Non-entry for insufficiently reasoned constitutional complaint

4D_6/2012Tribunal fédéral / Ire division civile5 mars 2012Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Supreme Court dealt with an appeal against a cantonal non-entry decision concerning a request for revision of a conciliation dismissal. Because the amount in dispute was below the threshold and no fundamental legal question was shown, the filing was treated as a subsidiary constitutional complaint. The court held that the submission failed to identify any specific constitutional violation and therefore did not satisfy the reasoning requirements. It denied legal aid as hopeless, did not enter on the complaint, and imposed CHF 500 in court costs on the appellant. The request for suspensive effect became moot.

Regeste Omnilex

Art. 72 ff., 74 Abs. 1 lit. a, 74 Abs. 2 lit. a, 106 Abs. 2, 113 ff., 117, 64 Abs. 1, 66 Abs. 1, 108 Abs. 1 lit. b BGG; admissibility and reasoning requirements of the subsidiäre Verfassungsbeschwerde. Where the value in dispute does not reach the threshold for the ordinary civil appeal, the filing is to be treated as a constitutional complaint only if the appellant invokes cognizable constitutional grievances. Such grievances must be specifically directed against the reasoning of the cantonal decision and substantiated in a manner that enables review; mere assertions or unspecific criticism are insufficient. Failing compliant substantiation, the Federal Supreme Court does not enter on the complaint under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG. Legal aid is refused when the appeal is manifestly without prospects of success; costs follow the losing party under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Texte intégral

{T 0/2}
4D_6/2012

Urteil vom 5. März 2012
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Widmer.

Verfahrensbeteiligte
X.________ AG,
Beschwerdeführerin,

gegen

Y.________ AG,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Revisionsgesuch,

Verfassungsbeschwerde gegen die Präsidialverfügung des Obergerichts des Kantons Zug, II. Beschwerdeabteilung, vom 14. Dezember 2011.
Die Präsidentin hat in Erwägung,
dass die Beschwerdeführerin am 8. September 2011 vor dem Friedensrichteramt Neuheim als Schlichtungsbehörde eine Klage der Beschwerdegegnerin auf Bezahlung von Fr. 1'118.30 anerkannte und sich zur Zahlung der Forderung in drei Raten verpflichtete;
dass das Friedensrichteramt davon Vormerk nahm und das Schlichtungsverfahren am 16. September 2011 als erledigt abschrieb;
dass das Friedensrichteramt ein am 21. Oktober 2011 von der Beschwerdeführerin gegen die Abschreibungsverfügung gestelltes Revisionsbegehren am 4. November 2011 abwies, soweit es darauf eintrat;
dass das Obergericht des Kantons Zug auf eine gegen diesen Entscheid gerichtete Beschwerde der Beschwerdeführerin mit Präsidialverfügung vom 14. Dezember 2011 mangels hinreichender Begründung nicht eintrat;
dass die Beschwerdeführerin gegen diesen Entscheid beim Bundesgericht mit Eingabe vom 20. Januar 2012 Beschwerde in Zivilsachen und subsidiäre Verfassungsbeschwerde erhob und gleichzeitig das Gesuch stellte, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu gewähren;
dass die Beschwerdeführerin, nachdem ihr mit Präsidialverfügung vom 13. Februar 2012 eine Nachfrist zur Leistung eines Kostenvorschusses gesetzt wurde, mit Eingabe vom 28. Februar 2012 um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ersuchte;
dass die Beschwerde in Zivilsachen nach Art. 72 ff. BGG angesichts des Streitwerts unzulässig ist (Art. 74 Abs. 1 lit. a und Art. 51 Abs. 1 lit. c BGG) und nicht geltend gemacht wird, dass die Beschwerde dennoch zulässig sei, weil sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung im Sinne von Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG stellen würde (Art. 42 Abs. 2 BGG);
dass die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 20. Januar 2012 unter diesen Umständen als subsidiäre Verfassungsbeschwerde im Sinne der Art. 113 ff. BGG zu behandeln ist;
dass in einer Verfassungsbeschwerde dargelegt werden muss, welche Grundrechte durch das kantonale Gericht verletzt worden sind, wobei solche Rügen unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids zu begründen sind (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 117 BGG);
dass die Eingabe vom 20. Januar 2012 keine sachbezogenen Rügen enthält, die den genannten Begründungsanforderungen zu genügen vermöchten, und mit denen die Beschwerdeführerin darlegen würde, welche verfassungsmässigen Rechte die Vorinstanz verletzt haben soll, indem sie auf ihre Beschwerde nicht eintrat;
dass somit auf die Beschwerde mangels rechtsgenügender Begründung nicht einzutreten ist;
dass das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung mit dem Entscheid in der Sache selbst gegenstandslos wird;
dass das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das vorliegende Verfahren allein schon deshalb abzuweisen ist, weil die Beschwerde als von vornherein aussichtslos erscheint (Art. 64 Abs. 1 BGG);
dass die Gerichtskosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 BGG);
dass die Beschwerdegegnerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung hat, da ihr aus dem bundesgerichtlichen Verfahren kein Aufwand entstanden ist (Art. 68 Abs. 1 BGG);

im Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG erkannt:

1.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren wird abgewiesen.

2.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zug, II. Beschwerdeabteilung, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 5. März 2012

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Der Gerichtsschreiber: Widmer

Mots-clés

constitutional complaintadmissibilityreasoning requirementslegal aidcourt costsnon-entryvalue in dispute

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the federal appeal was admissible despite the amount in dispute and whether it had to be treated as a subsidiary constitutional complaint.

Solution extraite

The ordinary civil appeal was inadmissible due to the amount in dispute and the filing was treated as a subsidiary constitutional complaint.

Motifs extraits

The dispute value did not meet the threshold under the BGG, and no ground was invoked showing a legal question of fundamental importance.

Question juridique clé

Whether the constitutional complaint met the required substantiation of constitutional rights violations.

Solution extraite

It did not meet the strict reasoning requirements, so the court could not enter into the complaint.

Motifs extraits

The filing contained no specific, case-related constitutional arguments addressing the cantonal court’s non-entry decision and therefore failed under the BGG reasoning requirements.

Question juridique clé

Whether legal aid should be granted for the federal proceedings.

Solution extraite

Legal aid was denied because the complaint was manifestly hopeless.

Motifs extraits

A request for legal aid must be refused when the case lacks prospects of success.

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