Non-entry for appeal against superprovisional custody measures

5A_583/2010Tribunal fédéral / IIe division civile6 sept. 2010Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Supreme Court dealt with an appeal against a superprovisional Aargau custody order that had granted the mother sole custody during separation and regulated the father's visiting rights. It held that such an order is not a final cantonal decision because a subsequent, appealable measure decision must follow after the parties are heard. The Court therefore did not enter on the appeal, also refused legal aid due to the manifest lack of prospects, and charged court costs of CHF 700 to the appellant. Criminal complaints raised in the filing were not examined because they fall within the competence of the cantonal authorities.

Regeste Omnilex

Art. 75 Abs. 1 BGG; Anfechtbarkeit superprovisorischer Massnahmen: Gegen eine superprovisorische, im kantonalen Verfahren noch durch einen anfechtbaren Massnahmeentscheid zu bestätigende Anordnung ist die Beschwerde ans Bundesgericht unzulässig, da kein letztinstanzlicher kantonaler Entscheid vorliegt (E. 1). Strafanzeigen können im bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren nicht behandelt werden, wenn hierfür kantonale Behörden zuständig sind. Unentgeltliche Rechtspflege setzt nach Art. 64 Abs. 1 BGG hinreichende Erfolgsaussichten voraus; fehlt es daran, ist das Gesuch abzuweisen. Die Kostenfolgen richten sich nach Art. 66 Abs. 1 BGG.

Texte intégral

{T 0/2}
5A_583/2010

Urteil vom 6. September 2010
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Z.________,
vertreten durch Rechtsanwältin Ruth Lanz-Bosshard,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Superprovisorische Massnahmen.

Beschwerde nach Art. 72 ff. BGG gegen die Verfügung vom 10. August 2010 des Gerichtspräsidiums Zofingen.

Nach Einsicht
in die als Beschwerde gemäss Art. 72 ff. BGG entgegengenommene Eingabe gegen die Verfügung vom 10. August 2010 des Gerichtspräsidiums Zofingen, das (im Sinne einer superprovisorischen vorsorglichen Massnahme) die elterliche Sorge für die Tochter während der Dauer der Trennung der Beschwerdegegnerin allein zugeteilt und das Besuchsrecht des Beschwerdeführers geregelt hat,
in die nachträglichen weiteren Eingaben, womit der Beschwerdeführer u.a. sinngemäss die unentgeltliche Rechtspflege beantragt,

in Erwägung,
dass die Eingabe des Beschwerdeführer (entgegen seiner Auffassung) zu Recht als Beschwerde nach Art. 72ff. BGG entgegengenommen worden ist, zumal der Beschwerdeführer darin ausdrücklich die Aufhebung der Verfügung vom 10. August 2010 beantragt und das Bundesgericht ausschliesslich Beschwerdeinstanz ist und nicht (kostenlos tätig werdende) Aufsichtsbehörde sein kann,
dass auf die in der Beschwerde erhobenen Strafanzeigen zum Vornherein nicht einzutreten ist, weil für deren Behandlung die kantonalen Behörden zuständig sind,
dass sodann die Beschwerde nach Art. 72ff. BGG nur gegen letztinstanzliche kantonale Entscheide offen steht (Art. 75 Abs. 1 BGG),
dass die vorliegende Beschwerde nicht gegen einen solchen Entscheid gerichtet ist,
dass nämlich der aargauische Gerichtspräsident, der eine superprovisorische Verfügung trifft, im Anschluss daran die Gegenpartei anhören muss, worauf ein kantonal weiterziehbarer Massnahmeentscheid ergeht, der die superprovisorische Verfügung hinfällig werden lässt (§ 294 ZPO/AG; BÜHLER/EDELMANN/KILLER, Kommentar zur aargauischen Zivilprozessordnung, 2. Auflage, N. 1, 2, 5 und 7 zu § 294 ZPO/AG; Urteile des Bundesgerichts 5P.441/2004 vom 10. Januar 2005, 5A_155/2010 vom 3. Juni 2010 und 5A_473/2010 vom 23. Juli 2010),
dass somit auf die - nicht gegen einen letztinstanzlichen kantonalen Entscheid gerichtete und damit offensichtlich unzulässige - Beschwerde in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG nicht einzutreten ist,
dass dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege in Anbetracht der Aussichtslosigkeit der Beschwerde nicht gewährt werden kann (Art. 64 Abs. 1 BGG),
dass der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG),
dass in den Fällen des Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und die Abteilungspräsidentin zuständig ist,
dass schliesslich die Behandlung der Beschwerdegegnerin als Gegenpartei entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht zu beanstanden ist,

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Gerichtspräsidium Zofingen schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 6. September 2010
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Hohl Füllemann

Mots-clés

superprovisional measurescustodyvisitation rightsfinal decisionadmissibilitylegal aidcourt costs

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal was admissible against the cantonal superprovisional custody order

Solution extraite

The appeal was inadmissible because it was not directed against a final cantonal decision.

Motifs extraits

Under Art. 75(1) BGG, Federal Supreme Court review requires a final cantonal decision. A superprovisional order in Aargau is followed by a hearing and a later appealable measure decision, so the challenged order was not final.

Question juridique clé

Whether the criminal complaints raised in the appeal could be examined

Solution extraite

They could not be examined by the Federal Supreme Court in this proceeding.

Motifs extraits

The cantonal authorities are competent to deal with criminal complaints.

Question juridique clé

Whether legal aid should be granted

Solution extraite

Legal aid was denied because the appeal had no prospects of success.

Motifs extraits

Art. 64(1) BGG requires non-frivolous prospects; the inadmissible appeal was manifestly hopeless.

Question juridique clé

Allocation of court costs

Solution extraite

Court costs were imposed on the losing appellant.

Motifs extraits

Costs follow the outcome under Art. 66(1) BGG.

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