Non-entry on constitutional complaint in tax remission case

2D_26/2011Tribunal fédéral / IIe division de droit public27 mai 2011Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The taxpayer challenged a Bern cantonal judgment concerning remission of 2007 cantonal and municipal taxes. The Federal Supreme Court held that the ordinary public-law appeal was excluded and that only the subsidiary constitutional complaint was available. Because the appellant did not identify or substantiate any constitutional right allegedly violated, the complaint lacked the required reasoning and was not entered into in simplified procedure. The court further noted that the appeal would also have failed on the merits. Although costs would normally have been charged to the appellant, the court exceptionally waived them.

Regeste Omnilex

Art. 83 lit. m BGG, Art. 113 ff. BGG, Art. 106 Abs. 2 BGG, Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; subsidiäre Verfassungsbeschwerde against decisions on tax remission is admissible only for alleged violations of constitutional rights that are expressly invoked and specifically reasoned. If the complaint fails to designate any constitutional right, the Federal Supreme Court does not enter into the matter in simplified procedure. Under Art. 66 Abs. 1 BGG, costs normally follow the outcome, but may exceptionally be waived in view of the circumstances.

Texte intégral

{T 0/2}
2D_26/2011

Urteil vom 27. Mai 2011
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Zünd, Präsident,
Gerichtsschreiber Feller.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Steuerverwaltung der Einwohnergemeinde Bern, Schwarztorstrasse 31, 3007 Bern,
Beschwerdegegnerin,

Steuerverwaltung des Kantons Bern, Brünnenstrasse 66, Postfach 8334, 3001 Bern.

Gegenstand
Erlass der Kantonssteuern 2007,

Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. April 2011.

Erwägungen:

1.
X.________ erhob am 29. September 2010 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Bern gegen den Entscheid der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 31. August 2010 betreffend Erlass der Kantons- und Gemeindesteuern 2007 (Ablehnung des Erlassgesuchs durch die Steuerverwaltung der Einwohnergemeinde Bern). Mit Urteil der Einzelrichterin vom 29. April 2011 stellte das Verwaltungsgericht des Kantons Bern fest, dass eine "2. Erlassverfügung" der Steuerverwaltung der Einwohnergemeinde Bern vom 3. November 2010 nichtig sei, da sie während der Hängigkeit des Rechtsmittelverfahrens und damit bei offensichtlich fehlender Zuständigkeit ergangen sei; im Übrigen wies das Verwaltungsgericht die Beschwerde ab.

Mit Eingabe vom 19. Mai 2011 erklärt X.________ dem Bundesgericht, er wolle zu seiner "jetzigen Situation Stellung nehmen." Unter Hinweis auf verschiedene Kopien zu seiner "Krankengeschichte und Abrechnungen und Abzahlung 2009" erklärt er, es sei ihm nicht möglich, weitere Steuern abzuzahlen.

2.
Das angefochtene Urteil hat den Erlass von Steuern zum Gegenstand. Gemäss Art. 83 lit. m BGG ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten unzulässig gegen Entscheide über die Stundung und den Erlass von Abgaben. Damit steht als bundesrechtliches Rechtsmittel vorliegend nur die subsidiäre Verfassungsbeschwerde zur Verfügung (Art. 113 BGG), worauf das Verwaltungsgericht in der Rechtsmittelbelehrung hingewiesen hat. Mit der Verfassungsbeschwerde kann bloss die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 116 BGG). Entsprechende Rügen bedürfen spezieller Geltendmachung und Begründung (Art. 106 Abs. 2 BGG). Der Beschwerdeführer nennt kein verfassungsmässiges Recht, das durch das angefochtene Urteil verletzt worden sein könnte. Die Beschwerde enthält mithin keine hinreichende Begründung (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG), und es ist darauf mit Entscheid des Einzelrichters im vereinfachten Verfahren gemäss Art. 108 BGG nicht einzutreten.

Ergänzend bleibt festzuhalten, dass der Beschwerde auch im Eintretensfall kein Erfolg beschieden wäre; es ist namentlich im Lichte von E. 5 des angefochtenen Urteils nicht ersichtlich, inwiefern das Verwaltungsgericht gegen dem Beschwerdeführer zustehende verfassungsmässige Rechte verstossen haben könnte.

Entsprechend dem Verfahrensausgang wären die bundesgerichtlichen Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 erster Satz BGG); indessen rechtfertigen es die Umstände, ausnahmsweise auf die Erhebung von Kosten zu verzichten (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten und dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 27. Mai 2011
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zünd Feller

Mots-clés

tax remissionconstitutional complaintadmissibilityreasoning requirementnon-entrycourt costs

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the subsidiary constitutional complaint against the cantonal judgment was admissible and sufficiently reasoned.

Solution extraite

The complaint was inadmissible because only constitutional rights could be invoked and none were specifically alleged or reasoned.

Motifs extraits

Challenges to tax remission decisions are excluded from the ordinary public-law appeal under Art. 83 lit. m BGG, leaving only the subsidiary constitutional complaint under Art. 113 BGG. Such a complaint requires specific invocation and substantiation of constitutional rights under Art. 116 and Art. 106(2) BGG; this was missing, so non-entry under Art. 108(1)(b) BGG was warranted.

Question juridique clé

Whether court costs should be imposed on the appellant.

Solution extraite

Costs would ordinarily be chargeable to the appellant, but the court exceptionally waived them.

Motifs extraits

Because the appellant lost, Art. 66(1) first sentence BGG would normally apply. Given the circumstances, the court exercised its discretion under Art. 66(1) second sentence BGG and refrained from collecting costs.

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