Appeal dismissed for insufficient reasoning; legal aid refused

4A_326/2012Tribunal fédéral / Ire division civile29 juin 2012Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Supreme Court held that the appellant's filing did not satisfy the statutory reasoning requirements because it failed to engage with the cantonal decision and relied on new factual assertions and document references. The appeal was therefore not entered into. As the appeal was manifestly hopeless, the request for legal aid was refused. Court costs of CHF 500 were imposed on the appellant, and the respondent received no party compensation.

Regeste Omnilex

Art. 42 Abs. 2, Art. 99 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2, Art. 108 Abs. 1 lit. b, Art. 117 f. BGG; requirements for admissibility and reasoning of a federal appeal. The appeal brief must, in light of the challenged reasoning, set out in a self-contained manner which rights were violated and why; mere references to other submissions or a presentation of facts beyond the binding findings of the lower court are insufficient. New requests are inadmissible in the appeal proceedings. Where the appeal is manifestly inadmissible or hopeless, the request for legal aid must be denied; costs are generally borne by the unsuccessful party, while party compensation is awarded only if compensable effort was incurred.

Texte intégral

{T 0/2}
4A_326/2012

Urteil vom 29. Juni 2012
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Leemann.

Verfahrensbeteiligte
A.________,
Beschwerdeführer,

gegen

B.________,
vertreten durch Advokat Dr. Frank Heini,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Honorarforderung; unentgeltliche Rechtspflege,

Beschwerde gegen die Verfügung des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 27. April 2012.
In Erwägung,
dass das Zivilgericht des Kantons Basel-Stadt A.________ (Beschwerdeführer) mit Entscheid vom 23. November 2011 zur Zahlung eines Anwaltshonorars von Fr. 10'426.90 nebst Zins und Kosten an B.________ (Beschwerdegegner) verpflichtete;
dass der Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid beim Appellationsgericht Basel-Stadt fristgerecht Berufung erhob und gleichzeitig um Bewilligung des Kostenerlasses ersuchte;
dass der Präsident des Appellationsgerichts Basel-Stadt das Kostenerlassgesuch mit Entscheid vom 27. April 2012 infolge Aussichtslosigkeit des Rechtsmittels abwies und dem Beschwerdeführer eine nicht erstreckbare Nachfrist zur Leistung des Kostenvorschusses ansetzte, verbunden mit der Androhung, bei Ausbleiben der Zahlung werde auf die Berufung nicht eingetreten;
dass der Beschwerdeführer dem Bundesgericht mit Eingabe vom 1. Juni 2012 erklärte, die Verfügung des Appellationsgerichts Basel-Stadt vom 27. April 2012 mit Beschwerde anfechten zu wollen;
dass der Beschwerdeführer neben dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Gutheissung des Kostenerlassgesuchs verschiedene neue Feststellungsbegehren stellt, was im Beschwerdeverfahren nicht zulässig ist (Art. 99 Abs. 2 BGG);
dass in den Rechtsmitteln an das Bundesgericht unter Bezugnahme auf die Erwägungen des kantonalen Entscheids dargelegt werden muss, welche Rechte der beschwerdeführenden Partei durch das kantonale Gericht verletzt worden sind (Art. 42 Abs. 2 BGG), wobei eine allfällige Verletzung der bundesrechtlichen Grundrechte oder kantonaler verfassungsmässiger Rechte vom Bundesgericht nicht von Amtes wegen geprüft wird, sondern nur dann, wenn entsprechende Rügen in der Beschwerdeschrift ausdrücklich erhoben und begründet werden (Art. 106 Abs. 2 i.V.m. Art. 117 BGG);
dass die Begründung in der Beschwerdeschrift selbst enthalten sein muss, weshalb blosse Verweise auf andere Schriftstücke unbeachtlich sind (BGE 131 III 384 E. 2.3 S. 387 f.);
dass sich der Beschwerdeführer nicht mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheids auseinandersetzt, sondern dem Bundesgericht unter Verweis auf verschiedenste Unterlagen einen Sachverhalt unterbreitet, der über den vorinstanzlich verbindlich festgestellten hinausgeht, ohne rechtsgenügend zu begründen, inwiefern dies nach Art. 118 Abs. 2 BGG zulässig sein soll;
dass die Eingabe des Beschwerdeführers vom 1. Juni 2012 die erwähnten Begründungsanforderungen daher offensichtlich nicht erfüllt, weshalb auf die Beschwerde in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht eingetreten werden kann;
dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren bereits wegen Aussichtslosigkeit der Beschwerde abzuweisen ist (Art. 64 BGG);
dass der Beschwerdeführer bei diesem Verfahrensausgang kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG);
dass der Beschwerdegegner keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung hat, da ihm aus dem bundesgerichtlichen Verfahren kein Aufwand erwachsen ist;

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 29. Juni 2012

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Der Gerichtsschreiber: Leemann

Mots-clés

admissibilityreasoning requirementlegal aidcourt costsparty compensationnew requestsfree appeal

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal met the Federal Supreme Court's reasoning requirements

Solution extraite

No. The submission did not engage with the challenged decision and did not adequately explain the alleged violations.

Motifs extraits

The appellant merely presented an expanded factual version and referenced various documents instead of providing self-contained, legally reasoned criticism of the cantonal decision. Such submissions do not satisfy Arts. 42(2) and 106(2) in conjunction with 117 BGG; new requests were also inadmissible under Art. 99(2) BGG.

Question juridique clé

Whether legal aid should be granted for the federal appeal

Solution extraite

No. Legal aid was refused because the appeal had no prospects of success.

Motifs extraits

Under Art. 64 BGG, legal aid requires a non-frivolous appeal; since the appeal was manifestly inadmissible, the request had to be denied.

Question juridique clé

How the court costs and party compensation should be allocated

Solution extraite

The appellant bears the court costs, and no party compensation is awarded to the respondent.

Motifs extraits

Costs follow the outcome under Art. 66(1) BGG. No compensable effort was incurred by the respondent in the federal proceedings.

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