Federal Court lacks jurisdiction over direct tax complaint

2C_777/2011Tribunal fédéral / IIe division de droit public28 sept. 2011Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The taxpayer first sought reinstatement of a deadline for an appeal against the 2008 tax assessment. After the cantonal tax appeal commission declared the appeal inadmissible for non-payment of an advance, he filed a document entitled 'administrative action' with the Federal Administrative Court. The Federal Court held that the Federal Administrative Court has no jurisdiction in direct tax matters and that only a federal appeal against a final cantonal upper court decision is possible. It therefore did not enter the filing and transmitted the case to the Administrative Court of Glarus. No costs were charged.

Regeste Omnilex

Art. 86 Abs. 1 lit. d und Abs. 2 BGG, Art. 108 BGG; jurisdiction in direct tax matters and non-entry for filings lodged with a court lacking competence. In matters of direct taxation, the Federal Administrative Court has no jurisdiction; the federal remedy is an appeal to the Federal Supreme Court, subject to the statutory prerequisites of a cantonal final decision by an upper court. A cantonal tax appeal commission whose decisions are further appealable to the cantonal administrative court is not such an authority. A misdirected filing must be forwarded ex officio to the competent cantonal court. Costs may be waived under Art. 66 Abs. 1 second sentence BGG in the circumstances.

Texte intégral

{T 0/2}
2C_777/2011

Urteil vom 28. September 2011
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Zünd, Präsident,
Gerichtsschreiber Feller.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Glarus, Hauptstrasse 11/17, 8750 Glarus.

Gegenstand
Staats- und Gemeindesteuern sowie
direkte Bundessteuer 2008,

Beschwerde gegen die Verfügung der Steuerrekurskommission des Kantons Glarus vom 4. Juli 2011.

Erwägungen:

1.
X.________ gelangte am 7. Januar 2011 an die Steuerverwaltung des Kantons Glarus mit dem Begehren um Wiederherstellung der Frist zur Ergreifung eines Rechtsmittels betreffend die Veranlagung 2008. Noch gleichentags bestätigte ihm die Steuerrekurskommission des Kantons Glarus den Eingang des ihr von der kantonalen Steuerverwaltung überwiesenen "Steuerrekurses vom 7. Januar 2011", unter Ansetzung einer Frist von 20 Tagen zur Leistung eines Kostenvorschusses von Fr. 350.--. Am 22. März 2011 setzte die Steuerrekurskommission eine Nachfrist von 15 Tagen zur Vorschussleistung an, unter Androhung des Nichteintretens im Unterlassungsfall. Da auch innert der Nachfrist keine Zahlung einging, trat die Steuerrekurskommission mit Verfügung vom 4. Juli 2011 auf den Rekurs nicht ein. Die Verfügung enthielt den Hinweis, dass dagegen innert 30 Tagen beim Verwaltungsgericht des Kantons Glarus Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht werden könne.

Am 23. September 2011 reichte X.________ unter Bezugnahme auf die Nichteintretensverfügung der Steuerrekurskommission vom 4. Juli 2011 beim Bundesverwaltungsgericht eine als "Verwaltungsrechtliche Klage" bezeichnete Rechtsschrift ein. Das Bundesverwaltungsgericht hat die Eingabe am 26. September 2011 an das Bundesgericht weitergeleitet.

2.
Auf dem Gebiet der direkten Steuern ist jegliche Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts ausgeschlossen. Für entsprechende Rechtsstreitigkeiten ist auf Bundesebene allein das Bundesgericht zuständig, wobei es abgesehen von wenigen Anwendungsfällen - ein solcher liegt hier nicht vor (vgl. Art. 120 BGG) - nicht mit Klage, sondern mit Beschwerde angerufen werden kann. Es behandelt dabei Beschwerden gegen Entscheide der in Art. 86 Abs. 1 BGG genannten Behörden. Richtet sich die Beschwerde gegen eine kantonale Entscheidung im Bereich des Abgaberechts, ist die Beschwerde ans Bundesgericht nur zulässig, wenn sie von einem oberen Gericht ausgeht, das kantonal letztinstanzlich entscheidet (Art. 86 Abs. 1 lit. d und Abs. 2 BGG). Die Steuerrekurskommission des Kantons Glarus ist kein solches Gericht, sind doch seine Entscheide grundsätzlich ans kantonale Verwaltungsgericht weiterziehbar (Art. 105 Abs. 1 lit e des Glarner Gesetzes vom 4. Mai 1986 über die Verwaltungsrechtspflege bzw. Art. 166 Abs. 1 des Glarner Steuergesetzes vom 7. Mai 2000). Es fehlt mithin offensichtlich an einem vor Bundesgericht anfechtbaren Akt, sodass mit Entscheid des Einzelrichters im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 BGG auf den Rechtsschrift vom 23. September 2011 nicht einzutreten ist. Die Sache ist, ungeachtet des Inhalts der gestellten Anträge und erhobenen Rügen, an das für die Behandlung von Beschwerden gegen Entscheide der kantonalen Steuerrekurskommission zuständige Verwaltungsgericht des Kantons Glarus zu überweisen.

Auf die Erhebung von Kosten wird unter den gegebenen Umständen verzichtet (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG)

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Rechtsschrift vom 23. September 2011 wird nicht eingetreten.

2.
Die Sache wird zuständigkeitshalber an das Verwaltungsgericht des Kantons Glarus überwiesen.

3.
Es werden keine Kosten erhoben.

4.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, der Steuerrekurskommission des Kantons Glarus, der Eidgenössischen Steuerverwaltung sowie, zur Kenntnisnahme, dem Bundesverwaltungsgericht schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 28. September 2011
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Zünd

Der Gerichtsschreiber: Feller

Mots-clés

direct taxesjurisdictionnon-entrytransfer of proceedingscost waiver

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the Federal Administrative Court had jurisdiction over the filing concerning direct federal and cantonal taxes

Solution extraite

No; jurisdiction on direct taxes lies with the Federal Supreme Court, not the Federal Administrative Court.

Motifs extraits

The dispute concerned direct taxes, for which the Federal Administrative Court has no competence. The federal remedy is an appeal to the Federal Supreme Court, and only against a cantonal final upper court decision; the cantonal tax appeal commission is not such a court because its decisions are appealable to the cantonal administrative court.

Question juridique clé

Whether the misdirected filing should be transferred to the competent cantonal administrative court

Solution extraite

Yes; the case was transferred ex officio to the Administrative Court of Glarus as the competent authority.

Motifs extraits

Because the challenged act was not directly appealable to the Federal Supreme Court and the competent body for decisions of the cantonal tax appeal commission is the cantonal administrative court, the matter had to be forwarded there regardless of the wording of the requests.

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