Non-entry on appeal against legal aid denial

4A_533/2011Tribunal fédéral / Ire division civile29 sept. 2011Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The respondent sought legal aid in a pending civil damages action before the District Court of Bülach. The district court refused, but the Zurich cantonal court granted legal aid for the first-instance proceedings. The appellant then filed a complaint to the Federal Supreme Court, asking that legal aid be denied or, subsidiarily, that the matter be sent back for clarification of indigence. The Federal Supreme Court held that the appellant did not meet the required substantiation standards and impermissibly relied on facts not established by the cantonal court. It did not sufficiently contest the findings on indigence or on the action not being hopeless, so the complaint was not heard. Costs were imposed on the appellant and no compensation was awarded.

Regeste Omnilex

Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2 and Art. 105 BGG; admissibility of a complaint against the grant of legal aid: the Federal Supreme Court examines only properly reasoned grievances and is bound by the factual findings of the cantonal court unless a precise allegation of arbitrariness or another federal-law violation is made. A merely divergent factual presentation, including reference to facts not found below, is insufficient. If the complaint does not concretely challenge both indigence and the absence of hopelessness, the court does not enter into the matter under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; costs follow the outcome and no party compensation is due absent special grounds.

Texte intégral

{T 0/2}
4A_533/2011

Urteil vom 29. September 2011
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Widmer.

Verfahrensbeteiligte
X.________ AG,
Beschwerdeführerin,

gegen

A.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Marco Del Fabro,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
unentgeltliche Prozessführung / unentgeltliche Rechtsvertretung,

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, I. Zivilkammer, vom 4. Juli 2011.
Die Präsidentin hat in Erwägung,
dass das Bezirksgericht Bülach ein Gesuch des Beschwerdegegners um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege in einem vor diesem Gericht hängigen Forderungsprozess mit Beschluss vom 22. Juli 2009 abwies, wobei es die Mittellosigkeit des als Kläger auftretenden Beschwerdegegners zwar als gegeben, aber die Klage als aussichtslos betrachtete;
dass das Obergericht des Kantons Zürich einen vom Beschwerdegegner dagegen erhobenen Rekurs mit Beschluss vom 4. Juli 2011 guthiess und ihm für das Verfahren vor Bezirksgericht die unentgeltliche Rechtspflege bewilligte, unter der Bedingung der fristgerechten Abgabe einer Abtretungserklärung gegenüber dem Bezirksgericht;
dass das Obergericht dabei einerseits die Mittellosigkeit des Beschwerdegegners im massgeblichen Zeitpunkt aufgrund der Bestreitungen der Beschwerdeführerin und einer Mitbeklagten prüfte und bejahte und andererseits die Klage als nicht aussichtslos beurteilte;
dass die Beschwerdeführerin gegen den Beschluss vom 4. Juli 2011 beim Bundesgericht Beschwerde erhob und beantragt, es sei dem Beschwerdegegner unter Aufhebung des angefochtenen Beschlusses die unentgeltliche Prozessführung und unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu verweigern, eventuell sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen mit der Anweisung, die Mittellosigkeit des Beschwerdegegners abzuklären;
dass in den Rechtsmitteln an das Bundesgericht unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids dargelegt werden muss, welche Rechte der beschwerdeführenden Partei durch das kantonale Gericht verletzt worden sind, und solche Rügen zu begründen sind (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG);
dass das Bundesgericht seinem Entscheid den Sachverhalt zugrunde legt, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG), und es davon nur abweichen kann, wenn eine Sachverhaltsfeststellung offensichtlich unrichtig, mithin willkürlich ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG), was die beschwerdeführende Partei präzise geltend zu machen hat;
dass die Beschwerdeführerin den von der Vorinstanz verbindlich festgestellten Sachverhalt in unzulässiger Weise erweitert, ohne eine Ausnahme von der Sachverhaltsbindung im vorstehend umschriebenen Sinn zu substanziieren, wenn sie geltend macht, die Bedürftigkeit des Beschwerdegegners sei in einem früheren Entscheid des Obergerichts vom 9. März 2010 mit Rücksicht auf das Vermögen seiner Konkubinatspartnerin verneint worden;
dass die Beschwerdeführerin überdies nicht darlegt, welche Rechte die Vorinstanz verletzt haben soll, indem sie im vorliegenden Verfahren die Vermögensverhältnisse der Konkubinatspartnerin bei der Beurteilung der Bedürftigkeit nicht berücksichtigte;
dass die Beschwerdeführerin auch keine rechtsgenügend begründeten Rügen gegen die Beurteilung der Vorinstanz erhebt, dass die Klage des Beschwerdegegners nicht als aussichtslos bezeichnet werden könne;
dass deshalb auf die Beschwerde im Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht einzutreten ist;
dass die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens dem Verfahrensausgang entsprechend der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 BGG);
dass keine Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 68 Abs. 1 BGG);
dass das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der aufschiebenden Wirkung mit dem Entscheid in der Sache selbst gegenstandslos wird;

im Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG erkannt:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, I. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 29. September 2011

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Der Gerichtsschreiber: Widmer

Mots-clés

legal aidinadmissibilitysubstantiationbinding factsindigencehopelessnesscourt costsparty compensation

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal sufficiently challenged the cantonal findings on indigence and prospects of success for legal aid.

Solution extraite

The appellant did not meet the Federal Supreme Court's substantiation requirements and impermissibly expanded the facts; the appeal was therefore not enterable.

Motifs extraits

The complaint failed to show which constitutional or federal rights were violated. It also relied on facts not established by the lower court, without properly alleging an exception to the binding nature of the facts under Art. 105 BGG. No adequately reasoned challenge was made to the findings on indigence or on the action not being hopeless.

Question juridique clé

Costs and request for suspensive effect

Solution extraite

Court costs were charged to the appellant; no party compensation was awarded; the suspensive-effect request became moot.

Motifs extraits

The outcome of the case determined the allocation of costs, and the ancillary request lost its object once the appeal was disposed of.

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