solution extraite

The request became moot once the complaint was declared inadmissible.

Motifs extraits

Because the main proceedings ended with non-entry, no separate interim relief remained to be decided.

Question juridique clé

Court costs

Solution extraite

No costs were charged in view of the circumstances of the case.

Motifs extraits

The court exercised its discretion under Art. 66(1) BGG to waive costs.

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