Inadmissibility of appeal against refusal to waive court costs

2D_53/2011Tribunal fédéral / IIe division de droit public21 oct. 2011Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

X. challenged the Thurgau Administrative Court judgment that had upheld the refusal to waive cantonal court fees. The Federal Supreme Court held that the matter concerned court costs, i.e. public charges, so the ordinary public-law appeal was excluded; only a subsidiary constitutional complaint was possible. However, the submission did not set out any specific constitutional violations relating to the fee-waiver issue. The Court therefore did not enter into the case in simplified procedure and waived federal court costs.

Regeste Omnilex

Art. 83 lit. m BGG, Art. 113 and 116 BGG; admissibility of a challenge against a decision on remission of court costs. Court fees constitute public charges; the ordinary appeal in public matters is excluded. Such a decision may be attacked only by subsidiary constitutional complaint, and only insofar as specific constitutional rights are invoked and substantiated in accordance with Art. 106 Abs. 2 BGG. A submission that merely discusses the appellant’s general situation without addressing the cost-remission question does not satisfy the reasoning requirement and leads to non-entry under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG. The Court may waive federal costs under Art. 66 Abs. 1 second sentence BGG in the circumstances.

Texte intégral

{T 0/2}
2D_53/2011

Urteil vom 21. Oktober 2011
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Zünd, Präsident,
Gerichtsschreiber Feller.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Departement für Finanzen und Soziales des Kantons Thurgau.

Gegenstand
Erlass von Gerichtskosten,

Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 14. September 2011.

Erwägungen:

1.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau wies am 9. März 2011 eine Beschwerde von X.________ betreffend Niederlassungsbewilligung ab, wobei es die Verfahrensgebühr diesem auferlegte. Auf die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil 2C_314/2011 vom 14. April 2011 nicht ein. Ein Gesuch um Erlass der verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten wies das Departement für Finanzen und Soziales des Kantons Thurgau am 21. Juni 2011 ab. Die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau mit Entscheid VG.2011.96/E vom 14. September 2011 ab, soweit es darauf eintrat. Am 20. Oktober 2011 gelangte X.________ mit einer als "Rekurs gegen das Verwaltungsgericht des Kt. Thurgau vom 14. Sep. 11, VG.2011.96/E" betitelten Rechtsschrift an das Bundesgericht; er erklärte, diesen Entscheid formell und inhaltlich nicht zu anerkennen. Es ist weder ein Schriftenwechsel noch sind andere Instruktionsmassnahmen angeordnet worden.

2.
Das Bundesgericht ist keine allgemeine Aufsichtsbehörde, die auf Anzeige hin zum Rechten zu schauen hat. Es befasst sich grundsätzlich nur mit Beschwerden, die in Beachtung der im Bundesgerichtsgesetz (BGG) enthaltenen Regeln und Formen erhoben werden. Die Beschwerde kann einzig diejenigen Fragen beschlagen, die Gegenstand des angefochtenen Entscheids bildeten.

Der Entscheid des Verwaltungsgerichts, gegen welchen sich das Rechtsmittel vom 20. Oktober 2011 richtet, betrifft den Erlass von Gerichtskosten. Gerichtsgebühren sind Abgaben, sodass die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten hier unzulässig ist (Art. 83 lit. m BGG). Der Entscheid des Verwaltungsgerichts könnte bloss mit subsidiärer Verfassungsbeschwerde angefochten werden (Art. 113 BGG). Mit diesem ausserordentlichen Rechtsmittel lässt sich nur die Verletzung verfassungsmässiger Rechte rügen (Art. 116 BGG), wobei solche Rügen speziell zu erheben und zu begründen sind (Art. 106 Abs. 2 BGG). Die Ausführungen des Beschwerdeführers lassen nicht erkennen, inwiefern mit dem angefochtenen Entscheid ihm zustehende verfassungsmässige Rechte verletzt worden sein könnten; namentlich haben sie keinen Bezug zur allein Verfahrensgegenstand bildenden Frage des Kostenerlasses.
Die Beschwerde enthält offensichtlich keine hinreichende Begründung (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG), und es ist darauf mit Entscheid des Einzelrichters im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten. Es besteht namentlich kein Anlass, auf die allgemeinen Darlegungen des Beschwerdeführers über seine Situation und diesbezügliche Begehren näher einzugehen.

Unter den gegebenen Umständen wird von der Erhebung von Gerichtskosten abgesehen (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten und dem Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 21. Oktober 2011

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Zünd

Der Gerichtsschreiber: Feller

Mots-clés

admissibilityconstitutional complaintcourt costsfee waiverreasoning requirementpublic charges

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the filing could be treated as an admissible appeal under the Federal Supreme Court Act.

Solution extraite

The filing was inadmissible because the challenged decision concerned a court-fee remission, making ordinary public-law appeal unavailable and leaving only a subsidiary constitutional complaint.

Motifs extraits

Court fees are public charges; therefore Art. 83 lit. m BGG excludes the ordinary appeal. The submission did not raise or substantiate any constitutional rights violation as required for a subsidiary constitutional complaint.

Question juridique clé

Whether sufficient constitutional reasoning was provided.

Solution extraite

No. The submission lacked specific, reasoned constitutional arguments directed at the fee-waiver issue.

Motifs extraits

Under Art. 106(2) and Art. 116 BGG, constitutional grievances must be specifically alleged and substantiated; general comments on the appellant’s situation were irrelevant to the dispositive question.

Question juridique clé

Whether court costs should be charged for the federal proceedings.

Solution extraite

No federal court costs were levied.

Motifs extraits

Given the circumstances, the Court exercised its discretion to waive costs.

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