Standing denied in attorney disciplinary complaint

2C_690/2009Tribunal fédéral / IIe division de droit public21 oct. 2009Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

A and B sought federal review of the Basel-Stadt Supervisory Commission’s refusal to initiate disciplinary proceedings against attorney X. The Federal Supreme Court found that attorney discipline protects the public interest, not the complainants’ individual interests, so they lacked standing under Art. 89 BGG. The complaint was therefore not entered into in simplified proceedings. Court costs of CHF 500 were imposed on the appellants in equal parts and with joint and several liability.

Regeste Omnilex

Art. 89 Abs. 1 lit. b und c BGG; Beschwerdelegitimation im anwaltsrechtlichen Disziplinarverfahren; das Disziplinarverfahren dient dem öffentlichen Interesse an der ordnungsgemäßen Berufsausübung und vermittelt dem Anzeigeerstatter grundsätzlich kein schutzwürdiges eigenes Interesse an der Anfechtung der Nichtanhandnahme. Wer im kantonalen Verfahren keine Parteistellung hatte und lediglich die Einleitung eines Disziplinarverfahrens verlangt, ist zur Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht legitimiert (E. 1). Bei offensichtlicher Unzulässigkeit ist auf die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nicht einzutreten (Art. 108 Abs. 1 lit. a und Art. 108 BGG). Die Kostenfolge richtet sich nach Art. 65 und Art. 66 Abs. 1 und 5 BGG.

Texte intégral

{T 0/2}
2C_690/2009

Urteil vom 21. Oktober 2009
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Müller, Präsident,
Gerichtsschreiber Feller.

Verfahrensbeteiligte

  1. A.________,
  2. B.________,
    Beschwerdeführer,

gegen

X.________,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Einleitung eines Disziplinarverfahrens,

Beschwerde gegen den Entscheid der Aufsichtskommission über die Anwältinnen und Anwälte des Kantons Basel-Stadt vom 21. Juli 2009.

Nach Einsicht
in den Entscheid der Aufsichtskommission über die Anwältinnen und Anwälte des Kantons Basel-Stadt vom 21. Juli 2009, die es abgelehnt hat, gestützt auf die Anzeige von A.________ und von B.________ wegen angeblich standeswidriger Mandatsführung ein Disziplinarverfahren gegen Advokat X.________ einzuleiten,
in die Beschwerde von A.________ und von B.________ vom 16. Oktober (Postaufgabe 18. Oktober) 2009, womit beantragt wird, der Entscheid der Aufsichtskommission sei aufzuheben und diese sei anzuweisen, das Verfahren gegen X.________ weiterzuführen,

in Erwägung,
dass zur Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten berechtigt ist, wer durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung hat (Art. 89 Abs. 1 lit. b und c BGG),
dass das anwaltsrechtliche Disziplinarverfahren dem allgemeinen öffentlichen Interesse an der korrekten Berufsausübung durch die Rechtsanwälte und nicht der Wahrung individueller Anliegen dient, weshalb der Anzeiger im Anwaltsdisziplinarverfahren grundsätzlich kein schützenswertes eigenes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheids hat, mit dem die Anwaltsaufsichtskommission die Einleitung eines Disziplinarverfahrens ablehnt (BGE 133 II 498 E. 2 S. 468 E. 2 S. 471 f.; 129 II 297 E. 3.1 S.302 f. [zu Art. 103 lit. a OG]),
dass mithin die Beschwerdeführer, die sich über die Nichteinleitung eines Disziplinarverfahrens beschweren und denen im kantonalen Verfahren übrigens keine Parteistellung zukam, zur Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht legitimiert sind,
dass sich mithin ihre Beschwerde als offensichtlich unzulässig (Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG) erweist, weshalb darauf im vereinfachten Verfahren gemäss Art. 108 BGG nicht einzutreten ist,
dass unter diesen Umständen offen bleiben kann, ob es sich beim Entscheid der Aufsichtskommission um einen letztinstanzlichen kantonalen Entscheid handelt (Art. 86 Abs. 1 lit. d und Abs. 2 BGG),
dass die Gerichtskosten, dem Verfahrensausgang entsprechend, den Beschwerdeführern zu gleichen Teilen und unter solidarischer Haftung aufzuerlegen sind (Art. 65 sowie 66 Abs. 1 erster Satz und 5 BGG),

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden den Beschwerdeführern je zur Hälfte und unter solidarischer Haftung auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten und der Aufsichtskommission über die Anwältinnen und Anwälte des Kantons Basel-Stadt schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 21. Oktober 2009

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Müller Feller

Mots-clés

standingdisciplinary proceedingsattorney regulationpublic interestinadmissibilitycostsnon-entry

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the complainants were entitled to bring a public law appeal against the refusal to open disciplinary proceedings against an attorney.

Solution extraite

No. A disciplinary proceeding serves the public interest in proper professional conduct, not the individual interests of the complainants; they therefore lacked a legally protected interest and standing.

Motifs extraits

Under Art. 89(1)(b)-(c) BGG, an appellant must be specially affected and have a protected interest. In attorney discipline, a complainant generally has no personal legal interest in the opening of proceedings, and the appellants also had no party status in the cantonal procedure.

Question juridique clé

Allocation of court costs after non-entry.

Solution extraite

The court costs were imposed on the appellants jointly and severally, in equal shares.

Motifs extraits

Costs follow the outcome of the proceedings under the BGG cost rules.

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